Monday, December 29, 2008

Jupp-di-du-Jahresrückblick

Jahresrückblicke sind böse. Und langweilig. Zumal 2008 nen Tag zuviel hatte, die Schweine!

Ich schreib keinen, naja, vielleicht doch.
Passiert ist ja an sich nüscht.
J.B.K. hat endgültig bewiesen, dass er keine Seele hat, Tommy G. hingegen versucht seine ins Kulturfach zu retten.
Weil Cadel Evans nur Tour-Zweiter wurde musste ich Blut spenden, dafür kommentiert nächstes Jahr der Zabel. Na das ist doch mal was!
Bei Olympia wurde nicht gedopt, und Tibet ist noch schlimmer als der Welt-Aids-Tag. Sowas wie der 911er Porsche für Gutmenschen.

Nee! Ich schreib keinen Jahresrückblick! Bei so nem Pille-Palle-Jahr? In dem nichts, aber auch gar nichts passiert ist.
Ich kann die Jahre ohnehin nicht auseinander halten. Es könnte ja mal jemand auf die Idee kommen, alle Daten auf ein Blatt Papier zu schreiben, zur Orientierung, so wie bei einem Kalender.

Ich, als Krone der Schöpfung und Krönung des Schopfes, habe eine interne Zeitrechnung, damit ich die Jahre auseinanderhalten kann. Diese basiert auf Bikeparts.

Hier also mein Jahresrückblick 2008:


Rahmen: Scott Voltage YZ0 limited (Timo Pritzel Signature) small

Gabel: Marzocchi DirtJumper II QR20plus (Direktimport aus Italien) mit Madl-decals

Steuersatz: Ritchey Fuzzy Logic (NC-17 A-Head-Kappe)

Vorbau: Tioga 286 Stem (50mm; 0°) mit Titanschrauben

Lenker: Tioga 286 Rizer bar (630mm) noch vom alten Bike!

Griffe: Syntace Moto Screw-on-Gripz

Bremsen: Magura Gustav M (190/160) mit den guten Scheiben!!!

Naben: DT-Onyx Disc (vorn QR-20, hinten gebrochen)

Speichen: DT SuperCompetition (Tripple butted !!!)

Nippel: DT ProLock

Felge: Tioga Freeride (26“x 36mm, 32-Loch, mit Ösen) zweifarbig

Felgenband: Michelin Textil

Schläuche: v.: Schwalbe Standard/ h.: Maxxis DH (2,3mm Wandstärke)

Reifen (im Moment): Schwalbe TableTop (Timo Pritzel Signature) Sportline 2,1“

Ventilkappen: Würfel (Import aus GB)

Shifter: Sram 9.0 Trigger

Züge: Nokon Konkavex durchgehend (!!!) verlegt mit selbsgtgebauten Adaptern

Schaltwerk: Sram 9.0 short-cage (Rollen mit Keramiklagern)

Kassette: Shimano Ultegra 9-fach (11-23) Rennradkassette

Kette: Shimano Ultegra

Kettenblatt: FSA Freeride, 38 Zähne (Alu-Kettenblattschrauben von Tune)

Kurbel: FSA X-Drive, hohlgeschmiedeter CroMo-Stahl, (fast) unkaputtbar

Innenlager: FSA X-Drive, 20mm CroMo-Welle, 4 SB-Lager, davon 2 zu Staub zerfallen

Kurbelschrauben: Tune, Titan (sparen 10 Gramm, kosten 40 Euro)

Pedale: Wellgo B-25 (waren OEM, aber superleicht) 3mm Pins

Kettenführung: Truvativ Boxguide (Rolle mit Keramiklager auf selbstgedrehter Messingbuchse)

Sattelklemme: Scott OEM

Sattelstütze: Scott OEM (die dritte und schon wieder kaputt)

Sattel: Tioga Multicontrol II Nicolas Vouilloz Special Edition, Leder, Kevlar, mit Titanstreben, 169 gramm – der Grund warum Biker nur Mädchen zeugen

Originalteile (OEM) sind noch: Rahmen, Klemme und Pedale.


