Monday, December 29, 2008

Jupp-di-du-Jahresrückblick

Jahresrückblicke sind böse. Und langweilig. Zumal 2008 nen Tag zuviel hatte, die Schweine!

Ich schreib keinen, naja, vielleicht doch.
Passiert ist ja an sich nüscht.
J.B.K. hat endgültig bewiesen, dass er keine Seele hat, Tommy G. hingegen versucht seine ins Kulturfach zu retten.
Weil Cadel Evans nur Tour-Zweiter wurde musste ich Blut spenden, dafür kommentiert nächstes Jahr der Zabel. Na das ist doch mal was!
Bei Olympia wurde nicht gedopt, und Tibet ist noch schlimmer als der Welt-Aids-Tag. Sowas wie der 911er Porsche für Gutmenschen.

Nee! Ich schreib keinen Jahresrückblick! Bei so nem Pille-Palle-Jahr? In dem nichts, aber auch gar nichts passiert ist.
Ich kann die Jahre ohnehin nicht auseinander halten. Es könnte ja mal jemand auf die Idee kommen, alle Daten auf ein Blatt Papier zu schreiben, zur Orientierung, so wie bei einem Kalender.

Ich, als Krone der Schöpfung und Krönung des Schopfes, habe eine interne Zeitrechnung, damit ich die Jahre auseinanderhalten kann. Diese basiert auf Bikeparts.

Hier also mein Jahresrückblick 2008:


Rahmen: Scott Voltage YZ0 limited (Timo Pritzel Signature) small

Gabel: Marzocchi DirtJumper II QR20plus (Direktimport aus Italien) mit Madl-decals

Steuersatz: Ritchey Fuzzy Logic (NC-17 A-Head-Kappe)

Vorbau: Tioga 286 Stem (50mm; 0°) mit Titanschrauben

Lenker: Tioga 286 Rizer bar (630mm) noch vom alten Bike!

Griffe: Syntace Moto Screw-on-Gripz

Bremsen: Magura Gustav M (190/160) mit den guten Scheiben!!!

Naben: DT-Onyx Disc (vorn QR-20, hinten gebrochen)

Speichen: DT SuperCompetition (Tripple butted !!!)

Nippel: DT ProLock

Felge: Tioga Freeride (26“x 36mm, 32-Loch, mit Ösen) zweifarbig

Felgenband: Michelin Textil

Schläuche: v.: Schwalbe Standard/ h.: Maxxis DH (2,3mm Wandstärke)

Reifen (im Moment): Schwalbe TableTop (Timo Pritzel Signature) Sportline 2,1“

Ventilkappen: Würfel (Import aus GB)

Shifter: Sram 9.0 Trigger

Züge: Nokon Konkavex durchgehend (!!!) verlegt mit selbsgtgebauten Adaptern

Schaltwerk: Sram 9.0 short-cage (Rollen mit Keramiklagern)

Kassette: Shimano Ultegra 9-fach (11-23) Rennradkassette

Kette: Shimano Ultegra

Kettenblatt: FSA Freeride, 38 Zähne (Alu-Kettenblattschrauben von Tune)

Kurbel: FSA X-Drive, hohlgeschmiedeter CroMo-Stahl, (fast) unkaputtbar

Innenlager: FSA X-Drive, 20mm CroMo-Welle, 4 SB-Lager, davon 2 zu Staub zerfallen

Kurbelschrauben: Tune, Titan (sparen 10 Gramm, kosten 40 Euro)

Pedale: Wellgo B-25 (waren OEM, aber superleicht) 3mm Pins

Kettenführung: Truvativ Boxguide (Rolle mit Keramiklager auf selbstgedrehter Messingbuchse)

Sattelklemme: Scott OEM

Sattelstütze: Scott OEM (die dritte und schon wieder kaputt)

Sattel: Tioga Multicontrol II Nicolas Vouilloz Special Edition, Leder, Kevlar, mit Titanstreben, 169 gramm – der Grund warum Biker nur Mädchen zeugen

Originalteile (OEM) sind noch: Rahmen, Klemme und Pedale.


Das nenn ich mal nen Jahresrückblick, gut recherchiert, kompetent formuliert, ohne C-Prominenz und das beste: ganz ohne J.B.K.!
Damit verabschiede ich mich aus diesem Jahr, auf ins Kaltikum!

Sunday, December 28, 2008

Zaudern, Zögern, Zappenduster

t

Das Warten auf den perfekten Moment ist nichts weiter als DIE ideale Ausrede.
Nichts ist schlimmer als das Nicht-Scheitern.
Es verlängert bloß das Warten – man scheitert auf ganzer Linie.
Die nichteingestandene Niederlage gegenüber der eigenen Feigheit.

Und noch eine Chance... Und noch eine Chance...
Und wieder Zögern... Und wieder Zaudern...

Hoffen, bangen, warten: auf den perfekten Moment.

Und wieder ein Jahr vorüber.
Wieder nur Gelegenheiten und Zögern.
Wie Pech dahin tropfende Zaghaftigkeit.

Scheitern: 1/20 Sekunde.
Der Versuch, das Scheitern zu vermeiden: ein Leben.
Nicht gelebt, nur abgewartet.

Alles um einen herum ist im Fluss.

Man kann die Gelegenheit nicht beim Schopfe packen.
Es gibt keine Gelegenheiten.
...Nur verpasste.

Der perfekte Moment ist die große, gemeine Lüge.
Groß, weil sie ein Leben lang anhält.
Gemein, weil man sich selbst betrügt.
Auf der ganzen Linie. 24, 40, 90 Jahre.
Vollkommen gleichgültig. Nichts wert.
Nichts weiter als dumpfer, ewig anhaltender Schmerz.

Die Zukunft nimmt bedrohliche Ausmaße an.
Sie MUSS großartig werden. Sie MUSS einfach!
Wenn der perfekte Moment denn endlich käme.

Steht halt die Frage: tröpfelt dieses dumpfe etwas dahin wie ein Rinnsal, oder füllt es einen See, welcher dereinst über die Ufer treten wird?

Das Rinnsal: die Angst vor dem Scheitern
Der See: die Angst etwas zu verpassen

Ich glaub, ich seh´ das Ufer.
Na, ich wart mal ab – hab Angst vorm verdunsten.

Während man darüber nachdenkt, fluten die Momente an einem vorbei.

„Könnt ich zum Augenblicke sagen: verweile doch du bist so schön...“

Nicht mal der Teufel vermag es, einen perfekten Moment herbeizuzaubern.

Könnt ich doch die Augen schließen, und mich einfach fallen lassen. In den Fluss.
Sich treiben lassen.
Mal ist man der Tropfen, der verdunstet.
Mal der Ozean.
Mal ist man die Welle, die sich bricht.
Doch nie ist man Ufer.

Nichts ist widernatürlicher als Vernunft.
Nichts unmenschlicher als das objektive Abwägen von Chancen.

Zeit für eine Parabel:
Die Amsel, die Angst vorm Fuchs hat verhungert.
Nicht der Fuchs tötet sie. Es war die Angst.

Wie kann man nur am eigenen Leben geizen?!

Ich stell mich jetzt meinen Ängsten.
Jetzt sofort!
Gleich morgen.
Abend.
Nächste Woche.
Aber erst, wenn es passt.

Schwach, ängstlich, feige.

Zu schwach gegen sich selbst anzukommen.
Sieht ganz danach aus.

Never hesitate.

Ich auch, bitte.

Diese Zeilen: nichts weiter als 30 Minuten Angst...
...in der Wartehalle des Lebens

Nur einmal unvernünftig sein.
Nichts reden.
Sagen!

Tausend mal. Millionen mal.
Jeden Moment.

Never hesitate!

Red ich mal.


Kein Hoffen, Bangen, Warten mehr!
Scheitern, fehlschlagen und

ankommen.

Wednesday, December 24, 2008

Fünfzig Prozent aller Deutschen wünschen sich zu Weihnachten einen neuen Ehepartner


(Muss schonmal Weihnachtsansprachen üben, für wenn ich dann BuPrä bin...)


Damit, geneigter Leser (um ein Robert Merle Zitat in den Raum zu werfen) wünsche ich Ihnen, geneigter Leser, besinnliche Feiertage.
Oder Frohe.

Ist beides gut.

Besinnlich find´ ich persönlich besser – wenn man es denn wortgetreu auslegt.


Letztes Jahr hatten wir nach dem Weihnachtsbaum dekorieren Brand, dieses Jahr davor:


PS: ich meine auch geneigte Leserinnen, nich dass dann wieder die Protestbriefe den Briefkasten verstopfen, dann ist nämlich der Postbote nicht mehr in der Lage mir die EMMA rein zu werfen!

Friday, December 19, 2008

3+10 Fragen (4)

Ktuelle Bada-Bada fragt nach dem Weg von Tine-Mine



1. Was?! Sooo riecht Jasmin?! (Nachdem der hochprofessionelle Journalist eine Tasse Jasmintee überreicht bekam.)

Haut sich übelst weg vor Lachen.

2. Grillparties, Schwimmen, Baden ... drei deiner liebsten Lieder des Winters.

Hmm. Ich steh grad ziemlich auf Simon and Garfunkel. Kommt im Winter gut – und es klingt wie Baden...

3. Brot oder Brötchen?

Semmeln.

4. Was findest Du kleinkariert?

Sexistische, chauvinistische, homophobe Arschlöcher mit Hang zur Selbstdarstellung (ich verleiher die Augen) und Ikea-Möbel. Tihihihi.

5. Keine gefährlichen Fragen mehr also... Entweder Oder?

Hä? Ähh wie jetzt? Hä? Du machst dich doch schon wieder lustig über mich!

6. Dein bisher schönstes Einkaufsstück von Ikea?

Du bistn Arsch. ...Aber wir haben eigentlich ganz schicke Teller von denen, die gibts nur nicht mehr zu kaufen. Und die gehen nach und nach alle kaputt.

7. Fußball oder Basketball?

Hattest du nicht was von „Fraueninterviews“ gesagt?
Ja, das ist ja auch eins.
Hmm. Basketballer sind größer, das gefällt mir schon ganz gut...
DU bist hier das Sexistenschwein!

8. Woher rührt deine Affinität für Heinrich Böll?

Ich mag einfach seinen Stil zu schreiben – und „mich interessiert die Thematik“. (lacht)

9. Was ist in China besser alswie hier?

Die Märkte! Das alles strukturiert ist. Und da bin ich nicht immer die Kleinste!

10. Stalin – Schröder. Wer war besser?

Wie jetzt?! Jaja, ich weiß schon, du versaust das mit den Vergleichsebenen, alle lachen, und ich steh wieder dumm da.

11. Milla Jovovich oder Pam Grier?

Pam Grier, war dass die Schwarze mit den tollen Haaren? Dann die.

12. Bist du eher ein Jetzt-Mensch oder bist du mehr der Vergangenheit verhaftet?

Hmmm. Schwere Frage. ... Ich lebe im Jetzt, ziehe aber die Lehren aus der Vergangenheit. Kann man das so sagen?

13. Ein Wort mit 5 Buchstaben:

Liebe.
Trottel! Libe hat 4 Buchstaben, nimm ein richtiges Wort! Eines, dass Männer auch kennen!
Stall! (Da lacht die!)

Tuesday, December 16, 2008

telephone-terror

Some cool subline


Today I tried to call a Hotline. I had some questions concerning my payqal-account.
First I had to log in with my telephone-number and some kind of keyword. Now some computer-voice was not able to deal with my accent. It took me 5 minutes to realize: better hang up.

I tried again. Same login, same computer-voice, but new curses from my side.
Don´t know, maybe it was HAL to whom I was speaking, and he already killed all the staff...

Next try. Login, computer-voice, cursing.
Had to think about Günter Wallraff, how did he spent all the time during his call-center investigations?!
There is not one human being in the mysterious world of hotlines.
I started to crush my head on the desk…

Trying again. Login, computer-voice. Started singing (someone told me once, this is a cheat to get in contact with the real world…)
“Hello, this is pay-pal customer service, my name is Linda. How can I help you.”
Success!!!!
“Are you real? I mean, a real person, not a computer?”

