Friday, June 27, 2008

Pitch

(PR-Sprech für Präsentation vor dem Kunden)

Nach drei stressigen Wochen mit selten mehr als 6 Stunden Schlaf bekamen wir unsere Kampagne vorfristig (einen halben Tag vor der Deadline) fertig. Die vergangenen Tage waren geprägt von beinahe täglichen Treffen, Skypekonferenzen und 18-Stunden-Schichten vorm PhotoShop. Bis Mittwoch sollten zumindest die Plakate fertig sein, damit wir Beispielexemplare für den Pitch drucken konnten. Parallel dazu mussten auch noch die Powerpoint-Präsentation gebastelt und die Videos geschnitten (Adobe Premiere Pro) werden. Vor nicht allzu langer Zeit hätte es dazu chemischer Unterstützung bedurft, diesmal reichten mir Espresso, Cola sowie Zucker in seinen leckersten Erscheinungsformen. Wir alle mussten den Zusammenbruch bis Freitag Mittag hinauszögern, das war unsere Hauptaufgabe.
Die Filme waren geschnitten, die Präsentation fertig, die Plakate gedruckt, als wir uns am Abend vor der Präsentation trafen. Wir spielten unseren Pitch zwei mal durch – komplett. Tine machte die Begrüßung und die sachlich fundierte Einleitung, dann kam ich. Im Anschluss wechselten wir uns dergestalt ab, dass niemand bis zum Stimmverlust sprechen musste. Währenddessen zog ich mir noch das neuste Office rüber, damit auf beiden Rechnern das gleiche System läuft, dazu noch die Präsentation samt Filmen. Unsere Präse lief auf beiden Notebooks einwandfrei, beide ließen sich mit der gleichen Fernbedienung ansteuern. Wir hatten auf jeden Fall ein Backup. Da ich etwas zu spät zu unserem letzten Treffen erschien, hatten meine Mädels schon das Wichtigste geklärt – die Kleidungsfrage. Man zwang mir dunkle Beinkleider, ein weises Hemd (lang) auf. Schöner Mist – die Läden hatten schon geschlossen. Während der minderwertige, weil doppelt-X-Chromosom-behinderte Teil unserer Gruppe jetzt schon frei hatte, durfte ich am nächsten Morgen also noch ein Hemd besorgen, und die Karten ausdrucken lassen.
Sechs Stunden Schlaf. Aufstehen, duschen, Klamottenkauf. (Dazu hab ich bei MySpace schon nen Text, da zwetschge ich das mit rein, und poste es hier zu einem späteren Zeitpunkt). Ich sag nur: ich war im Karstadt, bei Zara und 3 H&Ms. Naja, fix die Karten... Telefon ... „Herr Angermann, ... Wir haben ihre EC-Karte gefunden...“ Yeah! ...fix die Postkarten drucken lassen und wieder heim. Kaffee, duschen, Kaffee. Alles einpacken. „Soll ich Boxen mitnehmen? Hmm. Zur Not fahr ich nochmal heim.“
Deutsche Pünktlichkeit zelebrierend, waren wir eine Stunde vor Beginn da. Während das konkurierende Gesocks der PR-Studenten, das nicht mal so viel Wert ist, wie das Schwarze unter den Fingernägeln, geschlossen vor dem LVZ-Gebäude wartete, bauten wir bereits auf. Der Raum war mies, viel zu hell und keine Soundanlage. Dank unserer perfekten Vorbereitung, hatten wir selbst dafür eine Lösung. Tine hatte Boxen + Bass mitgebracht (damit waren wir die einzige von 6 Gruppen). In unserer Generösität gestatteten wir den gegenerischen Gruppen die Nutzung unserer Anlage. Auf einem kleinen Tisch standen 4 Notebooks, zwei davon gehörten uns. Beide Rechner liefen, beide Präsentationen liefen, der Beamer funktionierte in beiden Fällen, wir waren vorbereitet. Während meine Co-Referentin sich mittels Kopfhörern und Musik (Schubert – Klaviersonaten) zu beruhigen versuchte, aß ich ein Stück Kuchen, trank einen Sekretärinnen-Kaffee und lästerte über meine Kommilitonen. Von 6 Gruppen trugen 5 uniform: weise Hemden, dunkle Hosen. Kreative Branche eben. Eine Gruppe trug hingegen grüne Oberteile mit hässlichen Buttons, man sah ihnen an, dass alle(!) den Vormittag beim Friseur zugebracht hatten. Nur 2 oder 3 Uniformabweichler gab es. Rastas, und Fette. Pack! Noch lief ich nicht angezogen rum – das weise Hemd war mir peinlich. Ich zog mich auf dem Klo um. „Oh Jo! Du siehst ja richtig gut aus!“
13.00. Ich hatte im Vorfeld dafür gesorgt, dass wir trotz Losverfahrens als erste Gruppe starten konnten. Begrüßung. Ich war inzwischen beim Mineralwasser (still) angelangt und die Ruhe selbst. Es begann. Tine legte los. Bäääm! Mein Einsatz. Jetzt war ich in Hochform. Fast 5 Wochen bloßer Stress nur für diesen Moment. Ich hätte selbst Helmut Schmidt in Grund und Boden reden können. Unsere Wechsel klappten perfekt. Immer wenn Tine sprach, trank ich nen Schluck und umgekehrt. Die Präsentation lief. Unsere Videos ließen unsere Konkurenten im gleichen Maße grinsen (zu aufgeregt für Lacher) wie erschaudern. Selbst Professor Bentele schien überzeugt von unserer Leistung. 29: 47. Ende. Fast auf die Sekunde. Bäääääm!
Die nachfolgende Gruppe bekam erst nach 5 Minuten ihre Präsentation zum laufen – man konnte zusehen, wie sie nervöser wurden. Ich hatte meinen Spaß und verlustierte mich währenddessen am Kuchenbuffet. Sie hatten ihre Präsentation nicht vorher geprobt – das merkte man. Spontane Einfälle wurden ebenso spontan eingearbeitet. „Man könnte unseren Claim in die Wiesen der Leipziger Parks mähen!“ Oh oh. Oder „Man könnte Aufkleber drucken lassen, und diese auf Schulklos...“ ...ganz großes Kino – normalerweise sollte ich es doch sein, der sich mit sowas um Kopf und Kragen redet. So inkonsistent wie ihre Darbietung war auch ihre Kampagne, 6 verschiedene Motive, ohne irgendeinen Bezug zueinander und dann noch schlampig bearbeitet. Eines war ganz in Ordnung. Als sie fertig waren dachte ich, die würden gleich mit Tränen raus laufen. Sie entschuldigten sich für die Pannen mit „Das wird nicht wieder vorkommen.“ und während ich noch überlegte, ob ich meine spontane Antwort unterdrücken solle, platzte es aus Tine heraus: „Das glaub ich aber auch!“ Der Hammer!
Die nachfolgenden Gruppen waren nicht wirklich besser. Wieder inkonsequente Umsetzung. Wir hatten eine komplette, fertige Kampagne, die man am nächsten Tag hätte in den Druck gehen können. Die anderen nur halbgare unüberlegte „Ergebnisse“. Mittagspause. Kuchen. Kaffee. Die Jury beriet sich während wir uns über die anderen Gruppen das Maul zerissen. Pause vorbei.
Ergebnisverkündung der LTM-Kampagnen. JETZT wurde ich langsam nervös. „Es waren alle Gruppen gut, blablabla. Kein dritter Platz, blablabla.“ „Wir haben uns für die Kampagne der Agentur PeRLE entschieden.“ Yeah! Yeah! YEAAAAAHHHHH! Krasser Endorphinflash. Wir lagen uns in den Armen. Während wir draußen Visitenkarten und Verträge vorgelegt bekamen, legten die Gruppen mit der LVZ-Kampagne los. Es hieß, unsere Kampagne wäre die professionellste von allen gewesen. Perfekter Vortrag. Hervorragende Ausarbeitung. Seriöses (mit mir!!!) Auftreten. Bentele meinte, die anderen Gruppen hätte er sich nur aus Anstand angesehen. Krass. Wir waren verdammt gut. „Wir hatten schon große PR-Agenturen, die weniger professionell waren als sie.“ Einfach nur der Wahnsinn.
Immer noch voll auf Hormonen schauten wir uns die LVZ-Kampagnen an, wir Schlingel kommentierten das ganze stetig auf unseren Notizblöcken und schoben die Zettel hin und her. EINE der Kampagnen war von der Präsentation fast mit unserer zu vergleichen. Aber sie hatten miserable Plakatmotive - außerdem möchte kein Auftraggeber in der obligatorischen Straßenumfrage hören, dass niemand sein Produkt kennt, oder dieses mies ist. Böser Fehler!
Kuchen und Kaffee, die Studenten hatten das Wasser bereits geplündert. Cola und Limonaden standen noch in der Sonne. Unser LVZ-Favorit machte dann auch das Rennen (natürlich hätten sie gegen uns nicht den Hauch einer Chance gehabt). Wir bauten unsere Technik ab. Das geplante Bier war nicht mehr drin. Wir waren einfach fertig. Zu Hause sandte ich meiner Anwältin noch rasch unseren Vertrag. Nur für den Fall, dass man uns über den Tisch ziehen würde.