Das nenn ich mal nen Jahresrückblick, gut recherchiert, kompetent formuliert, ohne C-Prominenz und das beste: ganz ohne J.B.K.!
Damit verabschiede ich mich aus diesem Jahr, auf ins Kaltikum!

Sunday, December 28, 2008

Zaudern, Zögern, Zappenduster

t

Das Warten auf den perfekten Moment ist nichts weiter als DIE ideale Ausrede.
Nichts ist schlimmer als das Nicht-Scheitern.
Es verlängert bloß das Warten – man scheitert auf ganzer Linie.
Die nichteingestandene Niederlage gegenüber der eigenen Feigheit.

Und noch eine Chance... Und noch eine Chance...
Und wieder Zögern... Und wieder Zaudern...

Hoffen, bangen, warten: auf den perfekten Moment.

Und wieder ein Jahr vorüber.
Wieder nur Gelegenheiten und Zögern.
Wie Pech dahin tropfende Zaghaftigkeit.

Scheitern: 1/20 Sekunde.
Der Versuch, das Scheitern zu vermeiden: ein Leben.
Nicht gelebt, nur abgewartet.

Alles um einen herum ist im Fluss.

Man kann die Gelegenheit nicht beim Schopfe packen.
Es gibt keine Gelegenheiten.
...Nur verpasste.

Der perfekte Moment ist die große, gemeine Lüge.
Groß, weil sie ein Leben lang anhält.
Gemein, weil man sich selbst betrügt.
Auf der ganzen Linie. 24, 40, 90 Jahre.
Vollkommen gleichgültig. Nichts wert.
Nichts weiter als dumpfer, ewig anhaltender Schmerz.

Die Zukunft nimmt bedrohliche Ausmaße an.
Sie MUSS großartig werden. Sie MUSS einfach!
Wenn der perfekte Moment denn endlich käme.

Steht halt die Frage: tröpfelt dieses dumpfe etwas dahin wie ein Rinnsal, oder füllt es einen See, welcher dereinst über die Ufer treten wird?

Das Rinnsal: die Angst vor dem Scheitern
Der See: die Angst etwas zu verpassen

Ich glaub, ich seh´ das Ufer.
Na, ich wart mal ab – hab Angst vorm verdunsten.

Während man darüber nachdenkt, fluten die Momente an einem vorbei.

„Könnt ich zum Augenblicke sagen: verweile doch du bist so schön...“

Nicht mal der Teufel vermag es, einen perfekten Moment herbeizuzaubern.

Könnt ich doch die Augen schließen, und mich einfach fallen lassen. In den Fluss.
Sich treiben lassen.
Mal ist man der Tropfen, der verdunstet.
Mal der Ozean.
Mal ist man die Welle, die sich bricht.
Doch nie ist man Ufer.

Nichts ist widernatürlicher als Vernunft.
Nichts unmenschlicher als das objektive Abwägen von Chancen.

Zeit für eine Parabel:
Die Amsel, die Angst vorm Fuchs hat verhungert.
Nicht der Fuchs tötet sie. Es war die Angst.

Wie kann man nur am eigenen Leben geizen?!

Ich stell mich jetzt meinen Ängsten.
Jetzt sofort!
Gleich morgen.
Abend.
Nächste Woche.
Aber erst, wenn es passt.

Schwach, ängstlich, feige.

Zu schwach gegen sich selbst anzukommen.
Sieht ganz danach aus.

Never hesitate.

Ich auch, bitte.

Diese Zeilen: nichts weiter als 30 Minuten Angst...
...in der Wartehalle des Lebens

Nur einmal unvernünftig sein.
Nichts reden.
Sagen!

Tausend mal. Millionen mal.
Jeden Moment.

Never hesitate!

Red ich mal.


Kein Hoffen, Bangen, Warten mehr!
Scheitern, fehlschlagen und

ankommen.

Wednesday, December 24, 2008

Fünfzig Prozent aller Deutschen wünschen sich zu Weihnachten einen neuen Ehepartner


(Muss schonmal Weihnachtsansprachen üben, für wenn ich dann BuPrä bin...)