It took me more than 20 minutes, till I could ask someone how to deal with my particular issues.

Now I want to establish a suicide hotline. Imagine: nobody who wants to kill himself can stand 20 minutes of computer-voice! And if they´re successful (means dead), they aren´t able to hang up!
Great idea. There is lot of money in it.

“If you want to commit suicide: press 1.
If you already committed suicide, press your corpse on all the keys.
If you want to speak to real people: go, get some friends, looser!”

Monday, December 15, 2008

3+10 Fragen (3)

Roman Rühle bepöbelt von Lou Natic



1. Hallo oder Tschüss?


Was? Hä? Ich dacht du wolltst ein Interview mit mir machen?

2. Deine Leidenschaft zum Theater ist unverkennbar...
Wie würdest du dein Spiel definieren und was bedeutet es dir?


In einem Wort? Unbedarft! Und ich muss mehr proben. Schauspiel ist meine große Leidenschaft.

3. Podcast oder Hörbuch?
Hörbuch. Podcast... tz tz tz

4. Wie feierst du dieses Jahr Weihnachten?
Bei meinen Eltern, mit Kartoffelsalat und Würstchen. Und danach zünden wir den Baum an. Richtig kitschig. German Gemütlichkeit – u know?

5. Warum kannst du den Jo nicht mit ins Queens nehmen?

Weil du in den ersten 5 Minuten alle bis aufs Blut beleidigen würdest, und in den 5 Minuten danach würdest du bloß übelst auf die Fresse kriegen.

6. Der beste Film 2008?

Mamma Mia. Shit!

7. Aldi- oder BioBio-Schnitzel?

Maaan! Ich bin Vegetarier!
Also schreib ich Bio-Schnitzel, ja?

8. Fürchtest du dich vor etwas?

Naja, fürchten nicht, aber ich krieg immer wahnsinniges Lampenfieber! Also, richtig, richtig schlimm!

9. Heiß oder lauwarm?

Du bist so ein mieser, von Vorurteilen und Klischees zerfressener Wichser! (laaaaang gezogener Satz)

10. Ein wahrhaftiges Klischee bitte!

Hmm. Fällt mir keins ein... naja, doch: in der Werbung gibts schon echt viele, die auf Kolumbiens Exportprodukte stehen.

11. Hmm, wie machmer das jetzt: ... ok,ich weiß wie: Liv Tyler oder Carmen Electra?

Liv Tyler. (Lacht dreckig)

12. Was ist Leben?

Wie jetzt? Was soll ich denn darauf jetzt sagen? So Leben im biologischen Sinn, oder mehr so Party-Sinn?
Biologisch.
Och nee. Da fällt mir jetzt nüscht zu ein.

13. Ein wirklich guter Vorsatz für das nächste Jahr wäre?

Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, mehr mit Freunden unternehmen, das Übliche halt...

3+10 Fragen (2)

Die Madl auf der Couch bei Olga Kommroffoffsofa



1. Kleiner Test: Wem gehören meine Socken?

Wie bitte?!

2. Am 24.12. gibt es Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat oder eine Weihnachtsgans?

Weder noch. Kommt droff an was sich die Muddi einfallen lässt, aber die steht ni so auf klassische Sachen. Vielleicht Bratwurst. Paniert?
Naja, so in Mehl gewälzt halt.

3. Was ist diesen Herbst/Winter ein Muss?

Schwarzes Kleid! (nach einem advents-sonntäglichen Wahnsinns-Shopping-Trip mit dem Ergebnis: schickes schwarzes Kleidchen in Größe 36 )

4. Karo oder Streifen?

Kommt drauf an. ...Streifen.

5. Du bist seit über einem Jahr Mama, Vermisst du die Zeit ohne Kind?

Nich wirklich. Hin und wieder... die Momente des Ausschlafens.

6. Drei Dinge, die Mütter, von Zeugungsverweigerern unterscheiden?

Konfektionsgröße, Multitasking, und weniger Zeit für sich selber.

7. Hip Hop oder Funk?

Funk!
Du hättest mich auch "Klassik oder Hip Hop" fragen können, und ich hätte "Funk" gesagt!

8. Ein wahrhaftiges Klischee bitte!

Dass man Menschen in Schubladen stecken kann.

9. Roman oder Krimi?

Roman.

10. Island oder Jamaika?

Jamaika. Aber Island soll ne vitale Funk-Szene haben^^


11. Kate Moss oder Claudia Schiffer?

Kate Moss

12. Du kannst nicht leben ohne...

Familie! ...und Freunde.

13. Drei letzte Worte:

Gesundheit, Ehrlichkeit, Freundschaft.

Monday, December 8, 2008

3+10 Fragen (1)

Uwe Buchholz in Konfrontation mit Drehkran Ölkrem



1. Dein Keller offenbart eine Vorliebe: Fahrräder?

Ich habe 7 komplette Bikes – und alle sind perfekt in Schuss! Ha!

2. Was tust du für den Klimaschutz?

Wir haben den Toyota meiner Frau verkauft. (grinst)

3. Festival oder Club?

Ganz klar: Club. Oder Festival. Nee, doch Club.

4. Wie ist das Leben als Hausmann?

Schön. Anstrengend. Wieder schön. Und man bekommt einen Bauchansatz. (zeigt mir besagten Ansatz)

5. Vertragen sich eigentlich Obst und Fleisch?

Wie krank ist dass denn?! Niemals!

6. Pasta oder Bratwurst?

Roster! Das heißt Roster! Ach, ist doch vergebens mit dir. Dass lernst du ja doch nie!

7. Was hast Du gerade gegessen?
Linsensuppe - mit Rosinen. (Lacht)

8. Gera oder Dresden?
Drei Essen. Obwohl. Dresden... hmm ... gib mir mal ein Synonym für Dresden... ah ja Elbflorenz. Beides eigentlich ganz gut...

9. Nico Vouilloz´ smoother E.T.-Stil oder Spiel-Spaß à la Cedric Gracia?
E.T. !
Ach Quatsch, der Vouilloz hats doch nich drauf!
Pah, Gracia kann doch nix!

10. Freeride oder Enduro?
Freeride - aber mit ´nem Enduro-Bike, haha.

11. Al Pacino, oder der Typ, der den Cowboy in Royal Tenenbaums spielt?
Pacino! Ich sag nur HEAT, Scarface, der Pate!

12. Du kannst nicht leben ohne…
Meine Tochter, meine Frau, hmm ... und ohne Bike könnt ich mir ein Leben auch nur schwer vorstellen.

13. Wer ist der beste Praktikant der Welt?
Huh, das ist schwierig. (Lacht, das Schwein) Ich muss jetzt Jo sagen, oder? Ja!

Thursday, December 4, 2008

Battle of the titans

Helmut Schmidt vs. Honey-Bunny-Sunny-Funny


Juhu! Es ist da!
Ich habe mir ein Geburts-Horoskop anfertigen lassen und gleich noch ein zweites dazu. Sicher ist sicher.
Drei Wochen hat eine (wahrscheinlich in Jute gewickelte und mit Holzperlen behängte) Esoteriktante gebraucht, um meine Horoskope fertig zu machen. Dieser Zeitraum sollte für Qualität bürgen.
Ein Geburtshoroskop ist etwas anderes als die Seitenfüller in BILD: statt nur ein Sternzeichen anzugeben, bedarf es dazu des Geburtsortes, des konkreten Datums wie auch der genauen Zeit. Horoskope versuchen Rückschlüsse auf das zukünftige Leben mittels der Stellung der Planeten am Tag der Geburt zu ziehen. Soweit so wenig gut. Tag der Zeugung wäre praktischer, denn welche Aussagen lässt ein Kaiserschnitt schon zu?

Um zu schauen, ob ich auch das richtige Horoskop bekomme, habe ich unter einem anderen Namen, bei der gleichen Adresse noch ein weiteres bestellt.
An sich wollte ich das Horoskop von Joseph Goebbels – dumm nur, dass dieser zu früh geboren wurde, das würde auffallen. 1897 – mit 111 Jahren weiß man in der Regel, was die Zukunft für einen bereithält.
Was ist neben Goebbels naheliegender als Helmut Schmidt?
Genau! Dacht´ ich mir auch.
Also gab ich seinen Geburtstag, seinen Geburtsort, nicht jedoch den Zeitpunkt seiner Geburt an und wollte schauen, ob er sich denn an sein Horoskop gehalten hat. Überdies stellte sich mir die Frage: wer von uns beiden ist nun der Coolere?

Da die Horoskope jeweils sieben DIN-A4 Seiten umfassen, habe ich davon abgesehen, sie in ihrer Gänze wiederzugeben.

Diese Kombination von Planeten und Haus ist fast einmalig

Hui, das klingt schonmal gut! Schade nur, dass dieser Satz sowohl bei mir als auch Herrn Schmidt steht.
Er ist einfallsreich, gerissen , hat Scharfsinn, er ist schlau und diplomatisch. Ein geschickter und subtiler Redner. Er ist ein Diplomat.

Schwäche: Er ist kleinlich und kritisiert gerne, pedantisch und pingelig.

Klingt schon mal ganz gut, und weiter?

Schwäche: ... ein bitterer, feindlicher, unangenehmer und mißtrauischer Geist...

Tja, die Logik diktiert: die erste Aussage betrifft den Ex-Bundeskanzler und letztere meine Wenigkeit, nur ist es umgekehrt.

Langes wissenschaftliches Studium. Hohe Ideale. Er ist für Sprachen talentiert und profitiert davon, da er im Ausland lebt. ...beruflich erfolgreich im Ausland...

Wie es halt so ist, im eigenen Land gilt der Prophet nichts. Moment mal! Langes Studium? Schmidtchen war doch bei der Marine! Genau, der Text bezieht sich auch auf mich.

„Der Mond stellt Reaktion, unbewuße Vorbestimmung und das Selbstbildnis dar.“
Schwäche: Unterwürfigkeit, häufige Änderungen des Berufs, Reizbarkeit, Ärger, Besorgtheit. Er ist zu schüchtern.
Schwäche: ...Trägheit. Er ist leicht zu beeindrucken...


Yupp, Trägheit, da erkenn ich mich wieder.
Aber ob Helmut Schmidt wirklich zu schüchtern war?
Hat er jemals einen richtigen Beruf gehabt? Hmmm...
Leicht zu beeindrucken, das wäre ich auch gern!

...wird nie ein Führer sein, aber ist erfolgreich als rechte Hand einer wichtigen Person. In den meisten Fällen ist er ein Angestellter, Arbeiter.

Oh wei, Herr Schmidt! Sie haben ihren vorbestimmten Werdegang vollkommen verfehlt!
Nun gut, dies nur um die Schwächen aufzuzeigen. Nachdem die Sachbearbeiterin für Hokuspokus aus ihrem Assam-Tee-Delirium erwacht ist, fingen die Aussagen an, plötzlich Sinn zu ergeben:

Er ist anderen gegenüber und denen, die ihn umgeben, gleichgültig. Er ist nachlässig und unschlüssig. Er mag Extreme, Spiele und seine Ehrlichkeit ist biegsam.

Also mal ehrlich, besser kann auch ich mich nicht in drei Sätzen beschreiben. Für die ehrliche Biegsamkeit gibt es außerdem ´nen Sonderpunkt.

Merkur (Kommunikation): Demokrat, Philosoph, tolerant, Gesetze respektierend . Mag weite Reisen. Glaubt, daß er in allem etwas lernt..

Jawoll, das ist Helmut Schmidt

Er diskutiert, folgert und beurteilt. Dabei sind seine Überlegungen logisch und richtig.
Schwäche: ...er ist leicht reizbar... Er ist hart zu seinem Gegenüber und kritisiert gern. Er ist impulsiv und manisch.

