Wednesday, December 29, 2010

Die falschen Kinder

Im Sommer 2011 wird es über 7 Milliarden Menschen auf der Erde geben. Auch Mitteleuropa trägt sein Schärflein dazu bei. Allein in Deutschland wurden im vergangenen 20.000 Kinder mehr geboren als im Vorjahreszeitraum. Das ist ein ordentlicher Satz nach vorn, eingedenk der Tatsache, dass wir 2010 die Folgen einer Wirtschaftskrise zu verkraften hatten.

Die beliebtesten Namen 2010 waren Mia und Leon. Eltern solch benannter Kinder darf man durchaus in der Nähe des Prekariats-Milieus verorten. Es liegt folglich die Vermutung nahe, dass arme Menschen überdurchschnittlich viele Kinder bekommen.

Im Hartz IV Satz sind 15,55 Euro monatlich für Gesundheitsleistungen vorgesehen – Vorsorge inklusive. Nach Angaben der „Süddeutschen“ betragen die Aufwendungen für Empfängnisverhütung monatlich bis zu 16 Euro. Für Leistungsbezieher ist es de facto nicht vorgesehen, dass sie verhüten. Nach Angaben der Beratungsorganisation „Pro Familia“ ist die Zahl der regelmäßig verhütenden Hartz-IV-Empfängerinnen seit 2005 von 67 Prozent auf 30 Prozent gesunken.

Arme Menschen können sich Verhütung nicht leisten und bekommen mehr Kinder. Es ist evident, dass in Deutschlands Schulsystem sozial benachteiligte Kinder schlechtere Chancen haben als besser gestellte. Die Kinder bleiben also arm und somit im gleichen System gefangen wie ihre Eltern.
Unser Außenminister Westerwelle fasste diese Beobachtung vor Jahren mit dem griffigen Satz: „In Deutschland bekommen die Falschen die Kinder“ zusammen.

Brandenburgs Sozialminister Günter Baaske forderte am 23. Dezember, Verhütungsmittel für Bezieherinnen von Sozialleistungen kostenfrei zu stellen. Er begründet dies unter anderem damit, dass ein Schwangerschaftsabbruch das Gesundheitssystem mit bis zu 500 Euro belastet. Nach Angaben von „Pro Familia“ liegen die Kosten mit 360 Euro bis 460 Euro.

Wenn eine Frau im Durchschnitt alle zweieinhalb Jahre schwanger wird und abtreiben lässt – in Osteuropa immer noch die gängigste Methode der Familienplanung – stehen die Sozialsysteme besser da, als wenn man den Frauen die Pille zahlt. Wenn man einkalkuliert, dass es nach mehreren Abbrüchen zu Unfruchtbarkeit der Frauen kommen kann, erhöhen sich die positiven Effekte für die Sozialsysteme sogar noch. Als übelmeinender Mensch könnte man von einer impliziten Zwangssterilisation von Prekariatsangehörigen oder gar Asozialen sprechen. Das kann aber so keiner gewollt haben! Gegeben haben soll es das hingegen schon früher einmal.

Monday, December 27, 2010

Schon besser:

Ich habe Angst vor angezogenen Frauen

Wer einen gesunden Hang zu paranoiden Anwandlungen hegt, hat über die Jahre so einiges probiert, um sich gegen seine Umwelt abzuschotten. Sonnenbrillen, Mimikri und Kaugummi. MP3-Player funktionieren auch, sind aber in einigen Situationen nicht gerade die erste Wahl. Früher oder später ist man(n) dazu gezwungen sich seiner Wrigleys/Oakley-Rüstung zu entledigen um sich dem Grauen zwischenmenschlicher Interaktion auszusetzen. Immerhin, mir bleiben noch Sarkasmus und Redetalent . Wie die anderen das durchstehen – ich habe keine Ahnung.

Frauen hingegen ward ein besonderes Talent gegeben. Ihnen gelingt es vermittels Kleidung ihrer Stimmungs- und Gefühlslage, ihrem Charakter und ihrer Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen. Zumindest behaupten sie das. Ich kann das weder nachprüfen, noch nachvollziehen. Kein Mann kann das! Uns fehlt das Talent dafür (Männer die ein Gespür für solche Dinge haben sind Pimmelfrauen, Schokostecher oder Tom Ford). Das einzige, was ich durch Kleidung auszudrücken vermag ist, welches Wetter wir haben.




Man(n) sitzt also da, soll nett und interessiert wirken und dabei auch noch ehrlich sein - schutzlos dem gegenüber ausgeliefert. Frauen haben es da einfacher: Sie bleiben angezogen. In ihrem Kostüm, hinter ihrer Maske, in ihrer Stoffburg. Niemand käme auf den Gedanken, von Frauen zu verlangen, sich ihres Outfits zu entledigen. Nun gut, es gibt da diese vielzitierte Taktik, nach der man sich in „nervösen“ Situationen sein Gegenüber in Unterwäsche oder gar nackt vorstellen soll. Das funktioniert bei Bewerbungspanels mit Endvierzigern in fleckigen Schiesser-Feinripp-Unterhosen, nicht aber bei Frauen (...unterhalb einer gewissen Alters- und Gewichtsgrenze). Ganz im Gegenteil! Man(n) hat einfach nicht genug Blut für beide Enden des Körpers.

In a nutshell: Während wir also einen bitterbösen Seelenstriptease hinlegen, bleiben Frauen uneinnehmbare Festungen. Naja, wenn man sie dann mal bis zur Unterwäsche hat, geht der Rest aber ganz schnell.