Damit, geneigter Leser (um ein Robert Merle Zitat in den Raum zu werfen) wünsche ich Ihnen, geneigter Leser, besinnliche Feiertage.
Oder Frohe.

Ist beides gut.

Besinnlich find´ ich persönlich besser – wenn man es denn wortgetreu auslegt.


Letztes Jahr hatten wir nach dem Weihnachtsbaum dekorieren Brand, dieses Jahr davor:


PS: ich meine auch geneigte Leserinnen, nich dass dann wieder die Protestbriefe den Briefkasten verstopfen, dann ist nämlich der Postbote nicht mehr in der Lage mir die EMMA rein zu werfen!

Friday, December 19, 2008

3+10 Fragen (4)

Ktuelle Bada-Bada fragt nach dem Weg von Tine-Mine



1. Was?! Sooo riecht Jasmin?! (Nachdem der hochprofessionelle Journalist eine Tasse Jasmintee überreicht bekam.)

Haut sich übelst weg vor Lachen.

2. Grillparties, Schwimmen, Baden ... drei deiner liebsten Lieder des Winters.

Hmm. Ich steh grad ziemlich auf Simon and Garfunkel. Kommt im Winter gut – und es klingt wie Baden...

3. Brot oder Brötchen?

Semmeln.

4. Was findest Du kleinkariert?

Sexistische, chauvinistische, homophobe Arschlöcher mit Hang zur Selbstdarstellung (ich verleiher die Augen) und Ikea-Möbel. Tihihihi.

5. Keine gefährlichen Fragen mehr also... Entweder Oder?

Hä? Ähh wie jetzt? Hä? Du machst dich doch schon wieder lustig über mich!

6. Dein bisher schönstes Einkaufsstück von Ikea?

Du bistn Arsch. ...Aber wir haben eigentlich ganz schicke Teller von denen, die gibts nur nicht mehr zu kaufen. Und die gehen nach und nach alle kaputt.

7. Fußball oder Basketball?

Hattest du nicht was von „Fraueninterviews“ gesagt?
Ja, das ist ja auch eins.
Hmm. Basketballer sind größer, das gefällt mir schon ganz gut...
DU bist hier das Sexistenschwein!

8. Woher rührt deine Affinität für Heinrich Böll?

Ich mag einfach seinen Stil zu schreiben – und „mich interessiert die Thematik“. (lacht)

9. Was ist in China besser alswie hier?

Die Märkte! Das alles strukturiert ist. Und da bin ich nicht immer die Kleinste!

10. Stalin – Schröder. Wer war besser?

Wie jetzt?! Jaja, ich weiß schon, du versaust das mit den Vergleichsebenen, alle lachen, und ich steh wieder dumm da.

11. Milla Jovovich oder Pam Grier?

Pam Grier, war dass die Schwarze mit den tollen Haaren? Dann die.

12. Bist du eher ein Jetzt-Mensch oder bist du mehr der Vergangenheit verhaftet?

Hmmm. Schwere Frage. ... Ich lebe im Jetzt, ziehe aber die Lehren aus der Vergangenheit. Kann man das so sagen?

13. Ein Wort mit 5 Buchstaben:

Liebe.
Trottel! Libe hat 4 Buchstaben, nimm ein richtiges Wort! Eines, dass Männer auch kennen!
Stall! (Da lacht die!)

Tuesday, December 16, 2008

telephone-terror

Some cool subline


Today I tried to call a Hotline. I had some questions concerning my payqal-account.
First I had to log in with my telephone-number and some kind of keyword. Now some computer-voice was not able to deal with my accent. It took me 5 minutes to realize: better hang up.

I tried again. Same login, same computer-voice, but new curses from my side.
Don´t know, maybe it was HAL to whom I was speaking, and he already killed all the staff...

Next try. Login, computer-voice, cursing.
Had to think about Günter Wallraff, how did he spent all the time during his call-center investigations?!
There is not one human being in the mysterious world of hotlines.
I started to crush my head on the desk…

Trying again. Login, computer-voice. Started singing (someone told me once, this is a cheat to get in contact with the real world…)
“Hello, this is pay-pal customer service, my name is Linda. How can I help you.”
Success!!!!
“Are you real? I mean, a real person, not a computer?”