Das hätte ich nie zu träumen gewagt, dass in meinem Horoskop das Wort „logisch“ auftaucht. Schön. Aber, soll ich das etwa sein?! Da passt:
Er mag Polemik, Kritik und vor allem zu widersprechen. Ihm fehlt Diplomatie und er neigt dazu, seine Energie zu zerstreuen.
...ebensogut wie (Venus: Emotions-Firlefanz):
...er lässt sich gern anbeten, genießt Schmeichelei und die Umgebung seines "Hofs".
...aber das dürfte auf den einzig großen Politiker, den dieses Land hervorgebracht hat, ebenso zutreffen.
Bei folgendem Satz musste ich lachen, er ist aus meinem Horoskop, doch glaube ich, er beschreibt uns beide ziemlich gut:

Schwäche: er handelt bis zum Exzess im Kampf gegen moralische oder andere Prinzipien. Hat einen etwas revolutionären Geist, ist unerschrocken, aber anmaßend.

Yeah! Kampf der Moral, meinem alten Erzfeind! Das waren erst zwei Seiten, oha, machen wir es kurz:

Er ist jovial, mitteilsam, dynamisch, wohlwollend, altruistisch.

Altruistisch...jaja, ganz bestimmt. Du mich auch! Hippie-Hexe!
Unser geschätzter Ex-Kanzler hätte sich bei Sätzen wie:
„Er ist besonders anfällig für Alkohol, Medikamente und Drogen, anfälliger als die meisten. Sie müssen unbedingt vermieden werden!“ ebenfalls empört.
Ihm! Das Rauchen! Zu verbieten?! Niemals!

Er wird einen intellektuellen Beruf haben. Lehrberuf, Forschung, Philosophie, Mathematik. Kinder werden eine Quelle von Glück und Stolz sein.

Er ist ein Optimist und voll Enthusiasmus. Er kann jeder Situation mit einem Lächeln begegnen.

Oh! Das ist ja cool! Ich freu mich schon auf meinen Mathe-Lehrstuhl!

Wie man diesem unleserlichen Zitaten-Wust entnehmen kann, habe ich mein Geld auf den Kopp gehauen für sinnlose Allgemeinplätze, verquere Formulierungen und „Große sexuelle Aktivität“ (Schmidt und ich). Das Gute ist, so austauschbar wir beide sind, werde ich sicher bald Regierungs-Chef in Hamburg (oder Berlin) sein. Gut zu wissen.



Horoskope basieren auf einem einfachen Prinzip: man gibt einer Frau in Sackleinen 20 Euro sowie ein paar Daten, sie wühlt in Tabellen – und am Ende steht der Barnum-Effekt.
Dieser beschreibt ein psychologisches Phänomen, nachdem sich der Mensch allgemein bezogene Aussagen zu eigen macht. Was mich verwunderte, war die geringe Zahl der „sowohl-als-auch“-Formulierungen in beiden Horoskopen, ich hätte mehr erwartet. Dafür gab es unsäglich viel inhaltsleeres Gewäsch. Herrlich, hier sollte ich abkupfern. Mein Komplimente-Reservoir würde exponentiell anwachsen!
Des Weiteren kann man besagten Barnum-Effekt in den wunderbaren Tests der Frauenmagazine beobachten:

„Welches Strickwerk passt zu ihnen?“
„Welcher Sex-Typ sind sie?“
„Welcher Hollywood-Star passt zu ihnen?“


Da ich keine Zeit auf so etwas verwende, lass ich den Test meist weg, und les´ mir gleich die Antworten durch, um zu erfahren: aha, ich bin der Häkeltyp, mit einer gewissen Affinität für Jack Nicholson.
Krass! Ist mir noch gar nicht aufgefallen!
Tja, ohne Frauenmagazine wüsste ich gar nicht, wer ich bin.
Doch soll es durchaus Personen geben, die so etwas ernst nehmen, die Horoskope nicht aus bloßem Spieltrieb anfertigen lassen.
Was soll man von Leuten halten, die der Meinung sind, ihr Schicksal sei vom Tag ihrer Geburt bestimmt? Ist es nicht erschreckend, dass sich Menschen in so etwas ergeben? Was soll den Menschen, dieses höhere Wesen, auszeichnen, wenn jede einzelne seiner "freien" Entscheidungen von der Geburt konterkariert wird?


Er (also ich) liebt endlose Debatten mit Freunden, die seine Ideen nicht teilen. Die Diskussion kann zu Streit und sogar verbaler Gewalt führen.


Seh ich auch so...







Patch 1.1 (5. Janufembruar):

Da: die Schweine! Klauen meine Frauenzeitungsfragen!
Absatz 4, Zeile 6. Oh man! Auf nach Hamburg!

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Monday, December 1, 2008

Da macht man was durch:

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Lieber Ingvar Feodor Kamprad,


Dass Du im Aufsichtsrat der Stichting INGKA Foundation sitzt, vermittels derer Dein Unternehmen kaum Steuern zahlt, dass sich jeder Haushalt mit Deinen uniformen Bastelsätzen bestückt, auch dass tausende Frauen beim Zusammenbau von einem Deiner kollabierenden Billy-Regale erschlagen wurden, kann ich Dir nachsehen.
Aber bei diesem praktischen und ich mag es kaum glauben: durchsichtigen Badaccesoir kann es sich doch nur um einen Tippfehler handeln!





















Darauf einen Absolut: Skål

Rotes Geschenkband

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So, jetzt stecken wir uns alle dieses adrette, rote Schleifchen ans Revers, ziehen eine betroffene Miene und hören uns das inhaltsschwache Geschwafel von Gert Scobel an. Vielleicht finden wir auch an irgendeiner Ecke eine desinteressierte studentische Hilfskraft, welche uns apathisch um Geld für irgendein unnützes Hilfsprojekt anwinselt.
Wir geben es ihr. Wir dürfen uns gut fühlen, denn es ist erster Dezember und obendrein Welt-Aids-Tag.

Jeden den ich mit einer solch roten Schleife erwische, möchte ich am liebsten ein Loch ins Kondom stanzen.

Heuchler – allesamt.
Miese, dreckige Heuchler.

Aids ist keine verheerende Seuche, kein schwarzer Tod, keine neue Pest.

Aids ist eine zugegeben tödlich verlaufende Krankheit, momentan ohne Heilungschancen.
Wer an Aids erkrankt ist, verdient unsere Hilfe und unser Mitgefühl. Aber all das Bohei um besagte Krankheit ist übertrieben.
Wer sich mit HI-Viren infiziert, stirbt nicht von jetzt auf gleich. In unserer Gesellschaft kann er ein fast normales Leben führen, vielleicht sogar ohne, dass Aids jemals bei ihm ausbricht. (Laut Robert Koch Institut hat der durchschnittliche HIV-Infizierte eine Lebenserwartung von 48,7 Jahren. Eine antiretrovirale Therapie kostet jährlich zwischen 10´000$ und 15´000$, gedankt sei es den „forschenden Pharmaunternehmen“ und ihren Patentanwälten.)

Zugegeben, außerhalb dieser Oasen des Wohlstands sieht es weniger gut aus, und in „Staaten“ wie Swasiland oder Haiti ist Aids ein wirkliches Problem. Ohne Weiteres könnte man dieses in den Griff bekommen, würden unsere hoch geachteten/subventionierten Pharmaunternehmen nicht auf ihren, den Ureinwohnern abgeluchsten Patenten hocken. Mittels Generika kann man einem an Aids Erkrankten schon für 140$ im Jahr helfen.

Noch viel billiger und effektiver wäre eine gute Aids-Prävention.
Aufklärung, Kondome und Kaiserschnitte kosten nichts verglichen mit den Folgen einer ausufernden Aidspandemie. Würden die Katholen statt Jugendtage zu feiern Kondome erlauben, könnten wir uns den wichtigen Themen zuwenden.

Der WHO nach starben 2006 geschätzte 2,9 Mio Menschen an Aids (in Folge der Imunschwäche, ob es nun eine tödlich verlaufende Lungenentzündung, TBC oder Grippe war, geht aus den Zahlen nicht hervor). 4,3 Mio infizierten sich neu.
39,5 Mio Menschen sind HIV-positiv. Das sind gerade mal 0,6% der Weltbevölkerung. Denen helfen wir heut, indem wir rote Schleifen made in China (ein Land mit einem großen, ignorierten HIV-Problem) tragen.

Toll! Großartig!

Und? Fühlt ihr euch jetzt besser?
Dann ist ja gut!


500´000´000

Das ist die vom Robert-Koch-Institut geschätzte Zahl der jährlichen Malaria-Neuinfektionen.
Einer von 13 Menschen erkrankt demnach jedes Jahr an Malaria. Geschätzte 2,7 Mio Menschen sterben daran (wobei die Dunkelziffer aufgrund der unsicheren Datenbasis der betroffenen Länder höher sein dürfte).
So.
Welche Farbe hat die Schleife für den Welt-Malaria-Tag? Wann war der doch gleich?

Kleiner Einschub:

Malaria ist eine alte Krankheit, die vor allem den afrikanischen Kontinent schon seit langem heimsucht. Die Völker Afrikas verstanden es, sich damit zu arrangieren. Sie lebten verstreut in höheren Lagen, weitab von den Brutstätten der Mücken.
Erst die Europäer zwangen die Menschen in die Nähe der Flüsse,
zwangen sie, sich in großen Siedlungen und Städten niederzulassen, wo die Prävalenz ganz automatisch steigt.
Das trug letztlich zur massiven Ausbreitung dieser und anderer Krankheiten bei.


Noch eine Zahl:
30´000´000.
Das ist die von der WHO prognostizierte Zahl der Tuberkulosetoten in den kommenden 10 Jahren. Immerhin, die Tuberkulose hat ihren eigenen Feiertag: den 24. März. Dann trägt man wahrscheinlich auswurf-braune Taschentücher.

Oder wie wäre es mit Denguefieber?
Diese Krankheit ist so uncool, dass es nicht einmal verlässliche Zahlen gibt. Laut WHO sollen daran jährlich 10´000´000 bis 100´000´000 (!) Menschen erkranken, wobei 2-5% sterben. Für diese Krankheit gibt es weder eine Behandlung, noch einen Impfstoff – gut geforscht Pharma-Löwe.

Ach. Denguefieber, Ebola und Malaria, das interessiert mich alles nicht, das gibts ja bloß in Afrika, vielleicht noch in Asien, sollen die doch damit klar kommen. Und Tuberkulose, püh, da gibts ´ne Behandlung für, und die antibiotika-resistenten Stämme finden sich ohnehin nur in russischen Strafanstalten.

Fast schon lächerlich, was für ein Aufhebens am heutigen Tag um Aids gemacht wird, während allein heute fast 1,5 Mio (!) Menschen an Malaria erkranken.


Aber

Ich will mal nicht so sein. Ich versteh das ja.
Zum einen kann so ein Afrikaner ja gar nicht die tollen Medikamente bezahlen, die wir ohnehin nicht „erforschen“. Der Wirtschaftswissenschaftler drückt es folgendermaßen aus: "In Afrika besteht keine Nachfrage nach Malaria- oder Aidsmedikamenten". Von seinem Standpunkt aus soll er recht behalten: Nachfrage herrscht nur da, wo man sich das Angebot auch leisten kann.

Ich versteh auch den Scobel, jenes blassierte 3Sat-Arschloch und all die anderen Kasper.
Ist klar, Freddy Mercury macht sich besser auf ´ner Titelseite. „Schwulenkrebs“ (BILD) klingt cooler als Denguefieber. Dass Aids nach wie vor mit der Halbwelt aus Drogen und Prostitution in Verbindung gebracht wird, dass man Aids in allen Broschüren zu Geschlechtskrankheiten findet, trägt maßgeblich zu seiner medialen Verwertbarkeit bei. Eine „Lustseuche“ (ebenda) macht sich halt besser, als ein oller Mückenstich.


Mir reichts.

