Saturday, November 28, 2009

Das Protokoll der Protestierenden

Von der Besetzung des Leipziger Uni-Rektorats


Es riecht nach Bier und Füßen, sobald man aus dem Fahrstuhl tritt. Am Montag besetzten 100 Protestierende das Rektorat der Universität Leipzig. Sie haben das Gebäude übernommen. In einem der Vorzimmer hängt eine Sammlung ihrer Forderungen: „Bedingungsloses Grundeinkommen. Unbequemer werden. Mehr Musik.“

Über einen fleckigen, roten Teppich, vorbei an unzähligen Rucksäcken und verschobenen Möbeln gelangt man in den Saal des Plenums. Hier tagen sie, die BesetzerInnen – wie sie sich selbst nennen, um der Gleichberechtigung Geltung zu verschaffen. Studenten, Punks und Touristen. Das sind sie also diejenigen, die meinen für die Mehrheit der Leipziger Studenten zu sprechen. Eine vollkommen homogene Gruppe. Sie tragen Uniform vor lauter Individualität: die gleichen Schuhe, Pullover und Meinungen.

Die Diskussion ist in vollem Gange, es geht um eine Erklärung, die Rektor Häuser an diesem Dienstag Morgen übergeben hat. Man ist sich einig, dass seine knappe Antwort auf die Forderungen der Besetzer einen Affront bedeutet. Welche Forderungen das waren, scheint keiner mehr im Detail zu wissen. Wichtig ist im Moment nur, dass der Rektor damit nicht durchkommen darf!
Punks und Touristen

In einem der Vorzimmer packt Noel* seine Gitarre aus. Er ist Brite und arbeitet als Übersetzer in Deutschland – nebenbei besetzt er Universitäten. Als vor einiger Zeit das Seminargebäude in Leipzig bestreikt wurde, fand Noel eine Anzeige im Internet, auf einer Plattform die Übernachtungsmöglichkeiten anbietet. Neunundneunzig Betten hieß es, seien frei. Wenn die Studenten nicht zum Protest kommen, muss man eben kreativ werden.

Einer der Besetzer dekoriert soeben eine Leibniz-Büste mit einer großen, roten Samtkordel. Er ist barfuß, trägt ein Häkelmützchen und lange Unterhosen. Stolz berichtet er, wie sie gestern eine riesige Palme in den Fahrstuhl geschleift hätten. „Das ist doch Performance! Das ist doch Happening! Man muss die Leute zum nachdenken über diese Götzenbilder anregen.“ Ein anderer Besetzer mit Rastas und grünem Kapuzen-Pulli stell fest, dass die Nasenlöcher von Leibniz größer seien als die von Goethe.


Freiheit der Rede – aber in Maßen

Im Flur gibt es Cous-Cous und Linsen. Ich setze mich ins Plenum und lausche der Diskussion. Sechzig bis siebzig Leute drängen sich in diesem Raum. Man liegt, kniet, lungert auf dem Boden. Als Außenstehender ist es schwer den Vorgängen zu folgen. Die Besetzer“haben ihre eigene Sprachregelung, ihr eigenes Protokoll. Wenn man mit beiden Händen in Kopfhöhe wackelt, bedeutet das Zustimmung. Etwas mit beiden Händen vor der Brust wegzustoßen meint Ablehnung. Um einen Antrag zu stellen, muss man zwei Finger wie zum Schwur erheben.

Das Ganze erinnert an Parteitage. Nichts scheint wichtiger als das Protokoll. „Ich finde die Redekultur hier total uncool, “ beschwert sich einer der Studenten, während er sich etwas Gin mit Tonic in einen Becher füllt. „Wenn wir das nicht so machen, können wir es ganz lassen“, schießt er noch hinterher. Noch immer debattiert man über die Stellungnahme des Rektors vom Vormittag. „Wir halten es nicht mehr aus. Wir sind so wütend auf die Leute, wie die mit uns umgehen!“ wirft eine Studentin ins Plenum. „Mach einen Antrag daraus!“, entgegnet man ihr. Das war die inhaltliche Diskussion.