It took me more than 20 minutes, till I could ask someone how to deal with my particular issues.

Now I want to establish a suicide hotline. Imagine: nobody who wants to kill himself can stand 20 minutes of computer-voice! And if they´re successful (means dead), they aren´t able to hang up!
Great idea. There is lot of money in it.

“If you want to commit suicide: press 1.
If you already committed suicide, press your corpse on all the keys.
If you want to speak to real people: go, get some friends, looser!”

Monday, December 15, 2008

3+10 Fragen (3)

Roman Rühle bepöbelt von Lou Natic



1. Hallo oder Tschüss?


Was? Hä? Ich dacht du wolltst ein Interview mit mir machen?

2. Deine Leidenschaft zum Theater ist unverkennbar...
Wie würdest du dein Spiel definieren und was bedeutet es dir?


In einem Wort? Unbedarft! Und ich muss mehr proben. Schauspiel ist meine große Leidenschaft.

3. Podcast oder Hörbuch?
Hörbuch. Podcast... tz tz tz

4. Wie feierst du dieses Jahr Weihnachten?
Bei meinen Eltern, mit Kartoffelsalat und Würstchen. Und danach zünden wir den Baum an. Richtig kitschig. German Gemütlichkeit – u know?

5. Warum kannst du den Jo nicht mit ins Queens nehmen?

Weil du in den ersten 5 Minuten alle bis aufs Blut beleidigen würdest, und in den 5 Minuten danach würdest du bloß übelst auf die Fresse kriegen.

6. Der beste Film 2008?

Mamma Mia. Shit!

7. Aldi- oder BioBio-Schnitzel?

Maaan! Ich bin Vegetarier!
Also schreib ich Bio-Schnitzel, ja?

8. Fürchtest du dich vor etwas?

Naja, fürchten nicht, aber ich krieg immer wahnsinniges Lampenfieber! Also, richtig, richtig schlimm!

9. Heiß oder lauwarm?

Du bist so ein mieser, von Vorurteilen und Klischees zerfressener Wichser! (laaaaang gezogener Satz)

10. Ein wahrhaftiges Klischee bitte!

Hmm. Fällt mir keins ein... naja, doch: in der Werbung gibts schon echt viele, die auf Kolumbiens Exportprodukte stehen.

11. Hmm, wie machmer das jetzt: ... ok,ich weiß wie: Liv Tyler oder Carmen Electra?

Liv Tyler. (Lacht dreckig)

12. Was ist Leben?

Wie jetzt? Was soll ich denn darauf jetzt sagen? So Leben im biologischen Sinn, oder mehr so Party-Sinn?
Biologisch.
Och nee. Da fällt mir jetzt nüscht zu ein.

13. Ein wirklich guter Vorsatz für das nächste Jahr wäre?

Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, mehr mit Freunden unternehmen, das Übliche halt...

3+10 Fragen (2)

Die Madl auf der Couch bei Olga Kommroffoffsofa



1. Kleiner Test: Wem gehören meine Socken?

Wie bitte?!

2. Am 24.12. gibt es Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat oder eine Weihnachtsgans?

Weder noch. Kommt droff an was sich die Muddi einfallen lässt, aber die steht ni so auf klassische Sachen. Vielleicht Bratwurst. Paniert?
Naja, so in Mehl gewälzt halt.

3. Was ist diesen Herbst/Winter ein Muss?

Schwarzes Kleid! (nach einem advents-sonntäglichen Wahnsinns-Shopping-Trip mit dem Ergebnis: schickes schwarzes Kleidchen in Größe 36 )

4. Karo oder Streifen?

Kommt drauf an. ...Streifen.

5. Du bist seit über einem Jahr Mama, Vermisst du die Zeit ohne Kind?

Nich wirklich. Hin und wieder... die Momente des Ausschlafens.