Ich stanz jetzt Löcher in Kondome, dann verschaff ich mir ne Sichelzellenanämie und fahr nach Afrika um den Leuten die Milz zu entfernen. Zum Schluß gibts nen Gin-Tonic (Chinin!) und dann können mich alle mal...


Vorsicht:
Statistisch betrachtet hat einer von 5 Malariakranken eine Kalschnikow zur Hand, hoffen wir, dass er lang krank bleibt und nicht wütend wird.


So, was mir eben noch aufgefallen ist:
Die UNO hat für jedes Problem, dass den Fortbestand der Menschheit bedroht einen eigenen Tag: Welt-Aids-Tag, Welt-Tuberkulose-Tag...
Was soll ich da jetzt vom Weltfrauentag halten? Gibts da auch was von Ratiopharm?

Friday, November 28, 2008

Röhrender Hirsch

Thursday, November 27, 2008

Da musst du an der Eintrittskarte lecken, dann findste das auch lustig!

Im Rheinland gibt es eine fünfte Jahreszeit,
in Europa haben wir derer vier.
Drei Jahreszeiten bestimmt der Nil in Ägypten.
Doch in Leipzig gibt es nur, schau hier:

Smog und Matsch


Was fürn mieser Reim... ^^


Die Tine ist zum Judentum konvertiert. Ein Umstand der mir neu war, obwohl sie jahrelang darauf hingearbeitet hat. Den religiösen Hokuspokus (sooorrrryyyy) hatte sie schon eine Weile hinter sich, am Freitag durften wir ihren Übertritt feiern.

Oha, für mich ist sowas das reinste Minenfeld.

KuWis allüberal, KuWis an jeder Ecke, in jedem Sessel und in jeder Couch.
Mein alter Erzfeind, das erklärte Opfer meines Spotts – der gemeine Kulturwissenschaftler (Homo sapiens schwafeldrauflosos).
Brrrrrr. Die Sau!
Ganz viele waren da! Die sind wie Ratten, nur mehr!

Ich war noch gar nicht richtig drin, da war ich schon der Arsch.
Ich wollte ja gaaaanz lieb und brav sein, der Tine zuliebe, aber hey, diesen Rotwein-und-Selbstgedrehte-Junkies muss man doch die Jämmerlichkeit ihrer Existenz vor Augen führen! Ich glaub nach 5 Minuten hatte ich sie alle durch.

Die jüdische Küche (oder was man uns als solche darbot) ist der Hammer! Ich ließ es mir erklären: alles war koscher - also Milch und Fleisch getrennt. Es gibt Strömungen innerhalb dieser Kultur, die das bis ins Extrem treiben: da gibt es dann sogar seperate Spülmaschinen für Milchiges und Fleischiges!
Das wäre mir zu hart - ich kann mir kein Leben ohne Käsewiener vorstellen!
Ich habe mich gründlichst durch das gesamte Buffet gearbeitet.
Nur, liebe Juden, ein Problem habe ich mit eurer Küche: jedes der Gerichte klingt, als würde man Haferflocken husten! Von Matze mal abgesehen, kann ich das niemals artikulieren! Da verhunger ich doch in einem Restaurant mit jüdischer Küche! Sauerei!
Aber Tine und ihr Freund haben sich unglaublich Mühe gegeben, Schildchen gemalt, auf deutsch und auf kringelich. Ich hab einfach alles gegessen. War die beste Lösung.
Dergestalt gestärkt konnte ich wieder auf KuWis losgehen.

Dachte ich.
Ha!
Eine von Tines Theaterfreundinnen meinte doch tatsächlich mir Paroli bieten zu müssen!
Das war grenzwertig! Walli war voll mies! Zu mir!
Na, die durfte sich was anhören, so viele dumme (teilweise durchaus lustige) Sprüche hab ich schon lang nicht mehr aneinander gereiht.
Gaaaaanz großes Kino! Das KuWi-Pack saß staunend herum, und hörte wie wir uns da belöffelten.
Nur geil. Die konnten teilweise vor Lachen nicht mehr.
Die bringens doch nie zu was...

Ich hab mich dann noch mit Tines Freund unterhalten, ob sie denn jetzt eine „richtige“ Jüdin sei. Ich dachte immer, dazu bedarf es einer Mutter dieser Konfession/dieses Volkes.
Alteer! Das ist ein übelst komplizierter Prozess! Und als Typ machen die einen sogar kürzer! Und dann auch noch da, wo´s drauf ankommt!
Zum Verdruss der JuWi-Masochisten musste ich leider früh heim :.(

...aber man kann mich auch für Silberhochzeiten mieten.



Meine Maaamaaa kam am Sonnabend, um von hier aus in den Urlaub zu fliegen.
Das hieß für mich: um 9 klingelt der Wecker - Samstags!
Wir haben gefrühstückt, und dann musste ich sie zum Flughafen fahren.

Kalter Angstschweiß stand mir auf der Stirn – denn im Normalfall setzt ich mütterliche Fahrzeuge gegen Holzpalisaden oder jage sie über rote Ampeln.
Fuck! Ich bin schon ewig nicht mehr gefahren!
Ahhh! Naja, jetzt hab ich erstmal Zeit zum üben, denn einer muss ja auf das Auto aufpassen! Cooool.
Das Ding ist, Leipziger können nicht Autofahren – das greift meine Stimmbänder an und kratzt an meinem Fluchreservoir. Außerdem find ich hier nie nen Parkplatz! An der Albertina schon gar nicht! Überall nur Parkhäuser! Das lohnt sich gar nich, mim Auto zur Uni zu fahren, mit Parkplatzsuche dauert das bald länger als mim Bike.
Aber ist schon ganz nett, grad jetzt wo wir „Matsch“ haben.

Jaja, Leipzig und seine Jahreszeiten.
Sieben Monate im Jahr leidet die drittschmutzigste Stadt Deutschlands (gemessen an der Feinstaubbelastung) unter einer alle Hässlichkeit verhüllenden Staub- und Schmutzschicht. Den Rest des Jahres wird das Elend in Matsch versenkt.

Am Freitag, im Seminar des werten Herrn Roth, fragte mich die FaRa-Jule, ob ich nicht mit ihr auf eine Karnevalsfestivität gehen möge.
Bevor ich sie ob dieses abscheulichen Ansinnens erwürgen konnte, hatte ich schon zugesagt.
Verdammter Mist!
Fasching, Karneval, die Fünfte Jahreszeit – das einzige Ereignis, wo ich nie drüber lachen kann! Ohne harte Drogen kann man solch rheinische Büttenreden doch gar nicht überleben! Mit LSD beträufelte Eintrittskarten.

Und dann auch noch Kostüm! Ey, nee!
Ich weigerte mich beharrlich mich zu verkleiden, und kam stattdessen in der Berufstracht der von mir angestrebten Profession – Pornostar. Jau!
Man beachte die ausgefuchste Zusammenstellung meines Outfits: rot-blau-geringelte Tennissocken! Tights! Sternchen auf dem Leibchen!
Besonderes Kopfzerbrechen bereitete mir das Schuhwerk.
Was trägt der Otto-Normal-Pornostar gemeinhin am Fuß?
Ja, da stand ich nun – unten ohne.
Ich bemühte die mir eigene Logik, und dachte: der arbeitet eher im häuslichen Bereich, also müssen es wohl Hausschuhe sein.
Jawoll! Die mit goldenen Bommeln waren aus, aber die hatten noch so Vogelteile, mit Krallen dran. Hahn im Korb – dit passt! Allerdings bin ich andauernd über die Scheißdinger gestolpert und musste daher wie ein Cowboy laufen. Aber ehrlich, ohne die Schuhe wäre ich mir schon etwas lächerlich vorgekommen.
Achso ... wie man auf Jules Foto leider nur ganz schlecht erkennen kann, wurde nicht-ausgestopft (der Schatten nicht am linken Bein).
Ist alles echt (Schurwolle)!
Ich stand vor der Wahl: eine Thermoskanne (0,5l) oder eine Textillösung zum nicht-ausstopfen nicht zu verwenden. Meine Nicht-Ausstopflösung befestigte ich mittels ohne einer Heftklammer an meiner Unterhose.
DAS war definitiv eine blöde Idee. (War es natürlich nicht, weil ich ja nicht gepolstert war). Die verkommene Tacker-Klammer hat nämlich bös gescheuert! Richtig bös! Ich hatte bei Zeiten unterm Bündchen nicht nur eine rote, nein, sogar eine blutig-aufgeschubberte Stelle!
Tja, das Pornobusiness ist halt kein Kinderfasching.

Ich glaub, ich muss der armen Juliane ziemlich peinlich gewesen sein. Aber hey, sowas ist doch bei mir abzusehen! Und ich hätte mich auch aufregen können – sich in dem Alter noch/schon als Pippi Langstrumpf („Hey Jule. Oh! Was bist du denn? Sag nichts! Ich weiß bescheid: es riecht nach Pippi im Takka-Tukka-Land!“) zu verkleiden ist schon total daneben. Aber voll!
Zu meinem großen Unglück waren die meisten auf der Party KMWler – das heißt: die kannten mich!
Ohoh!
Zumal das auch noch in der WG der drei übelsten Hippie-Alternativ-Wahnis stattfand - also richtig schlimm, die Ärmsten.
Sie waren so abgrundtief böse, dass sie den ganzen Abend misreablen Gitarren-Pop Hamburger Couleur gespielt haben. Nieder mit dem Gehörsinn!

Ist so geil, wie still es plötzlich werden kann, wenn du die Vorteile der AK-74 gegenüber der AK-47 (5,45x39mm anstatt 7,62x39mm-Kaliber bedeutet weniger Rückstoß, etc.) anhand von Kindersoldaten festmachst.
Zumal ich im Anschluss den Einsatz von Kindersoldaten damit begründete, dass es in vielen Staaten (Lesotho z.B.) aufgrund von Aids-Pandemien in der „wehrtauglichen“ Generation schlicht keine Menschen mehr gibt, die sich die Schädel einschlagen können.
Da kamen die nicht klar drauf.
Nicht mal annähernd.
Ich glaub die verstanden mich einfach nicht.
Die wollten mich nicht verstehen!
Dabei wirkte doch meine Art, für diese Probleme ein Bewusstsein zu schaffen vorbildlich!
Wie kann man mich, zumal als angehender Journalist, da scheiße finden?!

Wieviele Tiraden meinerseits wird es noch brauchen, bis die letzten Denkverbote in den Köpfen ausgeräumt sind...

Ich hab aber ein nettes Kompliment bekommen: Der FaRa-Lars ("Schleimer und Streber in Personalunion" Dr. Rau) meinte, ich sei der Unmensch des Jahrhunderts.
Was ich dankend zurückwies, da ich der Meinung war, an Stalin noch nicht heran zu reichen. Zumal das Jahrhundert technisch betrachtet bisher nicht einmal eine Dekade umfasst.
Dem mütterlichen Vehikel sei´s gedankt, kam ich nicht in die Verlegenheit an einem Bier nippen, so dass ich die Situation klären, und mein Ego weiter bauchmiezeln konnte.

Im Verlauf der Nacht begann dann die große Scheiße: Matsch.
Der erste Schnee in diesem Jahr.
Früher haben ich und meine Schwester den ersten Schnee immer zu Schneebällen geformt und eingefroren, damit wir auch im Sommer noch welchen hätten.

Nachdem wir aus unseren Heldenpuschen in unsere ordinären Schuhe geschlüpft waren, ging es draußen los: „Schneeballschlacht“ - wenn man es denn so nennen kann.
Oliven haben ein stattlicheres Format als das, woran wir uns die Finger blau froren. Danach war mir so kalt, dass ich dankend der FaRa-Jule den Glühwein abnahm.
Oha! Das war ein amtlich abstinenzinduzierter Alkoholklatsch. Das Zeug hat im ersten Moment übel reingedroschen. Wooohooohoooo! Hab ne Weile gebraucht, bis ich mich danach hinters Steuer wagte. Solang musste sie warten. Wer wacht schon gern tot am Baum auf?