Das Gartenmotiv war einer der Jury-Favoriten


Mein persönlicher Liebling


Wird Anfang Juli bereits plakatiert


Dazu mussten wir in der Unibibliothek zwei Regale komplett leer räumen


Dieses Plakat besteht aus 12 Einzelbildern

Monday, June 23, 2008

Ich pass´ mal auf die Möbel auf...

Vor 18 Jahren, als die Neustadt noch ein Szeneviertel der Punks, Studenten und brotlosen Künstler war, begründete man unter einem „Monarchen ohne Geschäftsbereich“ zur Verhohnepiepelung der vergehenden und im entstehen begriffenen Systeme die „Bunte Republik Neustadt“. Dieser Akt des Widerstands fand seinen Gipfel in einem dreitägigen Straßenfest. Gute Traditionen haben Bestand – und so wird die BRN in diesem Jahr volljährig.


Synchronschwimmen

Um Acht werde ich geweckt, ganz lieb – ohne Kind. Ich brauche eine halbe Stunde für einen Toast mit Frischkäse und Kaffee. Mit sauberen Laufklamotten ging es an die Elbe. „Na komm, eine Brücke schaffen wir noch.“ „Los komm die nächste auch noch.“ Schließlich wollte ich das Trainingspensum auf einem angemessenen Niveau halten. Kaum zurück blieb mir eben noch Zeit, das T-Shirt zu wechseln und einen Schluck Wasser meine ausgedörrte Kehle hinunterrinnen zu lassen. Jetzt musste ich, trotz energischsten Widerspruchs meinerseits, mit ins Fitnessstudio zum „body-pump“. Schon der Name ließ mich erschaudern. Ich sah übergewichtige Mitvierzigerinnen in Neonleggins und Speckringen vor meinem inneren Auge. Eingehüllt in eine Duftwolke aus Schweiß und Schweinebraten. Nordic-Walking vorm Spiegel. „Neiiiiin! Ich will nicht!“ All mein Zetern nützte nichts. Dort gab es Kinderbetreuung und eine (O-Ton) „knackige, blonde Trainerin“. Die Kinderbetreuung stelle sich als geparkter Vater heraus, den ich keinesfalls beneidete. Die „knackige, blonde Trainerin“. hatte die 30 bereits überschritten. Na gut, zeig mir was – bitch! Zum Glück waren es keine 50-jährigen Omas in Bluse und Aldi-Sportschuhen, sondern junge Mütter mit Babyspeck und – auch ein Mann. Puhhh, Glück gehabt. Was ich für ein lasches Schonprogramm für fette Frauen gehalten hatte, stellte sich als zeiteffektives Training bei schlechter Musik heraus. Wirklich gut. ABER! Wenn eine weibliche Trainerin verlangt: „Und jetzt die Gewichte wie Einkaufstaschen tragen!“ sollte man es tunlichst unterlassen, zu entgegnen: „Wie jetzt?! Einkaufstaschen tragen?! Wie soll das denn gehen, das machen für mich immer die Frauen.“ Oder es könnte passieren, dass eine blonde Trainerin ruft: „Ahh, Hanni, nimm du mal besser die schweren Scheiben!“ Nach einer Weile war ich dann mehr mit Schwitzen denn mit Schwätzen beschäftigt. Tapfer hielt ich durch. „Ganz schön warm hier.“ Meine Grenzen bekam ich erst beim Dehnen (Frauensport) aufgezeigt. Ich habe die komplizierten Verknotungen und Figuren einfach nicht auf die Reihe gekriegt – ich trug zur Erheiterung aller bei. Mein loses Mundwerk wurde mit Muskelkater bis Dienstag abgestraft.