Sie nennen sich „Moderation“, doch letztlich sind sie es, die stets das Wort an sich reißen, die auf der strikten Einhaltung der Rednerliste beharren. Das also ist Basisdemokratie, ein halbes Dutzend Studenten mit offensichtlichem Geltungsdrang erlaubt anderen Leuten zu sprechen oder verbietet ihnen das Wort.


Protest ohne Standpunkt

Seit zwei Tagen hält man das Rektorat nun besetzt. Seit zwei Stunden lausche ich der Debatte. Sollte die „allgemeine inhaltliche Diskussion“ sich einmal nicht mit Formalitäten und Sprachregelungen befassen, versucht man eine Tagesordnung aufzustellen. Die versammelten Besetzer beschließen, erst darüber zu diskutieren, wie man bei einer Räumung durch die Polizei vorgehen will. Inhalte und Forderungen sollen im Anschluss folgen. Zwei Tage, und sie wissen noch immer nicht was sie wollen, nur dass sie wollen. Man überlegt, mit welchen Aktionen man die Öffentlichkeit erreichen könnte. Mehrere Ideen machen die Runde: Das Rektorat vollständig sperren, ein Ölgemälde verstecken oder gar eine Scheinentführungen zu inszenieren. Dazu brauche man mehr Besetzer, heißt es. Mehr Studenten müssten mobilisiert werden, mittels E-Mail-Verteilern oder Telefonketten. „Wir besetzen nicht um des Besetzens Willen“ wirft eine Studentin ein. Man winkt sie zur Ruhe. Die Redeliste ist bereits geschlossen, man ist schon bei der Sammlung der Anträge.

Als ich die Debattierenden verlasse, weiß ich noch immer nicht, was sie fordern. Sie haben das Rektorat besetzt, um wahrgenommen zu werden. Das ist ihnen gelungen. Nur ein Ziel, eine Botschaft, einen Idee, all das fehlt den Besetzern. Ich frage mich, wie soll man sich inhaltlich mit jemandem auseinandersetzen, der keinen Standpunkt vertritt?

Während im ersten Stock die Besetzer noch immer über die Tagesordnung streiten, sitzt am Eingangang des Rektorats der Pförtner in seiner kleinen Kammer. Was er von der Besetzung halte, wird er gefragt. „Den Hausfriedensbruch, den ihr hier veranstaltet, dass ist doch großer Quatsch! Das geht doch allen am Arsch vorbei. Der Rektor Häuser kann doch nix dafür. Wenn, dann ist da die Politik dran Schuld.“


*Name geändert


...und sowas kommt dabei raus, wenn ich gegen 2 Chefs-vom-Dienst und den Chefredakteur anschreibe. "Campus-Reporter", Ha! Weder bin ich "Reporter, noch für Campus!

Thursday, November 26, 2009

Unter Juristen

Der Versuch auf der Bundesfachschaftentagung Jura nicht aufzufallen


„Sie sind aus Passau?“ fragt mich ein älterer Herr mit weissen Haaren und gutmütigem Gesicht. „Raten Sie nochmal!“ entgegne ich Uni-Rektor Franz Häuser. Drei Studentinnen aus Erlangen, mit denen ich mich zuvor unterhalten habe, rufen unisono: „Das ist ein Spion! Der berichtet über uns.“ „Sie sind also ein IM.“ richtet Rektor Häuser das Wort an mich. Meine Tarnung ist aufgeflogen.