Ich habe wahrlich hart mit mir gerungen, ob ich nun fahre oder nicht. Lange nicht Steuermann gewesen und dann noch son Mistwetter. Das war mir nicht so recht. Hab die FaRaJule gefragt, was sie meint. Mit phänomenalen 40 Sachen hab ich sie dann nach Haus gefahren, total auf Adrenalin - zumindest ich.
So bedacht und vorausschauend wie ich an diesem Abend, ist noch nie zuvor jemand Auto gefahren!
War schon unangenehm.
Doofer Matsch!



Hab dieses Jahr meiner Schwester (Sophie) am richtigen Tag zum Alterungsprozess gratuliert, und nicht wie im vergangenen Jahr schon nen Monat zu früh.
Aber hey, dafür beglückwünschte ich sie zum 23. - ungeachtet ihres 86er Baujahres!
Als sie meinte: „Ähh, Hanniiii, ist erst der 22.!“ fiel mir ein:
„Verdammt, dass hatte Judith (meine andere Schwester) im März auch schon gesagt. Ebenfalls 86er, und ebenfalls schon 23 – zumindest meiner Aussage nach.
Na immerhin. Das olle PolarkreisAlbum war PÜNKTLICHST in Massachusetts, obwohl die ja jetzt total Kommerz sind, so mit Platz 1 und so.
Als ich zuletzt in der Heimat weilte, erzählte mir die Mama vom Bassisten, dass die noch immer keine Kohle dafür sehen. Sie musstem Philli sogar Geld für den Friseur geben, damit der im Fernsehen nicht wie ein Waldschrat rumläuft.

Hach, ich liebe die Musik-Industrie, aber lest dazu mehr in meinen kommenden copykillscopying-Text!
Frei nach Cordula Stratmann: Schreiben kann ich, lesen müsst ihr das schon

Sunday, November 23, 2008

Nachruf






What´s the hard thing about skateboarding?
Telling your parents you´re gay.




Oh man, nun isses soweit.

Nach gefühlten tausend Benefiz-Jams und Konzerten ist nun definitiv Schluß.
Boardstein wird eingestellt.

Über all die Jahre standet ihr mit dem Rücken zur Wand.
Von Ausgabe zu Ausgabe musstet ihr euch weiterhangeln.
Reichte das Geld mal nicht für den Druck, erschien das Heft eben einen Monat später.

Es ist eine Schande, dass wir nun das schillernste, spannenste, lustigste Lehrstück des deutschen Guerilla-Journalismus verlieren.

Ihr wart euren Lesern gegenüber loyal, wir haben es euch gedankt.
Keinem seid ihr in den Arsch gekrochen.
Eure Unabhängigkeit und unsere Vetrauen habt ihr euch mit einem Jahrzehnt extremster Geldnot und großem Stress erkauft.

Ich weiß noch, wie der Ali mir damals euer Blatt gegeben hat, zusammen mit einigen BigBrother- (r.i.p.) Heften.
Dabei wollte ich nur sehen, wo die Skateboard-Fotografie gerade so steht.
Vom ersten Moment an hattet ihr mein Herz gewonnen.
Seitdem habe ich nur wenige Ausgaben versäumt, teilweise fand ich euer beschissen-gutes Layout sogar im Supermarkt!

Oh Mann, ich hab´euch doch so gern gelesen.
Welches Special-Interests-Magazin hat denn schon eine Strahlkraft über den eigenen Bereich hinaus?!
Ihr wart das, was ich machen wollte.
Ihr wart mein Vorbild.
Während diverser Praktika zog ich immer wieder eure Hefte hervor.
„Lasst uns doch mal sowas in der Art machen!“
Doch an euch kam nichts ran.

Wie gern hab ich Teenas BOARDsteinschwalben gelesen, oder „BOARD – Gerüchte aus der Küche“, die albernen Quotes im Inhalt, euer Editorial.
Wie sehr habe ich eure Interviews gemocht, selbst die Musik-Texte habe ich mir durchgelesen, nicht weil ich euren fragwürdigen Musikgeschmack teile, sondern weil sie einfach gut waren.
Eure Reiseberichte waren der Hammer.
Eure Küchenphilosophie stellt die Kleinkinder bei ZEIT und FAZ eiskalt in den Schatten.
Wenn ich über Rennen und Jams geschrieben habe, so waren eure Berichte meine Messlatte.
Eure Fotostrecken dekorierten schon diverse Klos (wo ihr stets zu finden wart).
Skateboarden gibt mir nichts, aber mit eurem Heft konnte ich es genießen.

Scheiße, das ist das Schicksal des Journalismus, nicht die Leser zahlen unsere Drogen, sondern die Anzeigenkunden, und die haben euch so richtig gefickt.
Ich rede jetzt nicht von Yama, Girl oder Rollmops.
Ich meine Wichser wie die Importeure von Vans, Little-Devil und Co.
Ihnen wart ihr zu unangepasst – zu wenig Mainstream.
Man! Skateboard ist Punk! Ihr wart Punk.

Hey Arne, Teena, und die ganze Saubande,

Ich hoffe, dass euch euer großartiges Werk nicht zu sehr ins Minus gestürzt hat. Dass ihr klar kommt.
Wenn ihr online weitermacht – herrlich. Wenn nicht, hey, ihr werdet auch bald 40.

Ihr habt immer einen Platz auf meinem Klo!






Skate or die

L`automne – une rétrospective

Let´s keep it short.

My seventh semester has begun. More KMW than PoWi. Got all the courses I wanted to.

Mona is back from her 2-month practical.

My October was great.
Went to DD celebrating myself.
Maddin, Madl and I went to a party that took place in a tram. They had a “DJ” right behind the driver and a serious lack of beer (so they had to get supplies from a Späti). During the evening, madl forced all the poor girls there to waste my time. I was in a real bad mood this evening, none of these “cuties” could stand my fucked up behavior, even if they wanted to. When the tram arrived next to the Schauburg, I took Madl with me straight into the next Taxi getting home.
I was so sorry for her – ruining her first evening off in months.
Spent my next evening with Matze playing pool, I ripped him off once. We had some real delicious “Currywurst” with some home-made sauce in the middle of the night. Discussions about how to prepare the perfect roast.

Went to a concert: Spillsbury meets classic. Great chill-out.

I realized that my semester began one week earlier than I thought, like most of my study-mates from KMW.

Had a real bad accident. Nice one. Blood, pain, glory. One week later (means seven nights sleeping solely on the left side!) my doctor told me, that two of my ribs were broken. Coool.
Didn´t mind, due to I already started my winter-training.

I am a part-time-vegetarian now. No more meat - except twice a week.
To me, it is a matter of consciousness. It´s not about loving animals, or health or some kind of mortification. I am fed up :) with all this cheap junk from the supermarkets. Finally I am able to enjoy my meals. I even feel healthier right now. Slaughtered baby-animals present the height of my week.
Should consider buying Shell-stocks, to prevent becoming a LOHAS.

November was good, despite the lack of accidents…
Went to Weimar to visit my good old friend Arni. Went to electrolyte - pretty good. Both, Arni and his (meanwhile ex-)girlfriend were to drunken, so I had to drive home. Oha!
My friend madl came over, to spend a weekend partying without max and matze. I was prepared for her disgusting Atkins-diet. No carbo-hydrates (except chocolate).
But! Quelle déveine!
Now, she is on New-York-diet! Most of the time I spent in the kitchen cooking for her. The first evening, we went to some Halloween-party, she was dressed up like a cat, I just looked like a Hanni. She´s the communicative type, and again she tried to get me a girl. Lucky me, that she get drunk pretty soon, so she stopped pushing me in such uncomfortable situations. She was real boozed up. So drunk that she could not get up the stairs without my support. Next day we spent with lamb and a long walk in the Clara-Park.
I like to rustle through all these yellow, red and golden leaves. That´s what I most enjoy in the autumn.
I showed her “my” places in L.E., we had some coffee. In the evening, she wanted to smoke a joint. I get her some weed. The first time since I quitted, I had to decide whether to smoke or not to get high. I did not. But I had a little too much red-vine. We had nice talking all night long.
I was so happy for her - she wasn´t able to party for almost two years. It´s hard to feel free, if you have to take care for a little human being. I know she enjoyed her short-holidays here, but in the end, she was glad to see her child and de facto husband again.

What else in November?

Hmm, Mima called. Her bike was “broken” and I had to come over. She had prepared some punch, candles and stuff like that. I didn´t spent my night there, but forgot my favorite T-Shirt (from the Santorin record-label ). My ribs hurt afterwards.

Today I saved a life. It´s just a beginning, next week I save more and some endangered species too. Still waiting to get a medal or at least to become an UNICEF Goodwill Ambassador (Goal: want to see my name in the Guinnes-book of Nobel-prizes.) A girl next to me collapsed during a lesson and I could prevent her from some injuring herself. Whilst we tried to help her, I get in a serious laughing fit – maybe some kind of stress-reaction. Poor girl, she felt so embarrassed.



I hate this particular text. Don´t read it! I did a bad job.

Friday, November 21, 2008



I want to make you happy.

Teach me how!

Sunday, November 16, 2008

Mad World

Was? Es ist einfach? Dann war es noch nicht in meinem Kopf.



This morning I went from esoulate-night @ staubsauger (the tiniest club I´ve ever seen) to a bakery down the street, having a cup of brown water and some cake. I had a look at all these busy people, collecting bottles, selling coffee, cleaning the streets. Doing what they got to do.
Watching them, I felt so unimportant.
Right now, they sell drugs in Boston, pray in Kuala Lumpur, conquer villages down in the D.R.Congo, starving in Eritrea, I thought. They shoot people, and I am sitting here.

Every day, I can see pictures of war on TV, in the papers.
I don´t mind. It means nothing to me. Just pictures, just stories.
No matter whether it´s fictional or not. There is no difference between war in Africa and George Orwells 1984 – for me.

“Realize” is not as precise as “vergegenwärtigen”, but I think, in this moment, in these bakery, I realized what´s going on. Serious case of empathy. It´s a mad world.
I felt ashamed for my ignorance.
While you read this, people are murdered, slaughtered, raped and mutilated. People are starving or dying on adiposity and cancer. It means nothing, neither to me, nor to you.

I claim that I keep a professional distance to these events. It´s a bloody lie. Otherwise, if I remind myself all the time to all this cruelty out there, it would turn me crazy.

I had chosen the right profession.
I am not going to help people, to improve our situation.
I have to report, to edit and to publish stories. In other words: I get paid for being an ignorant asshole.

Mad world.

I saw this documentary about civil-war in Congo, about Laurent Nkunda. There was these French reporter, his presence (and the presence of his camera) saved the life of a young man, who otherwise would have chopped into pieces. I felt lucky for this guy…
… but I thought, we´re journalists. It is not our business to do so.

I felt ashamed for myself.

Friday, November 14, 2008

Janis Morrdrix

He´s dead. Desimal commited suicide after completing his last track.

wildscotsman6 (vor 1 Monat)

somebody was tellin me that Afterlife was one of his last pieces of work... true?


afare1 (vor 1 Monat)
yep this was his last tune, he hung himself by his computer after making it hence calling it afterlife, apparently neway, he definately did killed himself thou after this tune, sad really

wow, that's mental.. his head was messy tho, schizo, no? Either way, this is a beautiful piece of art.. sad that it ended that way


Adzy3000 (vor 3 Wochen)

so sad that he killed himself afterwards... R.I.P





Hope you saw the light.

Tuesday, November 11, 2008

Dann habe ich spontan überlegt...

Seminar: "Radikalisierungstendenzen in postdiktatorischen Gesellschaften"
Thema: nicht vom Stuhl rutschen, während des Schlafens
Ergebnis: siehe unten







Novembernacht
der Trost
von Neonlichtern



















Und noch eins. Bekanntermaßen haben Haikus nur Beobachtungen der Umwelt zum Thema, Dinge die einen umgeben (ja ja, eine Reminiszenz an Helmuth Plessner) man selbst bleibt außen vor. Anders könnte ich das gar nicht abhandeln, ich alter str8-edger ich...