Mit dem Strom treiben

Wir trafen am Samstag einen alten „Freund“ auf der BRN. Man muss ihm seinen Mut hoch anrechnen. Ich dachte, man würde ihm die Beine brechen, ließe er sich in Dresden blicken. Bei MK-Ultra gab es Druffis und Speedcore. Letzterer war cool, ersterer lustig anzuschauen, wie er total draufnjau 10cm vorm Boxentower rumwankte. Auf dem Weg von Kunststoff-BreakCore zu Drum´and`Bass und Bierbong blieben wir in einem Haufen Menschen stecken. Normalerweise bin ich der Arsch, welcher quetscht, schiebt und drängelt – um rasch diesem Körperkontaktknäuel zu entrinnen. In dem Haufen war es selbst mir zu gefährlich. Nur einer muss stürzen, schon gibt es ´ne Massenpanik. Uncool. Die nachrückenden Idioten sahen das anders und drängten beharrlich weiter, was meinem Vordermann anscheinend missfiel. Dieser offenbar Dresden-Fremde schob seine genauso hohe wie breite Freundin vor sich her, wandte sich zu mir um und gab mir zu verstehen, dass „mein“ Gedrängel für mich schmerzhaft enden könnte. Was sollte ich tun? Man schob mich weiter, er drehte sich wütend um. Schieb, schieb, schieb. „Ey, jetzt reichts!“, er holt aus, ich dreh mich weg, vom Alkohol benebelt erwischt er nur meine Schulter. Ich trat ihm in sein Knöchelgelenk. Zu diesem Zeitpunkt gerade dem Menschenauflauf entronnen, sahen wir zu, dass wir möglichst schnell aus dem Blickfeld des nun humpelnden Penners verschwanden. Drum´n´Bass war gut, aber zu leise. Ich ließ mich nach Hause fahren und aß ein kaltes Stück Pizza im Liegen.


Babos

Dresden – Eine Gruppe Heranwachsender wurde vom Babos-Hinterhof vertrieben, nachdem einer von ihnen 6 Flaschen Orangennektar (1,5l, 30% Fruchtsaftgehalt) entwendet hatte. Der Besitzer des Babos drohte den anscheinend alkoholisierten Personen dabei mit Polizeigewalt. Wie ein Augenzeuge berichtete, waren zwei der Übeltäter gerade dabei mit einem kurz zuvor erworbenen Glasgerät illegale Betäubungsmittel zu konsumieren. Dieses Rauchgerät hatten sie bereits mit Wasser befüllt im lokalen THC erworben, wo man ihnen riet um die Ecke zu gehen. Offenbar standen die Täter bereits unter Einfluss von Crystal, was dem Zeugen einen kostenlosen Kasten Bier verschaffte, ihm jedoch ungemein auf die Nerven ging. Nachdem die Verdächtigen mit ihren illegalen Besitztümern durch diverse Polizeisperren geschlichen waren, verabschiedete sich der unbeteiligte Beobachter in Richtung U-Boot. Aus mehreren Quellen war zu erfahren, dass Fiasko dort vor nur vier Leuten auflegte. Sämtliche Zeugen berichteten jedoch von einer guten Party mit viel Platz zum abgehen. Taxifahrer sind während der BRN ziemlich gestresst.




Zwischenspiel

Samstag war Familientag. Punkt zwölf bei den Großeltern auf der Matte stehen. Am Bahnhof verkaufte man mir einen halben Becher braunes Wasser aus der Thermoskanne mit doppelt Sahne als Milchkaffee. Ich habe das Gefühl, da eingebüßt zu haben. Zum Mittag gab es Schnitzel, Möhren und Salzkartoffeln. Dazu Kompott. Klassisch. Ich zeigte meinen Großeltern unsere Präsentation. „Das ist also so ein Laptop? Ist ja toll!“ Auch von der Kampagne schienen sie ungeheuer beeindruckt. Nach dem Mittagessen machte ich mich auf dem Weg zum Altenheim. Das erstaunen über ein Notebook war noch wesentlich größer. Von nun an war mein präzise geplanter Terminplan obsolet, denn mein Vater lief lieber in Moritzburg einen Triathlon, statt mir Kuchen zu offerieren. Ich wollte mich mit einem alten Schulfreund treffen, doch hatte ich offenbar eine alte Nummer. So spazierte ich mit dem ganzen Computerkram über die BRN bis ich meine Freunde traf. Mir stand der Sinn nach Kuchen. Wir landeten schließlich beim definitiv schlechtesten Bäcker. Zu einem kalten Espresso (Tasse nich vorgewärmt) reichte man mir Sahne! Ganz schön dreist. Erst zu Hause gelang es, mich mittels hausgemachter Pizza zu beruhigen. Sonntag-Nachmittag war das Wetter zwar schlechter, doch fand ich die Stimmung der BRN nun am freundlichsten. Die beste Zeit für „Staatsbürger“ ist ohnehin der Sonntagabend. Man ist zwar gerädert, aber alles ist entspannt. So trafen wir in der Tankstelle einen Polizisten, der zwei Sixpacks Bier unterm Arm hatte. Ich fragte ihn, ob das sein Feierabendbier sei. „Nein, das ist für heut Nacht, wenn ´s vorbei ist.“ Überhaupt waren die bewaffneten Organe ungemein freundlich und traten keineswegs provokant in Erscheinung. Als wir an der Ecke Görlitzer Straße/ Bischofsweg mit einer leeren PET-Flasche Fußball spielten, bat man uns freundlich, doch bitte 10 Meter weiter zugehen: „Sie behindern hier den Verkehr, ich bitte sie!“. Der beste von allen war jedoch der kleine Metro-Polizist am Freitag. Er musste seine Ohrstecker mit Pflastern abkleben. Wie damals im Sportunterricht.