Rektor Häuser ein weiterer Referent, die drei Studentinnen und ich, niemand sonst befindet sich Freitag Nachmittag im Hörsaal Acht des neuen Campusbaus. Am Ende sollten sich geschätzte 50 Vertreter ihrer jweiligen Hochschulen einfinden. Der Fachschaftsrat der Juristen an der Universität Leipzig hatte zur Bundesfachschaftentagung geladen. Dieses Wortungetüm lässt unschwer erkennen: hier sind wahre Juristen am Werk. Jura-Studium und Gremientätigkeit. Unweigerlich muss ich an hochgeklappte Hemdkragen denken. Was sind das für Leute, welcher Menschenschlag studiert Rechtswissenschaft, und wer sitzt in den Fachschaften?
Ich beschloss, mir das Geschehen aus der Nähe anzusehen. Mit gebügeltem Hemdkragen und gescheiteltem Haar mische ich mich unter die Vertreter deutscher Jurastudenten. Man riet mir, öfter die Worte „Kommt ganz darauf an, ...“ einfließen zu lassen. Um nicht aufzufallen.
„Ich habe es versucht“, sagt eine Studentin aus Halle. „Aber eine Woche ohne Kaffee ist total langweilig.“ Der Fachschaftsrat Leipzig hat eine Industrie-Kaffeemaschine besorgt. Als man verkündet, man werde gleich Kaffee aufsetzen, geht unverhohlene Freude durch die Menge. Die Augen beginnen zu leuchten.
Die Anwesenden lassen sich rein äußerlich in zwei Gruppen einteilen: „Papi fährt ´nen Benz, deswegen studiere ich Jura und trage Hemd mit Kaschmir-Pulli.“ und klassische Studenten, mit Haaren in Obdachlosenoptik und ebensolchen Hosen.
Neben mir sitzt eine Delegation aus Dresden, die einzigen, die Jura schon im Bachelor-/Mastersystem studieren. Nachdem wir festgestellt haben, dass ich aus Dresden komme, aber in Leipzig studiere – es muss ja niemand wissen, dass es nicht Jura ist – entspinnt sich ein langes Gespräch. Mein Nachbar ist äußerst sendungsbewusst und macht der Außendarstellung seiner Fachschaft alle Ehre. Binnen fünf Minuten habe ich zwei Links und bin grundlegend über die Vor- und Nachteile eines dreijährigen Bachelor-Studiums der Rechtswissenschaften im Bilde. Meine bügelfalten-freie Tarnung erfüllt ihren Zweck. Ich bin integriert, und der FaRa Dresden möchte mich zu einem Kaffee einladen. Ich lehne dankend ab.

Geschlossen für das Staatsexamen

Auf der Tagesordnung des Zusammentreffens der Juristenfachschaften stand die Umstellung des Jura-Studiums auf die Bachelor- und Masterstudiengänge des Bologna-Systems. Es ist erstaunlich. Letztlich sind es nur ein paar Studenten auf Klassenfahrt, und dennoch ist die Referentenliste ausgezeichnet. Neben dem Rektor der Uni Leipzig, jenem Prof. Dr. Häuser, sind dies der Prodekan der Leipziger Juristenfakultät, Prof. Dr. Schneider und der Vorsitzende des Deutschen Juristefakultäten-Tages, Prof. Dr. Radke. Sogar das Justitzministerium hat eine Vertreterin entsandt: Ministerialrätin Sabine Hilgendorf-Schmidt verliest ein Grußwort der Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
Das Auditorium hält es kaum noch auf den Sitzen. Hölzerner als die harte Hörsaalbank ist nur die Vortragsweise der Ministerialrätin. An den übrigen Referenten kann man erkennen: hat man erst einmal das zweite Staatsexamen in der Tasche, endet man zwangsläufig in Maßanzug und Seidenkrawatte, auch wenn die Schatten unter den Augen größer werden. Die Redner sind sich einig, das Examensstudium der Juristen soll bewahrt werden. Es gäbe gar keine Nachfrage am Stellenmarkt für Juristen mit dreijähriger Bachelor-Ausbildung, so die Bundesjustizministerin. Wohin also mit diesen Absolventen? Wie kann man die Qualität in Ausbildung und Lehre verbessern? Was wird aus den regulierten juristischen Berufen (Richter, Anwalt, jeder mit zwei Staatsexamen)? Das sind die Fragen, welche die angehenden Juristen während der kommenden zwei Tage in Workshops klären wollen.
Nach der Stadtführung durch Leipzig stürze ich mich in die Orga-Zentrale. Der Leipziger Fachschaftsrat hebt sich wohltuend vom Klischee der Juristen ab. Man könnte es genausogut mit Mathematik- oder Informatikstudenten zu tun haben. Wie auf einer Klassenfahrt verteilt man Essensmarken an die Fachschaften der übrigen Universitäten. Eine Mahlzeit, ein Getränk. „Auch Kaffee?“ lautet die Frage. „Wir haben gerade welchen aufgesetzt.“ Noch am Freitagabend finden die ersten Workshops statt.