Herzstolpern...
mit Erwartung und Teilen
auf Party

Friday, November 7, 2008

Brutal aber wohlmeinend

Mein Beitrag zur Wahl (Prop-8). War der zeitnahste Aufhänger, Haider verwest ja schon.


- Ist schon gut das, das mit den Schwulen.

~ Hmm?

- Na dass die heiraten dürfen und so.

~ Was soll daran gut sein? Ich dachte immer, du hättest was dagegen.

- Ich möchte halt ungern mit dem Arsch zur Wand laufen.

~ Und deshalb findest du die Homoehe gut? Versteh ich nicht.

- Pass auf, ich erklär´ es dir. Das ist unnatürlich, die Sache mit der Homosexualität. Das ist abnormal.

~ So ein Blödsinn! Natürlich ist das natürlich. Das ist doch keine Krankheit, das ist Veranlagung.

- Sag ich doch!

~ Du hast eben gesagt, es wäre „abnormal“.

- Ist es ja auch, oder glaubst du, die Schwulen hätten so lang ohne unsere Hilfe überlebt?

~ Waaas?

- Na wie Gehlen schon sagt, der Mensch ist ein Mängelwesen, und aus diesem Grund muss er seine Umwelt verändern...

~ Was hat der denn jetzt damit zu tun?

- Homosexualität ist veranlagt, oder?

~ Ja.

- Also bekommen schwule Väter schwule Söhne?

~ Schwule machen keine Kinder!

- Aha! Touché! Siehst du, wenn man der Natur freien Lauf ließe, würden sich die Homos selbst ausrotten! Ohne eine Gesellschaft, die Menschen mit gleichgeschlechtlicher Präferenz unterstützt, gäbe es schon längst keine Friseure, Designer und CDU-Generalsekretäre mehr!

~ Ich glaub nicht, dass unsere Gesellschaft Homosexuelle unterstützt hat. Verfolgung, Stigmatisierung, schlimme Strafen. Denk nur an die Katholiken und ihr Weltbild.

- Wenn das mal keine Unterstützung ist. Die Katholische Kirche ist doch das größte Schwulenzuchtprogramm überhaupt! Warum wohl propagiert eine Versammlung zölibaterer Männer die Familie?

~ Sag!

- Na nur auf diesem Weg können schwule Väter schwule Söhne bekommen! Man muss sie dazu zwingen! Man muss sie zwingen sich selbst dazu zu zwingen. Wenn man als Alternative nur zwischen Ehe und Scheiterhaufen wählen kann, dann klappt das schon mit dem Homosexuellen-Nachwuchs

~ Dass nenn ich Doppelmoral. Ziemlich perfide sich auf diese Art mit Messdienern zu versorgen.

- Sag ich mir auch, gegen Homosexuelle sein, aber das heimlich fördern! Schau doch nur wie erfolgreich die sind: ganz Hollywood – schwul. Die ganze Modeindustrie – schwul. HipHop – alle schwul. Daran hat nur diese bigotte Moral Schuld! Überleg doch mal! Neben dem Hausrind, dem Haushuhn und dem Hausschwein haben sich Schwule doch hervorragend entwickelt!

~ Und deshalb bist du jetzt für die Homo-Ehe?

- Genau.

~ Ich versteh´ es immer noch nicht...

- Also, wenn lesbische Frauen Lesben heiraten, und schwule Männer Schwuchteln, dann wird das nix mit Nachwuchs! Jawoll! Zeugungsverweigerung! Die rotten sich eigenhändig aus! Und in 60 Jahren gibt es dann Models mit mehr als ihrem Geburtsgewicht und ich kann rosa Polohemden tragen, ohne dass man mir einen Vertrag in Hollywood anbietet. Das Paradies.

~ Hui, Evolution ist schon ´ne tolle Sache.

- Du sagst es. Hey, ein Genozid, den Gutmenschen gut finden, dass kann ja nicht schlecht sein!

Sie möchten nicht diskriminiert werden,
Sie sagen, dass würde sie stören.
Doch wer schon so lang diskriminiert wie ich,
Für den ist es schwer damit aufzuhören.

(frei nach Sebastian Krämer)

Saturday, October 25, 2008

Wie cool...


„In der LBS-Werbung ist der Typ mit dem Moped der Coole.“

Dieser Satz ist mehr als eine bloße Aussage, und auch mehr als die Summe seiner Teile. Ähnlich wie bei „Dumm fickt gut.“ kann man hier wunderbar schwadronieren. Und natürlich, ich habe recht, Thomas ist der Held.

Fangen wir an. In allerbester James-Bond-Manier sitzt Thomas im Anzug mit Krawatte auf einem hochgezüchteten Sportgerät (mit 14 ist das ein Moped). Diese sportliche Attitüde wird unterstrichen von einer Sonnenbrille, die zu sagen scheint: „Roaaaaar!“ Thomas ist umgeben von willigen Konfirmantinnen. Sein süffisantes Lächeln sagt uns: Da geht so einiges!

Hingegen der Bauspar-„Siegertyp“.
Sein Ensemble aus wurstigem Rollkragenpullover an Samtsacko mit Speckjeans und gefaketen Budapester-Schuhen weist darauf hin, dass wir es hier mit einem schweren Fall zu tun haben.
Eltern, die ihren Sohn zur Konfirmation in einen Pimmelpullover stecken, wollten definitiv eine Tochter, oder wenigstens jemanden der auf Männer steht. Genau aus diesem Grund bekommt der Protagonist, dessen Namen im Dunkeln bleibt, auch einen Bausparvertrag. Die Mitgift also, damit dieser Fehlschuss möglichst bald aus dem elterlichen Haushalt verschwindet. Was will er auch mit einem Moped? Frauen aufreißen? Der?! Der kriegt doch in Mathe Einsen und in der Pause aufs Maul!


Tausend Jahre und eine handvoll vormals jungfräulicher Konfirmantinnen später treffen sich Thomas und der Bausparer wieder.

Tja, Werbe-Kasper der LBS, das war wohl nix.


Thomas steht auf dem Parkplatz, und pflegt sein aufgemotztes Sportgerät. Auf dem Nummernschild steht BAR-5855. Yeah. Thomas hat in bar gezahlt, nix mit Kredit, Raten oder Leasing. Er geht zum Händler und knallt diesem ein Bündel Scheine hin.
Sein Jeansoutfit und seine Figur sind Understatement pur. Ein saturierter Lebemann wie er darf getrost einen Bauch haben, er kriegt einfach jede!
Die Brille dient nicht nur dazu, das volle Haupthaar aus der Stirn zu halten, sondern vor allem um die Spuren der letzten Orgie im Studentinnen-Wohnheim zu verdecken.
Thomas hat nicht die Zeit, sich um Haus, Familie oder solchen Unsinn zu sorgen. Seine Familie („Mutti“) steht voll hinter ihm. Mutti sorgt dafür, dass Thomas immer gut genährt ist, saubere Jeansjacken trägt, und dass sein 1,80 x 2,00m Bett mit Spiegeln an der Decke stets mit frischer Seidenbettwäsche bezogen wird. Ein Hochleistungshengst wie er braucht die Unterstützung der Familie!

Welch erbärmliches Bild hingegen bietet die Bausparer-Niete. Lederflicken auf einer Tweedjacke, Pullover und ein Hemd so abscheulich, dass nur ich es tragen könnte. Dazu schwarze Slipper (!) und lässig ins Gesicht gekämmtes Resthaar, um die hohe Stirn zu verdecken.
Es gibt nur 3 Möglichkeiten:
Erstens: Lehrer Deutsch und Geschichte, wo er den kleinen Mädels mit seinen lüsternen Blicken zu nahe rückt.
Zweitens: Soziologe, ähmm, keine Ahnung was die machen. In der Steinzeit gab es sowas jedenfalls nicht, damals hatte der Säbelzahntiger die am Arsch!
Und Drittens: Assistent eines Professors (Geodäsie und Onanie).
Egal welche dieser Varianten zutrifft, fest steht eines: seine baldige Ex-Frau treibt es mit seinem Chef (oder der Cheffin) die Kinder hassen ihn, er kriegt bei realen Frauen keinen mehr hoch (man beachte die Abnutzung der Jeans an der Hinterseite, hervorgerufen durch stundelanges Sitzen vor Internet-Pornos).
Er ist in diesem Film definitiv der Gefickte.

Seine Frau hat ihm zum Kauf eines netten Designerhäuschens genötigt, für dessen Erwerb der Bausparvertrag natürlich nicht reichen konnte. Er zahlt für den Kredit, sie schläft mit seinem Kundenberater.
Nach der Scheidung kriegt sie die Kinder, das Haus, seinen Lohn.
Er hingegen bekommt Psychopharmaka, nen Schuldnerberater und so richtig schön eine reingewürgt!

Hach, er ist ein armes Würstchen, und das nur, weil er einen Bausparvertrag hatte.

Techno!!!

Hab mal das Layout geändert, konnte diese abscheuliche Serifen-Sauerei in der Überschrift nicht mehr ertragen. Stattdessen jetzt meine eigene Schrift: kann keiner lesen, sieht aus wie von nem legasthenischen Roboter ausgestanzt, aber ich hab alles selbst entworfen. Der gleiche Schriftzug wie die "_joKa_"s auf meinem Bike (r.i.p.) und meinen Klamotten (Danke Madl).

Hab nen Tag vorm AutoCAD zugebracht, um die Schrift hinzukriegen. Es scheint, als könnte ich kein anderes Programm bedienen. Auf das "S" bin ich besonders stolz.

So miserabel die Schrift auch sein mag (unleserlich, technoid, zu dynamisch, unseriös), in ihrer Hässlichkeit wird sie vom Hintergrund noch übertroffen! Einzeln sah beides super aus. Naja. Da ich unfähig bin mein photoshop zu bedienen, hat der Gärdi mir das gemacht. (Vielen Dank nochmal!!!)
Sieht aus wie ne 80cent Postkarte aus Mallorca, trash kommt halt wieder.

Außerdem habe ich etwas an usability und credibility gefeilt.

Aus dem Grund jetzt mehr blau und grau, das wirkt seriöser. Gleiches gilt für die potthässliche Serifenschrift, außerdem lassen sich mit dieser lange Texte einfach besser lesen.
Die Links auf der linken Spalte sind auch der usability geschuldet. Im anglo-amerikanischen Medienraum hätte ich sie besser unter den Header gesetzt. Aber im Internet, da hört das mit der Internationalität auf! War ja bereits vorher so, wie auch schwarze Schrift auf weißem Grund - nichts lässt sich besser lesen.

Uni ging los. Meine verbale Präsenz verschlägt den Dozenten immer wieder die Sprache.
"Was?! Sie besuchen dieses Seminar? Ich kenne sie doch, sie diskutieren doch andauernd! Oh nein!" :)

Waren eben beim Mexicaner, lecker Steak essen. Das 200g medium Filet argentinische Kinderkuh war mein erstes Fleisch diese Woche. Nice one!
Ich glaub, das mit den Bohnen hätte ich lassen sollen, das gibt grad nen Heidenspaß im Darm.

Lesers to-do-liste:

Das intro ist unglaublich
Hab schon nen Antwort-Post dazu in der Schublade
Take five

Wednesday, October 22, 2008

Close to the edge

I´ve had a real bad accident yesterday. Murderous one.
It was raining on my way back from Albertina and I wanted to go home as fast as possible. Me, on my bike, in the rain, during rush-hour.
The street was pretty sketchy. I had to turn left on one of these large crossroads next a tram stop. I just wanted to cross, as long as the lights were still green. I was quite fast, when it happened. My front-tire came on a track and slipped away.



“Shit, das wars!”



…was all I thought on my way to the ground.

I could hear my skull burst on the street,

I could feel it.

I even saw my brain squirting around – in slow-motion.