Sunday, June 22, 2008

Die kürzeste Nacht des Jahres

21:31 bis 4:54



In the morning: sitting on the balcony. Sun is shining – it´s pretty hot, smells like Summer. We´re having fresh strawberries from the garden with cream for breakfast. Tastes like summer. Red and white. Drinking prosecco. Never thought, that I ever had a meal like this. Looking through dark-green leaves. Some birds are sitting on the trees in the backyard. Only wearing a bathrobe, a blonde head leaning on my shoulder. This must be paradise: “Verweile doch, du bist so schön” Goethe used to describe.

Saturday, June 21, 2008

PR - ostitution

About the 1st photo-shoot for our campaign

With some girls, I take part in a PR-class called "Out-of-home-media". I was looking for a group with the prettiest girl in the class, and got into it.
Our goal was to set up an image-campaign for the city of Leipzig. "Zum Studium? - Natürlich nach Leipzig!" so they told us in our briefing. We´re working like a real PR-company, except we don´t get any payment. Since 4 weeks we´re working our asses of. I didn´t sleep more then 6 hours the last days.
Two weeks ago, we had a photo shooting. We met at one of the girls. First we prepared a scene down in the garden, with "Feinripp"-Underwear, tennis-socks, all this tiny details. A student in front of a tent. This guy, a PR-student too and an amateur-actor as far as I know was incredible. Great! Gorgeous! He can act with his face like Rowan Atkinson. Roman was so incredible, we shot some sequences for our movie, with him as celebrity. There were two punks on their balcony, seemed they started drinking at 9.00. They yelled and laughed. Boozed bastards, they threw a massive log down to us from the 3rd floor. All this took us two hours.The girls prepared some buns, sandwiches and cake. We had some coffee, taking a little break while Mima was preparing her room for the next scene. The battle in front of the book-shelf. We thought, it would be the easiest shot. Just a bunch of students, and a book. God-damn, it took us over two hours. Imagine eight persons lying on a floor, lying on each other. And now imagine one of them, smiling, giggling. My first job as model, I get some make-up (due to the light), even on my arms. We had some more girls and a singer from a local metal-band for this shot. Franzis boyfriend, keen on photographing, have had quite a tough job: "Du hast gelächelt!", "Du grinst doch schon wieder!" "Schau doch mal böse" - poor guy. Lots of fun. Time for some coffee and a beer, I thought. Later we had to carry a couch from the 4th floor down to our “party-cellar”-scene. Roman and myself got some fancy dress. He was the nerd, I was kind of a greasy guy. They gave me an original 1975 Adidas tennis-sweater, some really cool goggles and a faked mustache and. I looked gorgeous! Think, I discovered my second nature. First shot with Mima. Damn, was she hot! Perfect blonde! In my opinion the best picture – even more fun than before.
Didn´t want to get undressed. I felt great as a greasy macho.
In the evening, right after the last shoot, we had a barbecue. Steaks, Bratwurst, Tofu-sausages, vegan salads. Some Beer, wine and only 1 (!!!) bottle of water. Maybe I had too much beer. Maybe all of us. Nice talking. It all ended up in paying homage to Aphex Twin.

Thursday, June 19, 2008

Kindergeburtstag

Solang man unter Strom steht, braucht man keinen Schlaf

Um den ersten Juni herum wollte ich nach Dresden fahren. Offiziell um meinen neuen Rechner vor Ort im Computerladen abzuholen, inoffiziel sollten Cativo und Hedj am Samstag auflegen. Als Opfer des elektronischen Bankverkehrs ließ ich zuvor meine Karte im Überweisungsautomaten stecken, so dass diese in den nächsten 2 Wochen eine längere Reise unternehmen würde, als ich in den nächsten Jahren. Doof nur, dass mir dies erst 20 Minuten vor der Abfahrt auffiel. Ich bekam also zuerst schlechte Laune, danach Geld von meiner Mitbewohnerin, und als nächstes auf dem Einwohnermeldeamt die Auskunft, dass ich in Leipzig abgemeldet sei. (Ich brauchte mal wieder einen Ausweis, um an meine Karte zu gelangen). Ich sagte meiner Mitfahrgelegenheit ab, wechselte diverse T-Shirts und rief in Dresden an, dass ich mein Würstchen wohl etwas später auf den Grill legen würde. Gerade war ich dabei, eine Sicherstellung meiner Liquidität mittels Bargeld zu erreichen, als mein Großvater anrief, um mir mitzuteilen, dass seine de facto Schwiegermutter das Zeitliche gesegnet hat. Fuck. Für sie war es ne Erlösung, aber das hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht. All dies geschah binnen zweier Stunden. Noch eine Krebsdiagnose und eine Scheidung, und ich hätte wirklich ALLES mitgemacht an diesem Tag.
Irgendwie schaffte ich es mit einer neuen Mitfahrgelegenheit nach Dresden, wo wir uns unterhalb des Waldschlösschens zum gemeinsamen Fleischverzehr trafen. Man, war das ein herrlicher Abend. Die Luft hatte die perfekte Temperatur, es roch nach Sommer, abgesehen vom JazzKahn, der gelegentlich vorbei paddelte und einigen Grillen war es vollkommen ruhig. Meine schlechte Laune war verflogen. Die größte Unbill, mit der ich zu kämpfen hatte, waren festsitzende Korken preisgünstiger Rotweinflaschen. Alle „stressenden Elemente“ waren noch unterwegs. Es war einfach nur ein wunderschöner Abend. Nachdem wir uns an Würsten und Sternbildern gelabt hatten, begann unvermittelt ein Feuerwerk. Sehr schön. Die perfekte Umgebung für einen Pilztrip, wenn man so will. Wir packten zusammen, gingen heim, um da die „stressenden Elemente“ zu treffen, welche zum einen meine Fleisch-, als auch meine VitaCola-Versorgung hätten sicherstellen sollen, stattdessen trugen sie im Nachbarland zum Zusammenwachsen der EU bei. Schon schlimm, in dem Alter Geld gegen Liebe zu tauschen.
Am nächsten morgen wurde ich, wie schon so oft, mittels brutalster subtiler Gewalt zur sportlichen Betätigung gezwungen. Halb neun begannen wir die Elbe entlang zu laufen – es war schon zu diesem Zeitpunkt ungewöhnlich heiß. Ein amüsanter Anblick, mich Oberkörper frei hinter einem Kinderwagen eingespannt zu sehen. Die Sonne - die gelbe Sau. Nicht nur unsere wichtigste Energiequelle, sondern auch die Zeit saßen mir im Nacken. Ich hatte mal wieder einen Friseurbesuch nötig – bei hübschen Frauen versteht sich. Duschen, Neustadt, Termin ausmachen, Vanille-Milchshake besorgen und lesend im Park sitzen, bis man meiner Haarpracht zu Leibe rücken würde. Wäre ich doch nur 1 Minute zu spät gekommen, hätte ich die hübscheste der 3 Mädels abbekommen, so musste ich leider mit der vitalsten Vorlieb nehmen. Schlimm – man konnte uns im ganzen Laden hören, die Anderen kamen nicht umhin, ständig über unser Geschwätz zu lachen. Man hat versucht mir den Unterschied zwischen Gel und Wachs nahe zu bringen – es blieb bei dem Versuch.
Mit geschätzten 10kg weniger Haaren auf dem Kopf ging es nach Radeberg, wo mich ein Mittagessen erwartete. Mein Vater fuhr mich anschließend nach Dresden zurück, wo ich erst ein paar Babysitter beleidigte um dann bunt bedruckte Papiere gegen einen Haufen Silizium und Kunststoff einzutauschen. Man hatte uns zur Filmpremiere eines Freundes eingeladen, eine Doku über die Waldschlösschenbrücke. "Schloss Albrechtsberg 17.00" hieß es noch Freitagabend. Um fünf an besagtem Ort war nichts. Das ganze fand dann 4 Stunden später am Postplatz statt – naja, gleich um die Ecke eben.

