Monday, June 2, 2008

Rendundanz

Hier nochmal ein Text von weiter unten, wie ich ihn für ein Seminar aufbereitet habe. Dieser bunch of tree-hugging-hippie-faggots hat irgendwelchen Blödsinn à la "Der und der hat das und das..." geschrieben. Die laufen lieber weinend davon.

In unserer Gesellschaft begegnet man dem Thema Gewalt in der Regel nur vermittelt durch Medien. Eigene Gewalterfahrungen sind zum Glück rar geworden.
Den jüngsten Eindruck, dessen was Gewalt bedeuten könnte, erfuhr ich während der Osterfeiertage.
An jenem Samstag Abend war ich mit einem Freund unterwegs. Da wir unsere Straßenbahn verpasst hatten, warteten wir an der Haltestelle auf die nächste.
Während des Wartens kam ein Mitzwanziger auf uns zu. Schon an seinem Gang ließ sich erahnen, dieser Zeitgenosse widmete seinen Abend dem Konsum mittelamerikanischer Drogen. Unter all den Wartenden wählte er ausgerechnet uns, um mit berliner Zungenschlag wohlformuliert zu fragen: "Wo hier Party?"
Als ich ihm daraufhin lächelnd antwortete, uns hätte man im Kindergarten beigebracht doch im ganzen Satz zu sprechen, muss er dies als Provokation aufgefasst haben. Denn plötzlich fing dieser ortsfremde Partygänger an mit seinen Armen rumzufuchteln und mich anzuschreien. Er war der Ansicht, ich würde mich über ihn lustig machen. Seine rauschverzerrte Mimik, sein wildes Gestikulieren, der Umstand, dass wir an einer stark befahrenen Straße standen und unser Gegenüber noch dazu eine Bierflasche in der Hand hielt, verursachte in mir ein diffuses Gefühl der Bedrohung.
Er war ganz offensichtlich bereit, die Flasche als Waffe einzusetzen. Damit weder mir noch ihm etwas passiert, trat ich ihm diese, als er den Arm kurz sinken ließ, aus der Hand. Dies brachte ihn noch weiter in Rage.
Die Umstehenden zeigten sich von diesen Vorgängen nur am Rande betroffen, abgesehen von einigen verstohlenen Blicken, hielt man sich zurück.
Zu zweit versuchten wir nun auf den berlinernden Mitbürger einzureden und ihn zu beschwichtigen.
Dies gelang uns nur leidlich. Immer wieder kam er in Fahrt, begann zu schreien, und war offensichtlich noch immer auf Konfrontation aus.
Die Flasche war keine Gefahr mehr, nun musste ich von der Straße weg. Kaum stand ich mit dem Rücken zur Häuserwand, trachtete er danach mir einen Kopfstoß zu versetzen. Dem konnte ich ausweichen und stieß mein Gegenüber zurück. Da zauberte er eine Flasche einer angesagten Bio-Brause aus seiner Jacke. Schon wieder war er am brüllen und am gestikulieren.
All unser Reden, all unsere Beschwichtigungsversuche fruchteten nicht.
Erst als einige Freunde von mir hinzukamen, ihn von uns und besonders von mir ablenkten, ließ sich mein Gegenüber mit einer Zigarette beruhigen. Als die Bahn kam, stieg er hinten ein, wir an der vorderen Tür. Man ging sich aus dem Weg.
Die ganze Zeit ging mir nur ein Gedanke durch den Kopf. Nicht, dass es weh tun könnte. Nicht, dass mein Nasenbein zu Bruch gehen, oder ein Zahn abbrechen könnte. Ich dachte nur: "Mit einer Platzwunde, ist der Abend gelaufen. So komm ich am Türsteher bestimmt nicht vorbei."


Guter Bruch zum Schluss. Die Sprache ist der Glaubwürdigkeit abträglich.

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