Well, you don´t see pictures of your wasted life flickering around your head.
It´s a lie. Your brain is anticipating your soon death.


Somehow I´ve hit a gap in three traffic lanes full of rushing cars.
I tried to kick the bike away, but my legs got tangled.
My paralyzed body was grinding over the street. This took no longer than a second, but it seemed like ages.

Kind of miracle, that none of these cars ran over my head.
Lucky, lucky, lucky us.

When I stopped after fifteen, 20 meters, I could grab my bike and pull it on the pave way.
I didn´t feel nothing. I heard nothing. I could barely see anything!
My heart was beating like on some kind of overdose. I had to sit down - in the rain, saw my environment in black and white and it was still totally quite. Maybe for seconds, maybe minutes. Don´t know. I had to vomit. Think it was a shock.

And I thought, my crash in Switzerland was close!


At home I realized: seriously injured. Grazes all over me: ankles, legs, knee, hip, back, elbow. Both of my hands were just two lumps of bloody meat.
Despite that my head not even had a scratch!
At least it would have been a nice funeral with an open coffin.

Now it will hurt: I had to clean my wounds - with a brush and hot water, till it´s bleeding again. I almost cried. No more adrenalin in my veins, no more body-own pain killer. I didn´t want to take some Aspirin, due to its blood-diluting effects. After my home-made torture, I disinfected all wounds and put some special bandages on the smaller ones.

I couldn´t sit, I couldn´t stand or lie down. Every part of my maltreated body was hurting. Overnight, the graze on my hip broke and my sheet was full of blood this morning.

But right now, I´m in best shape.


I broke my rear-hub. Not a rim, none of my spokes, not even a brake-lever or something! It´s a DT-Swiss Onyx - forged, CNC-machined and hardened 6061 T6 alloy. One of the best hubs ever. Technically impossible to destroy,
but I made it!
Today, I gave the importer a call, and they offered me a fair trading solution, so I don´t have to spend another 250. Nevertheless, my bike is in better condition than myself.




Well, I´ve had been in a real fucked up mood for weeks.
Now I´m not.
Maybe I am kind of snake in need of sloughing sometimes. The good old asphalt peeling, you know.
Or I just need to recognize, there is a thin red line between already dead and still alive.
I am happy right now – that’s good.

"Life is short."

Monday, October 20, 2008

L4y3r c4k3

“You born, you take shit.
Get out in the world, take more shit.
Climb a little higher, take less shit.
To one day, up in a rarified atmosphere and you´ve forgotten what shit even looks like.
Welcome to the layer cake, son.”


... und wieder zurück in die Uni :.(

Friday, October 17, 2008

Luke Grate

"Aus betriebstechnischen Gründen wird dieser Sommer jetzt geschlossen!"


Sahnetrüffel

Ich importierte Drogen von Leipzig nach Dresden. Um genau zu sein, Espresso-Kaffee und Sahnetrüffel. Bereits während der Fahrt fiel mir die erste Packung Trüffel zum Opfer. Das sollte sich noch bitter rächen!
In Dresden machte ich mich als erstes auf den Weg zu Matzel (das ist eine Komposition aus Matze, Madl und wohl auch Max). Zu meinem Unglück wollten Sie ihr Wochenende ohne mich verbringen (man könnte aber auch sagen, sie fuhren zu ihren Eltern). Da kam ich mir schon etwas mies vor: ich strapaziere ihre Gastfreundschaft, und habe gerade eben eine Stunde um mich mim Matze zu unterhalten:„Also, du musst das Gemüse vorher kurz anbraten, bevor du eine Brühe daraus machst, dann wird sie aromatischer...“ Madl hingegen stellte ich mit einer zweiten Packung Sahnetrüffel ruhig. Nicht weil ich nett bin, sondern um ihre Glyx-Diät zu sabotieren.

Mein abendliches Zeitmanagment kann man nur als vorbildlich beschreiben, dermaßen vorbildlich, dass ich noch eine Runde durch die Neustadt spazieren konnte, nur um NICHT pünktlich im Raskolnikoff aufzuschlagen. Die Neustadt hat um diese Tages- und Jahreszeit eine ganz eigene Stimmung. Ich hatte dabei das Bild einer Welle im Kopf, auf ihrem Höhepunkt, kurz bevor sie sich bricht. Schööööön, so was muss ich natürlich in mich aufsaugen. In besagter Lokalität sollte ich mich mit einer Freundin treffen. Nachdem ich die Bedienung fertig gemacht hatte, musste ich feststellen, dass sie ein wahnsinnig tolles Kleid trug (also sie, nicht die Bedienung). Ein Kleid, an dem asiatische Kinder mit niedlichen, kleinen Bügeleisen tagelang die Falten eingearbeitet haben mussten.
Meine mittägliche Sahnetrüffelorgie sollte sich nun auf das Bitterste rächen.
Es scheint tatsächlich Leute zu geben, die meinen Aussagen einen gewissen Wahrheitsgehalt zubilligen. Da erwähne ich ein einziges mal, dass ich diese Milchkaffee-Kekse mag, und promt konfrontiert man mich mit einem Einweck-Glas (!) voller Kaffeehaus-Leckerlie! Was ist das nur für eine Welt, in der mir Frauen Kekse schenken! Wäre sie eine Oma, mit mehr Falten im Gesicht als im Kleidchen – meinetwegen. Aber so?! Diese Bloßstellung sollte weder das Ende, noch der Gipfel der Unverfrorenheit darstellen, die man mir noch entgegenzubringen trachtete! Wie steh ich, welcher den ihr zugedachten Trüffeln nicht widerstehen konnte, denn jetzt da? Das ist wie in Donnie Brasco, als Al Pacino einen Löwen geschenkt bekommt. Einfach nur frech, dreist, unverfroren, rüpelhaft, ähmm, böses Wort, böses Wort, böses Wort bestimmt nett gemeint. Nebenbei, schön mal jemandem zuhören zu dürfen, der etwas zu sagen hat.

Der Anlass unseres Treffens und ihrer Dreistigkeiten war der Besuch einer Veranstaltung der skandinavischen Schnurbart-Union. Auch bekannt unter dem Namen: Efterklang. Man ließ mich ohne Probleme mit dem Keksaquarium in die Scheune. (Der Türsteher war sicher Pazifist) Wir haben den Altersdurchschnitt nach unten korrigiert. Heißt das jetzt, dass wir reifer sind als unser Umfeld, oder sind wir bloß frühvergreist? Efterklang geht eher in eine entspannte Richtung, perfekt zum auf der Couch lungern, aber ich musste stehen. Onkel Youtube hatte mich eher auf elektronische Musik eingestellt, aber hey: wär Schnurbärte trägt, muss auch ein Instrument spielen können. Die Herren waren sehr viele, und sehr lustig angezogen, neben einer albernen Frisur im Gesicht, trugen sie Micky-Maus-Halloween-Mäntelchen. War ziemlich geil. Allerdings glaube ich, dass einer der beiden Drummer und der Bassist eine Fehlbesetzung waren (noch mehr Haare im Gesicht). So würde ich es zumindest im New Musical Express schreiben. Man merkte, besonders zum Schluß, dass sie gern „richtige“ Musik spielen wollten. Sobald sie jedoch schneller als 100 bpm waren, fingen ihre Bandkollegen sie wieder ein. Erwähnte ich, dass sie Pelztiere über dem Mund trugen, ja? Am „Merchandise-Stand“ verkaufte man hübsche Heile-Welt-T-Shirts und Schnurbartkämme. Ich habe an diesem Abend bei Efterklang etwas gelernt: Nie, nie nie, sollst du eine Frau Tickets besorgen lassen, es könnte passieren, dass sie dich einläd – einzig um dich damit zu provozieren (natürlich um einen fertig zu machen, was denn sonst).

Da nicht alle von uns so vorrausschauend Sahnetrüffel zum Mittag hatten, trieb uns der Hunger (nach mehreren erfolglosen Anläufen) zum Babos. Dort schafften man es dem Begriff „ranzig“ eine völlig neue Dimension zu verleihen. Ich musste Kakaobohnen und Bier runterwürgen, um den Geschmack los zu werden. Nachdem ich gelernt hatte, wie man ein Rasiermesser für Haare nennt, hab ich das gleich wieder vergessen.
Warum auch immer, und ohne die mir daraus erwachsenden Konsequenzen zu bedenken, stellte ich fest, dass Kurze Hosen an Frauen einfach scheiße aussehen. Es stand außer Frage, dass ich damit Recht hatte. Das scheint jetzt natürlich keinen Sinn zu ergeben. Aber ich brauch noch ´ne Überleitung, einen Handlungsbogen, den zinnober-roten Faden kommender Anekdoten. Ich hab dann ein Taxi heim genommen, weil ich keine Viertelstunde auf die 11 warten wollte.


Entenbrust

Am nächsten Morgen hatte Madl die grandiose Idee Laufen zu gehen. Nach diversen Mahlzeiten und Baby-Sprutz auf sämtlichen Klamotten war es bereits Mittag als wir uns in die pralle Sonne wagten. Da die Madl den Hals nicht voll kriegen konnte, musste ich immer weiter und weiter und weiter laufen, nur damit sie, immer wenn uns jemand sportliches entgegenkam, das Tempo forcieren konnte. Das macht sie immer so! Unfair! Stets auf den armen Hanni! Der noch dazu reden und den Kinderwagen schieben musste! Das nenn ich Multitasking: reden, schieben, nebenbei noch einen Fuß vor den anderen setzen, und Frauen nachschauen! Ungeachtet unseres (ihres) sportlich-flotten Tempos, waren wir viel zu spät zurück.

Ich wollte eine Ausstellung besuchen, und Tabea musste mit. Da die Ausflüge ins Marathon-Lager meinen Zeitplan vollends zum kollabieren brachten, mussten wir noch, nach einer mir unglaublich peinlichen Verspätung, mein Gepäck im Bahnhof verstauen, bevor ich den Weg zum Kunsthaus vergessen konnte.
Die Ausstellung trug den Namen „Under Influence“ und im Deutschlanfunk sagte man, es gehe um das Verhältnis von Drogen und Kunst zueinander.
Kunst? Hey, da hab ich noch Potenzial! Außerdem dachte ich, dass sich dabei etwas Input für meine „GenerationGenerationGenerationDegeneration“-Texte ergibt.
Die Schweine, lassen sich ihre Drogenerfahrungen vom Staat finanzieren...
Richtig geil fand ich diesen Heroin-Trip-Film im Keller. Grau in grau, durch dunkle versiffte Gewölbe – abstoßend real.
Ein Fotograf, dessen Name mir entfallen ist, hatte eine Fotoserie einer kalifornischen WhiteTrash-Stadt. Ein Ort, in dem alle auf Crissn sind. War ganz schön beeindruckend. Ist es ein gutes Zeichen, wenn man sich in solchen Dingen auskennt?
Cool war auch die Umsetzung von Speed, eine riesige Leinwand, vollgestempelt mit immer dem gleichen Wort. Das hat der „Künstler“ bestimmt in einer Nacht „durchgezogen“.
Manches habe ich nicht verstanden, manches hat mir nicht gefallen, in einigem konnte ich mich wiederentdecken – und DAS war wirklich unangenehm.

So, suchen wir rasch den zinnober-roten Faden. Da isser. Kurze Hosen an Frauen Beinen sehen scheiße aus, da sind wir uns also einig. Gegenstimmen? Nein? Keine? Gut, sag ich doch.

Wie verkommen muss man sein, um diese meine am Vorabend getroffene Aussage in Frage zu stellen?! Noch dazu auf eine Art, dass ähhhm [Name eines berühmten Models] vor Neid erblasst wäre?! Dolle verkommen! Ganz bestimmt! Die Welt ist mir gegenüber schon unfair - manchmal! Erst Kekse und Konzertkarten und dann noch kurze Hosen, welche meine Ansicht über die Hässlichkeit selbiger an Damenbeinen vollkommen auf den Kopf stellten. Schweinewelt! Da wollte jemand provozieren! Jahaaa! Aber ich hab das eiskalt geschluckt, und mir nichts anmerken lassen! Jaaa niemandem den Triumph gönnen - lieber platze ich vor Wut, als mich korrigieren zu müssen. Hihi.