Des Abends wollte ich mich mit einem Freund vor Party auf Kaffee und Cheeseburger treffen, da ich aber, wie schon so oft, die Bahn verpasst hatte, musste ich mir ein Taxi von der Straße fangen, was gar nicht so einfach war. Wir fuhren dann auf die E. Am Eingang, ich war gerade am bezahlen, kommt der Türsteher auf mich zu, und meinte, ich sei hier auf der falschen Party. Hmm, dachte ich. Aber er hatte Recht, mein Eingang war rechts daneben, denn heute sollte es ein Open-Air geben. Ich kam mit einer „nicht geringen Menge“ Naschwerk problemlos am Türsteher vorbei, während man meinem Begleiter sein Messer abnahm. Gemein. Angekommen, es war halb 2, dachte ich, wir seien im falschen Film. Kindertag wurde hier falsch interpretiert. Kaum eines der Mädchen schien über 16 zu sein, und die kleinen Jungs mussten sich allerhöchstens ihren Milchbart rasieren. Der reinste Kindergeburtstag! Bevor man hier was abschleppt, muss man sich erstmal den Ausweis zeigen lassen. Naja, ich besorgte uns ein Bier, wobei zwergenhafte 16-jährige mir den Weg zur Bar verstellten. Danach verteilte ich meine Mitbringsel an meine Freunde und wir machten uns auf den Weg zur Tankstelle.
Ihr hättet das Pack auf Party sehen sollen. Emos, die versuchen auf dnb abzugehen – womit hat diese Musik das verdient?! Noch dazu war der Sound mies und die Lichttechnik funktionierte auch nicht, 2 Minuten Flutlicht auf ner dnb-Party?! Cativo war ganz gut, wie zu erwarten, mein Ellenbogen perforierte die Luft, und nach eingen Sekunden war um mich herum Emo-freie-Zone. So richtig gute Stimmung wollte allerdings nicht aufkommen. Man tingelte zwischen Klo, Bar, Auto, Tanke und Floor hin und her. Nach wie vor widme ich meine Aufmerksamkeit der WC-Forschung: „Hey, ist das normal dass ich Blut pisse?!“ fragt mich jemand. Ich blick zur Decke, er blickt zur Decke. „Du solltest vernünftiges Chrissn rotzen, wenn du es schon brauchst. Dann gibts da auch kein Blut, man!“ entgegne ich ihm. Opfer. Ich hatte nur zu viel Bier. Nicht gut. Schon kurz vor 4 wurde es hell, jetzt schämte sich das minderjährige Pack und Hedj setzte sein Set total in den OpenAir-Sand. Ich war schon fast auf dem Heimweg, da begann der dicke Konnie das ganze noch zu retten.Jeff Smart mag nicht der beste DJ sein, aber immerhin weiß er, was seine Leute hören wollen. Baaaam! Ein Kracher nach dem anderen. Auf einmal nur noch bekannte Gesichter auf dem Floor, so soll es sein. Mir war klar, nach der High-Ranking-Platte wäre ich raus. Ha! Dummer Fehler! High Ranking. Hanni sagt Ciao. Kaum raus, legt der Schlingel diesen hammergeilen Mad-World-Remix auf. Verdammt, verdammt, verdammt, verdammt! Ich lauf von der E bis heim zum Waldschlösschen.
Madl ist schon wach. Naja, ich bekam noch 2 Stunden Schlaf, danach ging nichts mehr. Frühstück, Mittag, Bahn verpasst, Matze angerufen, er fährt mich zum Hauptbahnhof und ich schlaf´ im Zug ein. In Leipzig hatte ich gerade noch Zeit zum Duschen, bevor ich zu Mima und den anderen Mädels musste, um unsere Kampagne voranzutreiben. Ich trank bald eine ganze Kanne Kaffee zusammen mit selbstgemachtem Pesto auf Vollkornspaghetti – kranke Kombination. Bis 1.00 saßen wir noch. Zu Hause habe ich es dann nicht mal mehr ins Bett geschafft, ich bin einfach auf der Couch liegen geblieben. Mad World.