„Und, warum studierst du Jura?“

Nach wenigen Stunden Schlaf in einer Jugendherberge beginnt der Samstag schon um 9.30 Uhr mit den ersten Arbeitstreffen. Es werden verschiedene Modelle der Juristenausbildung und deren Zukunft diskutiert, sowie die Arbeit und die Einflussmöglichkeiten der Fachschaften. Der Kaffee fließt in Strömen. Nach einer abendlichen Präsentation der Ergebnisse vor der versammelten Bundesfachschaftentagung Jura bricht die „BuFaTaJura“ auf zur Moritzbastei – als Teilnehmer kommt man umsonst auf die Party.
Es wäre einfacher den Juristen zu folgen, wenn sie alle den gängigen Klischees entsprächen. Doch keiner von ihnen klappt den Hemdkragen hoch oder hängt sich einen Pullover über die Schultern. Unter all den anderen Menschen in der Moritzbastei stechen sie nicht hervor. Ein Jurist mit einem Bier in der Hand ist durch nichts von einem Studenten zu unterscheiden.
„Warum sitzt du im Fachschaftsrat?“ möchte ich von einer Jenaer Studentin wissen. „Einer muss es ja machen, ...“ sagt sie, während ich in meinem Kaffee rühre. „Und Gremientätigkeit macht sich gut im Lebenslauf.“ wirft sie noch hinterher. Später werden mir zwei angehende Juristen erzählen, dass sie den Fachschaftsrat jeder Burschenschaft vorziehen würden. „Die trinken zwar mehr, wir dafür aber öfter.“ Mich interessieren die Gründe, ein Jurastudium zu ergreifen. Die Studentin aus Jena meint, die meisten würden wohl Juristen, weil es ihre Eltern schon seien, oder weil es für Medizin doch nicht reicht. Sie persönlich möchte den Menschen aber gern helfen. Ein Göttinger Student gibt unumwunden zu, dass ihn vor allem die Verdienstaussichten und das Prestige reizen. Wo denn die anderen Passauer seien, möchte er noch von mir wissen. Ich verabschiede mich, und überlasse die Feiernden ihrem Schicksal. Der nächste Morgen soll mir Recht geben.

Frühstück unter Juristen

Nur eine große amerikanische Kaffee-Kette hat um diese frühe Zeit schon geöffnet. Ich bin auf dem Weg zum Juristenfrühstück und weiß: ohne Kaffee nimmt man mich nicht wahr. „Du bist aus Passau?“ frage ich einen jungen Mann mit Brille und weißem Hemd der am Ende des Tisches sitzt. „Ich bin von einem der Sponsoren, und wollte mir das mal anschauen.“ Mein „Du“ ist mir plötzlich peinlich. Er arbeitet für einen großen deutschen Finanzdienstleister. Auch Jörg Lautenschläger hat Jura studiert, und sein zweites Staatsexamen bestanden. Ich frage ihn, was er vom neuen 3-jährigen Studium hält. „Ich sehe nicht, wo diese Leute später unterkommen sollen.“ und, dass sei seine eigene Meinung fügt er hinzu: „In drei Jahren kann man sich gar nicht spezialisieren, herausfinden in welchem Bereich man arbeiten will.“ Er plädiert dafür, das bestehende Examensstudium zu verkürzen, um im Gegenzug die Zeit für Referendariate auszudehnen. Ob denn sein Unternehmen Trainee-Programme für Bachelor-Studenten anbieten würde, darauf bleibt er mir die Antwort schuldig.
Einige der Hemden kenne ich noch vom Freitag. Sie sehen nicht so aus, als hätte man sie in der Zwischenzeit abgelegt. Auch die Gesichter ihrer Träger sprechen Bände. Das Arbeitspensum der vergangenen 48 Stunden als auch die Nacht in der Moritzbastei haben deutliche Spuren hinterlassen. Man trinkt Kaffee aus Kunststoffbechern, die aussehen, als hätte man sie aus einer Zaharztpraxis entwendet.