Auf dem Weg zum Café Combo, wo sie ganz passablen Espresso aber gänzlich unpässliche Bedien-Äffchen haben, liefen wir durch die Neustadt. Wie schon am Abend zuvor herrschte hier eine ganz eigene Stimmung. Die bereits niedrig stehende Sonne, in einem kräftigen orange-rot, sich spiegelnd in den Fenstern der Gründerzeithäuser, mit ihren Efeuranken und Ikea-Vorhängen. Laue Spätsommertemperaturen, leckere Gespräche und interessanter Kaffee. Das ist es, was für mich dieses ganz besondere Neustadt-Feeling ausmacht. Schade, dass man es so selten erlebt. Also muss man jeden einzelen Augenblick genießen!
Da mag der Vater telefonisch auch noch so sehr „Hunger!“ vermelden, davon lass ich mich nicht aus der Ruhe bringen.

Ich fuhr also mit Sack und Pack (...samt Keksen) nach Radeberg. Mein Vater konnte es nicht erwarten (Immerhin kam ich mit 2 Stunden Verspätung) und hatte sich bereits am Grill als auch am Wein verlustiert.
Nach einem ungemein angenehmen Nachmittag, folgete nun noch ein yammi-yammi Abend. Mal überlegen... gegrillte Entenbrust; selbst eingelegte, grobe Bratwürste (von Ziegenbalgs!!!); selbst mariniertes Rinderfilet und als Beilage: Nürnberger Würstchen. So lässt es sich aushalten. Dazu gab es direktimportierten französischen Rotwein, Clairet und all so nen Mist.
Ich nahm, noch unter Einfluss von „Under Influence“ (hähä) Abstand von den Likörchen und begnügte mich mit etwas Wein. Ganz Frankreich muss trocken sein, nachdem was meine Eltern da an Alkoholika rausgeschafft haben.
Im Anschluss an die rühmliche Vernichtung ganzer Nutztier-Populationen auf dem heimischen Grill, drängten Katja und ich meinen Vater dazu, seinen nigelnagelneuen (und noch dazu allerersten) Anzug anzulegen. Der Wahnsinn! Mein Vater ist 45, und ich habe ihn bis dahin noch nie in einem Anzug gesehen. Verdammt schick, auch wenn er etwas an der Haltung arbeiten musste. Wir beide krittelten solang an seinem Aussehen rum („ Mach ma die Schürsenkel richtig.“ „Hemdknopf zu“ ...) bis wir ihn hinbekommen hatten. Großartig! Extra für einen Ball hatte er sich diesen Anzug schneidern lassen, wohingegen seine Freundin in einem 20€ (!) Ebay-Kleid eine nicht minder gute Figur machte. Schon krass, die beiden so zu sehen.


Bockwurst („Bocki“)

Am nächsten morgen wurde ich zum Glück nicht geweckt, denn meine Eltern waren noch im Marathontraining, außerdem steht man in dem Alter eh um 7 auf – Verrückte! Ich war gerade wach, und wühlte mich durch die Wochenend-SZ (Wurstblatt), als ich auch schon zu meinem Opa musste. Da wird noch um 12 Mittag gegessen! Wie sich das gehört! Und die Butter darf man beim Frühstück auch nich oben abkratzen – so siehts aus. Danach schlenderte ich durch Radeberg, holte mir ein Eis, und auf dem Weg zum Schloss traf ich zuerst meine Anwältin, und keine 50m weiter noch den Ex meiner Mutter (seinerseits absoluter Monarch dieser Kleinstadt). Mit beiden quatschte ich mich fest. Sowohl Cordula, als auch später Gerhard musste ich stolz von meines Vaters heroischen Versuchen wie ein Erwachsener auszusehen erzählen, damit sie des Abends auf dem Ball nicht aus allen Wolken fallen.
Ich spazierte weiter zum Altenheim, um meine Uroma zu besuchen. Sie ist auf der miesesten Station untergebracht, denn bei ihr haben sie nicht eine hübsche Pflegerin! Ich schlenderte mit ihr durchs Friedrichstal. Trotz meines Vorschlages weigerte sie sich beharrlich, mich auf dem Rückweg im Rollstuhl zu schieben. Damit konnte ich mein Familienprogramm abhaken und schlenderte heim. Dort waren meine Eltern längst im Umzugsstress: „Mach deine Schnürsenkel ordentlich!“ oder auch „Hanni, was meinste, soll ich dieses Tuch oder jenes Tuch nehmen? Dein Vater kann das doch nich beurteilen.“ Nebenbei setzte ich durch, dass auch ich einen Anzug bekomme, so dass gleich die Schneiderin angerufen wurde, auf dass ich morgen zum maßnehmen dahin käme. Cooool.
Meine Anwältin und ihr Mann kamen. Man sah genau, wie das vor sich gegangen sein muss: „Mann, du ziehst das jetzt an! (devot) „Ja, Frau.“ Er musste dann im Anzug noch die Katze einfangen, so dass dieser voller Katzenhaare war. Herrlich. Ein wirklich schönes Bild. Nachdem ich sie sicher verwahrt wusste, setzte ich mich noch für ne kleine Runde aufs Rennrad, um im Anschluss in die „Stadt“ zu Freunden zu fahren.
Nachdem wir schätzungsweise den gesamten Abend rumgehangen haben, ging es dann...
...nein, nicht auf Party...

...zu Aral, Bockwurst (genannt „Bocki“) essen.
Dazu muss man sagen, dass die Würste hier in einem Dampfgarer zubereitet werden, was ziemlich aromaschonend ist. Aber dennoch, das war der Höhepunkt ihres Wochenendes, was mich unheimlich aufgeregt hat, so dass ich mein Rad aus dem Kofferraum geholt habe und heimgefahren bin. Ich war vor 12 im Bett. Das ist krank!


Vegetarische Linsensuppe

Aufwachen, in die Küche schlurfen: „Sind Laufen. Papa“ Hmm, lecker: ein in Wolle eingepacktes Ei, gleich ein paar Espresso drauf und fertig ist das Frühstück.
Ich warf meine Wäsche in die Maschine, verging mich weiter am (von mir importierten) Espresso und kratzte mich mehrmals an multiplen Stellen meines Astralkörpers. Yeah – Sonntagmorgen halt. Als meine Eltern zurück und wieder sauber waren, ging es nach Dresden. Zuerst zum Töpfermarkt, mit dessen Ausrichter meine Eltern befreundet sind.

In dem Moment dachte ich mir nur: hmm, verdammt, hättste doch nur...
...vor 2 Jahren mal ein Interview oder ne Story zu den Polarkreis-18-Schwuchteln gemacht. Denn die Eltern des Gitarristen sind die Freunde meiner Eltern, statt um Ton und Tassen ging es nur „Ahh, seit der Phillie so erfolgreich ist, isser ja noch introvertierter, bla bla bla...“ Ich konnte meinen Eltern ja schlecht das Wort verbieten. Scheiße, jetzt hat doch schon jeder drittklassige Schreiberling, der das Alphabet nur bis P kann, nen Text zu dieser Weichspül-Combo verbrochen, in das Kielwasser stürz ich mich nicht! Hätt ichs nur vor 2 Jahren mal getan, aufreg...

Danach verbrachten wir mein Gebäck (und meine Taschen) zum Bahnhof, auf dass ich zum tapferen Schneiderlein gefahren wurde. In Ordnung.
In meiner Welt gibt es exakt 3 Maße: 11,5, L und 32/34 (wobei das auch 34/32 sein kann, ich verwechsel das ständig).
Ha! In ihrer Welt gibt es mehr, bald 2 Stunden mehr! Ich hatte weder eine Ahnung was ich für Stoffe wollte, noch was ich für nen Schnitt wollte – ich wusste nichts! Dafür verpasste ich meine Mitfahrgelegenheit. Schöner Mist. Und nun?
Hmm, mal Tabbi fragen. Wenn man schon mal aus Confluentes herkommt, sollte man auch ordentlich unter mir zu leiden haben. Steh ich doch tatsächlich in Unterhosen aufm Balkon und telefoniere, ein Glück, dass sie das nich gesehen hat. Rasch überlegte ich noch, was ich verbrochen haben könnte: „Etwas über Kekse gesagt? Nein. Was über kurze Hosen gesagt? Nein. Gut!“ dann ließ ich sie zusagen.
Oh nein, schon wieder zu spät – die Ärmste. Jetzt ist sie bestimmt sauer...
Ohh! Fahrräder! Die Auslage des Bikeland. Dabei kann ich total abschalten und checke nichts mehr. Man muss mich förmlich aus dieser Bikepart-Trance rausprügeln, damit ich wieder was mitbekomme.
Nachdem wir schon am Donnerstag durch die Neustadt mäanderten, um einen bestimmten veganen Laden zu finden, sollte uns dies am Sonntag endlich gelingen. Die haben auf dem Klo den gleichen 1920er Badschrank wie meine Eltern! Yeeehaaa!
Ich ließ mir erzählen, wie eine Hochzeit zwischen richtigen Menschen so abläuft. So mit Kriegsverletzungen durch Sektflaschen und so... Hey, man kann veganes „Essen“ durchaus genießen. Was mich jedoch nicht daran hinderte beim Verlassen zu sagen: „So, und jetzt essen wir erstmal n richtig schönes Steak.“ Hähä.
Trotz, dass ich meinen Fehdehandschuh gerade nicht dabei hatte, lenkten wir unsere Schritte gemächlich gen Combo. Eine DJane (verdammtes Kunstwort) legte ChillOut auf, und der Kellner provozierte wieder, der Sack. Natürlich wurde ich angefahren, dass ich nett zu dem sein soll! Ist ja klar, der arme Hanni ist immer Schuld dran, wenn die anderen Ärsche sind!
Weil wir beide ungemein sophisticated (neuer zinnober-roter Faden, gleich kommts, gleich kommts, hihihi, ich freu mich schon...) sind, saßen wir mit unseren Laptops da, ich ließ mir Bilder von ihrem Workcamp zeigen. Da ich aber noch viel sophistikatheter (Ha! Der war gut, nich? ;) bin als sie, blieb mein Klapprechner gaaaanz cool in der Tasche.
Zur Abwechslung brachte sie mich einmal nicht mit dem Tragen Kurzer Hosen, mir Keksen oder ähnlichem in Verlegenheit. Das könnte daran gelegen haben, dass ich, aalglatt wie ich nunmal bin, keinerlei Angriffsfläche bot. Ha! Ätschibätschi sag ich da nur!

Setzte am Freitag meine Familie dem kommunikativen Treiben mit den Mitteln der mobilen Kommunikation ein Ende, so übernahm ihre Familie des Sonntags diesen Part. Ich schleuderte dem Bedienäffchen noch eine Beleidigung ins Gesicht: „Zahlen, bitte!“ und dann geleitete man mich zum Bahnhof. Eigentlich hätt ich sie noch ein paar Minuten unterhalten sollen, nur hatte ich Angst, dass mein Zug ohne mich davon fährt. Schade. Sah ganz schön verloren aus, auf dem großen, bösen Bahnsteig. Irgendwie war der Sommer mit einem mal vorbei.

Meine Mitfahrgelegenheit heißt inzwischen 59-Minuten-Norbert, weil ich schon mehrmals mit ihm heimgefahren bin. Jedesmal versucht er die Strecke DD-Hbf. <-> L-Hbf. in unter einer Stunde zu schaffen – und scheitert knapp. Dabei gibt er sich die größte Mühe, oder wie würdet ihr es umschreiben, wenn man mit 130 Sachen durch eine „80“-Baustelle brettert, während ich ihm die ganze Zeit irgendwelchen Unsinn erzähle (wobei mein Gelaber wohl die größere Gefahrenquelle darstellt).