Thursday, June 5, 2008

Defeats

In Order of appearence:

THC
Psilos
Alkohol
Teile
Crystal
Pepp
Lysergsäurediethylamid
Mescalin
Koka
Valium
Insidon
MAOInhibitoren

Ascension - Himmelfahrtskommando (3/3)

Tag drei: too much


CUT

Nächster Tag, frühes Erwachen. Man legte mir ein Baby auf den Bauch. Es gibt keine perfidere Art, jemanden zum Aufstehen zu bewegen. Wiederum zwang man zum joggen, und wiederum musste ich einen Kinderwagen den Elberadweg entlang schieben. Nachdem ich den Staub der Straße abgewaschen hatte, ging es in die Neustadt: Katzen- ähh Kinderfutter einkaufen. Im Rossman auf der Alaunstraße trafen wir auf zwei Freunde aus meiner Gymnasialzeit. Zwei der wenigen, welche das Radeberger HGR als Menschen verlassen haben. Sie sind Eltern eines wirklich süßen Kindes. Ich kann mir vorstellen was sie dachten, als sie mich samt Kackbratze vor dem Hipp-Regal sahen.

Bückt sich eine Frau mit Kind auf dem Arm und man meint zur Kassierein: "Na, sie muss ja wieder in Form kommen!" sorgt auf jeden Fall für Aufsehen, wenn nicht gar Erheiterung.

Ich hatte noch einen Termin. Von daher trug ich die Einkäufe zum Auto und stürzte mich in das Gassengewirr der Neustadt.
Vor einer Weile fand ich eine Packung Haargummis. Ich nahm mir vor, meine Haare schneiden zu lassen, wenn diese aufgebraucht ist. "Warum warten?" dachte ich mir, als ich selbige Packung etwas später wieder zu Gesicht bekam.
Nach mehr als zwanzig Jahren reiflicher Überlegung und eingehender Beratung durch Freundinnen und Schwestern hatte ich mich also für einen Coiffeur entschieden, dessen Belegschaft einzig und allein aus hübschen Frauen besteht. Ich begab mich zum (Schleichwerbung) Haaramt, zog eine Nummer, und die hübscheste der Damen rät mir, in einer Stunde erneut zu erscheinen. Ohnehin hatte ich noch einen Besuch der Innenstadt auf dem Plan. Nach genau 60 Minuten, 2 Bahnfahrten, 2 Sportgeschäften und einem T-Shirt-Wechsel (man möchte nicht wie ein Leistungssportler riechen, während eine hübsche Frau einem den Kopf krault) stehe ich wieder vor dieser bildhübschen Frau.
Nur sowas kommt mir an die Kopfhaut. Besagte Verstümmlungskünstlerin (Raina, die mit dem Piercing an der Unterlippe) durfte sich meiner annehmen. Hätte ich angespannt sein müssen, ob der bevorstehenden Veränderung? Dafür, dass ich seit 23 Jahren nur eine Person an meinen Haarspitzen lies, war ich erstaunlich gefasst. Vollends locker war ich jedoch erst nach einer Kopfmassage (ich mochte den Geruch des Shampoos, später habe mich durch ein ganzes Drogerie-Regal geschnüffelt, ich fand nichts dergleichen).Zwanzig Jahre Zeit, und nicht die geringste Ahnung, wonach mir der Sinn stand. Einzig was mir nicht gefiel, wusste ich. "Kürzer..." sagte ich also. Hmm. Sie holte einen, an den Kanten bereits abgegriffenen, Katalog. Nach einem Metro-Haarschnitt und einer Emo-Tolle fanden wir etwas, dass uns beiden zusagte. Schnipp-schnapp. Nichts. Nichts. Nichts.
Mir war es gleich, ich habe mir weder eine Strähne aufgehoben noch betrauert, was ich an Haaren lies. Sie war unheimlich lieb und von Zeit zu Zeit war ich ganz froh, ein Mäntelchen tragen zu müssen ;) Das ganze ging schneller als ich dachte, gegen eine weitere halbe Stunde Lächeln hätte ich nichts einzuwenden gehabt.
Ein total merkwürdiges Gefühl, so ohne Haare. Auch ein komisches Gefühl, wenn einen schon wieder sämtliche Frauen anlächeln. Cool, sich mit der Hand wie in einer Shampoowerbung durch die Haare fahren zu können. Oh, siehe da, ein langes Haar auf dem Hemd.