Freiheit (naja, eigentlich auch irgendwie "frei II")

Ich bin frei. Ich lebe in einer Phase der absoluten Freiheit von emotionaler Abhängigkeit. Es gibt niemanden, an den ich mich gebunden fühle, nichts, dass mich emotional aus der Bahn werfen könnte. Ich kann mir selbst der Nähste sein.

Es gibt natürlich Menschen, die mir etwas bedeuten. Aber ich stehe im Mittelpunkt.
Was bringt mir das?
Eine gesunde Einstellung, wie ich finde.

...und ja, ich meine: „Der Nähste“

Religionsinduzierte Behinderung

Ich gehe an Weihnachten nicht in die Kirche zum Krippenspiel. Dann lieber doch zu Ostern, wenn die sich da ans Kreuz Nageln lassen.

Sunday, December 26, 2010

„Gentrifizierung“ oder „Der Anzug“

Einige Tage vor meinem Todestag ging ich durch ein mir wohlbekanntes Viertel in einer mir wohlbekannten Stadt. Ein Quartier, das noch vor zehn Jahren von realitätsfremden Linken bewohnt wurde. Heute wählen ebendiese konservativ und schicken ihre Kinder auf Privatschulen.

Es war für diese Jahreszeit ungewöhnlich schönes Wetter, ich war guter Laune.

Ich trug einen Maßanzug, eine Seidenkrawatte und frisch polierte Schuhe. Schwarz, denn es war bereits abends. Ich kam an einem Fahrradladen vorbei und musste diesen unwillkürlich betreten. Noch in der Tür dachte ich mir, wie bescheuert es sei, in Anzug, Langbinder und smart shoes einen Bikeshop zu betreten. Mir gefiel der Gedanke, dass das wohl eher selten vorkommt.
Vor dem Verkaufstresen - gegenüber dem Verkäufer - stand ein mittvierziger Mann. Er trug einen schwarzen Zweiteiler und polierte Schuhe.
Ich lachte in mich hinein.
Das also ist Gentrifizierung.

Friday, December 24, 2010

Leben (2)

When I look at my hands I can see, okay my hands of course. But I can see bones, veins, skin as well. I can see nerves, blood, cells. Mitochondria and DNA. It is amazing, like a 3-D X-Ray of my body. The knowledge I have about biology and the poor knowledge I have about medicine enables me to see so.
In a nutshell: My body is not more than a 67 Kilogram-machine – not more.

So, I am convinced that life as such is worthless.

What is life anyway?

Life is something that reproduces itself faster than the environment can destroy it, and that is able to adapt to a change in environmental conditions.

There is no need for a spark or something from "god". There is no need for carbon-based molecules or phosphorus. A computer-virus can be life.
In my opinion, the most interesting characteristic about DNA and RNA is that these large molecules can keep up their structural integrity in a toxic environment and even duplicate themselves.

What we usually take for “life”: the mighty moose, the mighty mouse or maybe the mighty, mighty maple tree depends on several conditions like water, oxygen or sunlight and a temperature around 20° Celsius. All these factors limit the “life”-space. But there are, even here on planet earth ecological niches with autotrophic life forms. I am talking about bacteria living in Black smokers. Life forms who gain their energy from processing sulfur. When there are, even here on earth - with all these dominating organisms – niches for other kinds of life, why shall there not be other kinds of life far out there?

I like that idea. Earth is no unique place, the only planet with “life” on it. No, even when we one day blow up this big rock, there is still life left in universe.

Even under the presumption that earth was the only place where all factors came together to create life in the first place – the universe is long since infected with life.
Years ago, there were parts from the surveyor space-probe brought back to earth, on its surface there were bacteria. Back after two years in space they were still alive and began reproducing! The Voyager spacecrafts are the HPV of space.

Life is just a chemical process and nothing special or unique. Life has no meaning.

Thursday, December 9, 2010

Gute Presse

Idiot springt mit Federn über Autos.
Idiot verreißt es, landet im Koma.
„Öffentlichkeit“ diskutiert: Soll Sendung abgeschafft werden? Hat es der Moderator noch drauf?
Idiot erwacht aus Koma – wird wohl gelähmt bleiben.

Halbes Jahr später:
Idiot in doch nicht abgesetzter Sendung.
Betroffene Miene des Moderators. Drei Minuten Standing Ovations des desinteressierten Pöbels/Publikums
Idiot stellt seine Stiftung vor
Sendung gerettet, Moderator gerettet, Idiot darf nochmal ins Fernsehen
Heile Welt

Wednesday, December 8, 2010

frei

Freiheit ist etwas Blödes. Schon das Wort ist blöd, es funktioniert nur über Kontradiktion. Ein Freies Land ist frei von Besatzung, ein Freies Volk frei von Unterdrückung, ein Freier Wille frei von Zwang. Wer satt ist, ist frei von Hunger. Und wer glücklich ist, ist frei von Leid.
Frei ist ohne. Wer die Beherrschung über sich verliert, fällt einer Ohnmacht anheim.

Wie soll man für etwas kämpfen, etwas verteidigen unf bewahren, was Nichts ist. Nichts, die Abwesenheit von Schlimmem.
Wie soll jemand etwas bewahren und verteidigen, das nur über das Gegen-Teil existiert. Wer soll für Freiheit kämpfen, der nie Unfreiheit erlebt hat?