Bachelor müssen leider draußen bleiben

Pünktlich 35 Minuten zu spät beginnt das Abschlussplenum. „Frankfurt hat es heut nicht hergeschafft.“ vermeldet der Mann am Rednerpult. „Der ist noch schön zu.“ murmelt es hinter mir. Das Auditorium schreitet zur Abstimmung über die Ergebnisse des Wochenendes. „Wir lehnen das Bachelor-/ Mastersystem ab.“ lautet der Tenor. Der Fachschaftsrat der Universität Dresden, die einzigen, die bereits im Bachelorstudium sind, verlässt daraufhin den Saal. Für sie gibt es nichts mehr zu diskutieren. „Die Qualität und Vergleichbarkeit der Ausbildung soll verbessert werden.“ Nur einmal brandet eine Diskussion auf, ein Doppelpunkt wird in ein Semikolon umgeändert. Ein Kopf mit schlaftrunkenen Augen schnellt von der Bank empor: „So, jetzt reichts!“ Schon liegt er wieder.

Der Fotograf ist da. Ich brauche einen neuen Kaffee. Juristenkaffee - seine Konsistenz ist schnittfest, der erste Schluck reißt mir geradezu die Augen auf. „Und das haben die das ganze Wochenende getrunken?!“ frage ich mich.
Zum Abschluss tritt eine ältere Dame mit blonden Haaren und freundlichem Gesicht ans Rednerpult. Es ist Generalbundesanwältin Monika Harms. „Recht sichert Freiheit“, das erste mal an diesem Wochenende höre ich etwas von der gesellschaftlichen Funktion der Juristen. Wie die Gesamtheit der übrige Referenten verwahrt sich auch Frau Harms gegen das Bachelor-/ Mastersystem in der Juristenausbildung. „Man sagt Ihnen allen nicht die Wahrheit!“, es gäbe keine Nieschen auf dem Arbeitsmarkt für Bachelor-Juristen. Schon jetzt sei es um die Juristerei schlecht bestellt. Im öffentlichen Dienst herrscht Sparzwang und als Rechtsanwalt sieht man sich 150´000 Mitbewerbern gegenüber. Noch schlimmer sei die Konkurrenz von außerhalb. Positionen, die noch vor 40 Jahren Juristen vorbehalten gewesen seien, gehen heute an Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen und Journalisten. Journalisten, diese Leute mit dem „Viertel- und Halbwissen“ diese Geisteswissenschaftler mit „einem bisschen fortgebildetem Abitur und ohne festes Berufsbild“ (Monika Harms). Ihre Lösung für diese Probleme ist erschreckend simpel: man reduziert die Studentenzahlen, und bildet den Rest einfach besser aus.
Der zweite Juristenkaffee lässt mich zittrig werden. Was habe ich an diesen 48 Stunden auf der Bundesfachschaftstagung Jura erfahren? Sie trinken Kaffee, der an Körperverletzung grenzt. Selbst unter den als ehrgeizig geltenden Fachschaftlern trägt niemand den Kragen seines Hemdes nach oben geklappt. Die Mehrzahl ist von einem gewöhnlichen Studenten nicht zu unterscheiden. Einzig ihr Examens-Studiengang, der macht sie besonders.