CUTe

Am Bahnhof hatte ich noch genug Zeit für einen Milchshake und etwas BILD-Hetze. Auf nach Radeberg! Meine Heimatstadt empfing mich am Bahnhof mit einem strengen Uringeruch. Da ich pünktlich war, konnte ich gemütlich durch die Stadt schlendern.
Das sommerliche Wetter des Neustädter Vormittags war einer bewölkten Jacke-tragen-Stimmung gewichen. Ob des neuen Haarschnitts, klappte ich den Kragen hoch. Hier war es bestimmt 10° kälter als in DD.
Jeder, der wusste, dass ich auf eine Homo-Hochzeit gehe, sagte mir: "Laber die Leute da bloß nicht zu!"
Schaumerma.
Das ganze fand familiär bedingt im Schloß Klippenstein statt. 15.00 war Prosecco-Empfang - was für ein verdammtes Klischee. Zum Glück hatten die Leute Durst, und die "Frauen"-Limo war schon gekippt, als ich eintraf. "Hanni! Was ist denn mit deinen Haaren passiert?" bekam ich an diesem Tag ziemlich oft zu hören. Jedesmal antwortete ich: "Hab ne Wette verloren".
Oh, Bräutigam und Bräutigam. Was wünscht man einem Brautpaar zur Hochzeit? Was wünscht man einem schwulen Paar? Ich verzichtete auf vorgefertigte Standardfloskeln und wünschte meinem Onkel und Chrigl (Christian) nur das beste, viele glückliche Jahre, und dass solcherlei Ehen länger halten mögen als "gewöhnliche". Meinem Opa gegenüber meinte ich, dass er nun all seine Söhne unter die Haube gebracht hätte. Das fand er gut. Ich gehörte definitiv zu den worst-dressed-people da. Ist doch Blödsinn! Warum ziehen sich die Homos so schick an, wenn sie es ohnehin nicht auf Frauen abgesehen haben?! Die Normal/Homo-Quote lag bei etwa 1:3. Männer waren dabei naturgemäß in der Überzahl. Einige von denen hätten mir jede Frau ausspannen können, andere sahen richtig tuckig aus. Ich setzte mich an einen "normalen" Tisch, zu meinen Großcousinen (beide leiden an Trisomie 21) ihren Eltern sowie meinen Cousinen (auch nicht ganz auf der Höhe). Dazu noch meine Schwester (ChristenPunk) und ihr Freund (Gothic). Shit! Und das auf ner Schwulenhochzeit, wo Nachwuchs eher unwahrscheinlich ist. Auf einmal verstand ich, warum mein Großvater einst Angst hatte, dass ich nach meinem Onkel schlagen könnte. In seinem großväterlichen Weltbild bin ich die Zukunft der Familie. Die einzige. Meine Schwester zählt nicht, denn seinen Familiennamen wird sie nicht weitergeben.
Der einzige feminine Lichtblick der Veranstaltung war eine der Servierdamen. Vielleicht 19 Jahre alt, very cute. Während des Kaffees stellte das noch kein Problem da, viel Kaffee ist kein Problem. Zumal, Kuchen von Päßlers! Das beste was die Menschheit je hervorzubringen im Stande war.
Im Anschluss an die Kuchenorgie gab es eine Stadtführung. Ich ging stattdessen lieber meine Uroma im Altenheim besuchen. Leider kann ich sie nicht so oft sehen, wie ich das möchte, wie sie es verdient hätte. Bin ich in der Nähe, schaue ich stets bei ihr vorbei. Großartige Frau. Auf dem Rückweg ging ich durchs Hüttertal. Mein altes Revier aus Kindestagen. Ich war zu früh, ebenso wie meine Schwester und ihr Freund Lukas. Lukas sieht "komisch" aus. Meine Verwandtschaft zeigte sich anfangs nicht sonderlich begeistert, ich hingegen kam gut mit ihm aus. Wir konnten meine Schwester auf die gleiche dumme Art zutexten. Zu dritt gingen wir, um uns ein Eis zu besorgen, liefen ein paar Meter und trafen dann auf die übrigen Hochzeitsgäste, welche sich die Stadt zeigen ließen. Wirklich niedlich, diese Schwulenpärchen, die Hand-in-Hand hinter der großen Gruppe herliefen.
Für die Organisation der Feier waren mein Vater und eine Hardcore-Lesbe verantwortlich. Diese Lesbe war wirklich schlimm. Vor ein paar Jahren begennete ich ihr mal beim Brunch, sie hat sich nicht verbessert. Wie ich in Erfahrung bringen konnte, hat sie die Organisation der Feier förmlich an sich gerissen, ihre Freundin wolle sie nicht heiraten, also musste(n) mein(e) Onkel unter ihrem mangelnden Unterhaltungstalent leiden. Die standesamtliche Trauung fand zuvor in der Schweiz statt. Mittels Busshuttle fuhr man sämtliche Schweizer nach Dresden (mit schickem Hotel und jeglichem Komfort), von dort gab es wiederum einen Busshuttle nach Radeberg - hier wurde gefeiert.
Der weibliche Part des Organisations-Duos zeichnete verantwortlich für unendlich öde Spiele, von diesem Standpunkt aus betrachtet, handelte es sich um eine ganz normale Hochzeit. Dazu gehörten die ebenso unvermeidlichen wie peinlichen Gedichte. So etwas darf mir nicht erspart bleiben. Reimschema: aa, bb, cc, dd, ...! Wer hätte das gedacht. Zwei A-4-Seiten. Ohne solch peinlichen Momente wäre die ganze Veranstaltung wohl unerträglich cool abgelaufen.
Nebenbei, ich entdeckte den größten Nachteil einer Schwulenhochzeit. Der gleiche, wie er auch auf Motörhead-Konzerten zu beobachten ist: ausnahmsweise sind die Männertoiletten überfrequentiert.
Ich hatte in der Zwischenzeit den Tisch gewechselt. Nun saß ich bei meinem Onkel (nicht dem Bräutigam) und den Brüdern der "Braut" samt Gattinnen am Tisch. Ich kam nicht umhin, mit diesen ein Radeberger zu trinken. Eine wirklich gesprächige Tischgemeinschaft. Chrigl´s Bruder ist Redakteur beim öffentlich-rechtlichen schweizer Radio. Die armen Schweizer - selbst die kleinste Sprachminorität bekommt einen eigenen Radiosender. Was mein Interesse weckte, war die Tatsache, dass man schweizer Radiosprecher nach Hannover (reinstes Hochdeutsch) schickt, um ihnen den Dialekt abzutrainieren. Es sollte die Schlacht ums Buffet folgen. Wieder war ich froh, dass sich die Spießerquote auf Schwulenhochzeiten im Allgemeinen und bei meiner Familie im Besonderen in Grenzen hält: keiner filmte das Buffet. Mediterane Delikatessen vom feinsten. Das Bellan hat sich wahrlich selbst übertroffen. Noch nie habe ich so ein zartes RoastBeef auf meiner Zunge zergehen lassen.
Dazu wurden Meißner Weine gereicht (blonde Bedienung!). Damit ich meine Tischgenossen nicht über die Maßen mit meinem Redefluss erschrecke, stieg ich alsbald auf Weinschorle um.
Ich kostete mich durch das gesammte Buffet. Großartig!
Der nächste "Spießer"-punkt stand an: mein Vater und der schweizer Radioredakteur hatten die unvermeidliche Powerpointpräsentation zusammengestellt. Da muss man durch. Unglücklicherweise klingelte mein Telefon inmitten dieses Lichtbildvortrages. Man beorderte mich zurück nach Dresden. Ich hatte ohnehin nicht vor bis zum Schluß zu bleiben, zumal die Musikkapelle "Nierentische" ganz und gar nicht nach meinem Geschmack war. Meine Ambitionen mit dem Arsch zur Wand durch angetrunkene Schwule zu schleichen hielten sich ohnehin in Grenzen.
Ich verabschiedete mich von allen, wünschte meinen Onkeln (dem genetischen wie dem verschwägerten) alles Gute und war raus.
Kind of weird.
Es waren wirklich viele Schwule und auch einige Lesben da. Die meisten mit denen ich mich unterhielt, waren ausgesprochen nett, selbst bei meinen dummen Fragen und Aussagen.
Der beste Satz des Abends war meines Erachtens nach: "Bloß weil ich auf Männer stehe, bedeutet das nicht, dass ich hinter jedem von euch Heteros her bin." Nicht unbedingt schmeichelhaft, aber ungemein beruhigend.

nowhere - now here

Ich nahm den Zug nach Dresden. Eigentlich wollten wir gemütlich ein Bier trinken gehen, aber die Madl wollte auf Party, also versackten Matze und ich auf der Couch, um dann nachts halb eins noch ein Schnitzel in die Pfanne zu hauen - yammi.
Max war als erster wach, und Matze musste sich um ihn kümmern. Damit er rauchen gehen konnte, wurde ich geweckt: "...hier, pass ma aufn Max auf, ich geh fix eine rauchen." Toll. Wieder wach... Egal. Das Kind wollte raus, also warfen wir es in den Kinderwagen und schoben diesen gen Burgerking. Der Bursche soll schließlich bei Zeiten lernen, was ein richtiges Männerfrühstück ausmacht (BigKingMenü mit Salat, Caffé Latte und nem großen Vanillemilchshake). Dergestalt gesättigt ging es wieder zurück, nun war das Kind hungrig, die Madl auch, also gab es ein zweites Frühstück.
Keine zwei Stunden später dann Mittagessen. Bevor ich endgültig zum Mastvieh verkäme, und da ich am Montag ein Referat halten sollte, begab ich mich zum Hauptbahnhof, holte mir erneut einen Milchshake und stieg in den Zug nach Leipzig.

Daisies



Having a very hot June.
The burnt grass - yellow.
No blossoms.
No flowers.
Desert.
There was a thunderstorm last night.
Rain was falling.
Now - the grass is green.
Having some daisies in our front garden.
Life
A never-ending story.

Wednesday, June 4, 2008

Erfahrung der Langsamkeit

There´s two bulls standing on top of a mountain.
The younger one says to the older one:
"Hey pop, let´s say we run down there and fuck one of them cows."
The older one says:
"No son, let´s walk down and fuck´em all."

colors

Monday, June 2, 2008

Rendundanz

Hier nochmal ein Text von weiter unten, wie ich ihn für ein Seminar aufbereitet habe. Dieser bunch of tree-hugging-hippie-faggots hat irgendwelchen Blödsinn à la "Der und der hat das und das..." geschrieben. Die laufen lieber weinend davon.

In unserer Gesellschaft begegnet man dem Thema Gewalt in der Regel nur vermittelt durch Medien. Eigene Gewalterfahrungen sind zum Glück rar geworden.
Den jüngsten Eindruck, dessen was Gewalt bedeuten könnte, erfuhr ich während der Osterfeiertage.
An jenem Samstag Abend war ich mit einem Freund unterwegs. Da wir unsere Straßenbahn verpasst hatten, warteten wir an der Haltestelle auf die nächste.
Während des Wartens kam ein Mitzwanziger auf uns zu. Schon an seinem Gang ließ sich erahnen, dieser Zeitgenosse widmete seinen Abend dem Konsum mittelamerikanischer Drogen. Unter all den Wartenden wählte er ausgerechnet uns, um mit berliner Zungenschlag wohlformuliert zu fragen: "Wo hier Party?"
Als ich ihm daraufhin lächelnd antwortete, uns hätte man im Kindergarten beigebracht doch im ganzen Satz zu sprechen, muss er dies als Provokation aufgefasst haben. Denn plötzlich fing dieser ortsfremde Partygänger an mit seinen Armen rumzufuchteln und mich anzuschreien. Er war der Ansicht, ich würde mich über ihn lustig machen. Seine rauschverzerrte Mimik, sein wildes Gestikulieren, der Umstand, dass wir an einer stark befahrenen Straße standen und unser Gegenüber noch dazu eine Bierflasche in der Hand hielt, verursachte in mir ein diffuses Gefühl der Bedrohung.
Er war ganz offensichtlich bereit, die Flasche als Waffe einzusetzen. Damit weder mir noch ihm etwas passiert, trat ich ihm diese, als er den Arm kurz sinken ließ, aus der Hand. Dies brachte ihn noch weiter in Rage.
Die Umstehenden zeigten sich von diesen Vorgängen nur am Rande betroffen, abgesehen von einigen verstohlenen Blicken, hielt man sich zurück.
Zu zweit versuchten wir nun auf den berlinernden Mitbürger einzureden und ihn zu beschwichtigen.
Dies gelang uns nur leidlich. Immer wieder kam er in Fahrt, begann zu schreien, und war offensichtlich noch immer auf Konfrontation aus.
Die Flasche war keine Gefahr mehr, nun musste ich von der Straße weg. Kaum stand ich mit dem Rücken zur Häuserwand, trachtete er danach mir einen Kopfstoß zu versetzen. Dem konnte ich ausweichen und stieß mein Gegenüber zurück. Da zauberte er eine Flasche einer angesagten Bio-Brause aus seiner Jacke. Schon wieder war er am brüllen und am gestikulieren.
All unser Reden, all unsere Beschwichtigungsversuche fruchteten nicht.
Erst als einige Freunde von mir hinzukamen, ihn von uns und besonders von mir ablenkten, ließ sich mein Gegenüber mit einer Zigarette beruhigen. Als die Bahn kam, stieg er hinten ein, wir an der vorderen Tür. Man ging sich aus dem Weg.
Die ganze Zeit ging mir nur ein Gedanke durch den Kopf. Nicht, dass es weh tun könnte. Nicht, dass mein Nasenbein zu Bruch gehen, oder ein Zahn abbrechen könnte. Ich dachte nur: "Mit einer Platzwunde, ist der Abend gelaufen. So komm ich am Türsteher bestimmt nicht vorbei."


Guter Bruch zum Schluss. Die Sprache ist der Glaubwürdigkeit abträglich.