6. Drei Dinge, die Mütter, von Zeugungsverweigerern unterscheiden?

Konfektionsgröße, Multitasking, und weniger Zeit für sich selber.

7. Hip Hop oder Funk?

Funk!
Du hättest mich auch "Klassik oder Hip Hop" fragen können, und ich hätte "Funk" gesagt!

8. Ein wahrhaftiges Klischee bitte!

Dass man Menschen in Schubladen stecken kann.

9. Roman oder Krimi?

Roman.

10. Island oder Jamaika?

Jamaika. Aber Island soll ne vitale Funk-Szene haben^^


11. Kate Moss oder Claudia Schiffer?

Kate Moss

12. Du kannst nicht leben ohne...

Familie! ...und Freunde.

13. Drei letzte Worte:

Gesundheit, Ehrlichkeit, Freundschaft.

Monday, December 8, 2008

3+10 Fragen (1)

Uwe Buchholz in Konfrontation mit Drehkran Ölkrem



1. Dein Keller offenbart eine Vorliebe: Fahrräder?

Ich habe 7 komplette Bikes – und alle sind perfekt in Schuss! Ha!

2. Was tust du für den Klimaschutz?

Wir haben den Toyota meiner Frau verkauft. (grinst)

3. Festival oder Club?

Ganz klar: Club. Oder Festival. Nee, doch Club.

4. Wie ist das Leben als Hausmann?

Schön. Anstrengend. Wieder schön. Und man bekommt einen Bauchansatz. (zeigt mir besagten Ansatz)

5. Vertragen sich eigentlich Obst und Fleisch?

Wie krank ist dass denn?! Niemals!

6. Pasta oder Bratwurst?

Roster! Das heißt Roster! Ach, ist doch vergebens mit dir. Dass lernst du ja doch nie!

7. Was hast Du gerade gegessen?
Linsensuppe - mit Rosinen. (Lacht)

8. Gera oder Dresden?
Drei Essen. Obwohl. Dresden... hmm ... gib mir mal ein Synonym für Dresden... ah ja Elbflorenz. Beides eigentlich ganz gut...

9. Nico Vouilloz´ smoother E.T.-Stil oder Spiel-Spaß à la Cedric Gracia?
E.T. !
Ach Quatsch, der Vouilloz hats doch nich drauf!
Pah, Gracia kann doch nix!

10. Freeride oder Enduro?
Freeride - aber mit ´nem Enduro-Bike, haha.

11. Al Pacino, oder der Typ, der den Cowboy in Royal Tenenbaums spielt?
Pacino! Ich sag nur HEAT, Scarface, der Pate!

12. Du kannst nicht leben ohne…
Meine Tochter, meine Frau, hmm ... und ohne Bike könnt ich mir ein Leben auch nur schwer vorstellen.

13. Wer ist der beste Praktikant der Welt?
Huh, das ist schwierig. (Lacht, das Schwein) Ich muss jetzt Jo sagen, oder? Ja!

Thursday, December 4, 2008

Battle of the titans

Helmut Schmidt vs. Honey-Bunny-Sunny-Funny


Juhu! Es ist da!
Ich habe mir ein Geburts-Horoskop anfertigen lassen und gleich noch ein zweites dazu. Sicher ist sicher.
Drei Wochen hat eine (wahrscheinlich in Jute gewickelte und mit Holzperlen behängte) Esoteriktante gebraucht, um meine Horoskope fertig zu machen. Dieser Zeitraum sollte für Qualität bürgen.
Ein Geburtshoroskop ist etwas anderes als die Seitenfüller in BILD: statt nur ein Sternzeichen anzugeben, bedarf es dazu des Geburtsortes, des konkreten Datums wie auch der genauen Zeit. Horoskope versuchen Rückschlüsse auf das zukünftige Leben mittels der Stellung der Planeten am Tag der Geburt zu ziehen. Soweit so wenig gut. Tag der Zeugung wäre praktischer, denn welche Aussagen lässt ein Kaiserschnitt schon zu?

Um zu schauen, ob ich auch das richtige Horoskop bekomme, habe ich unter einem anderen Namen, bei der gleichen Adresse noch ein weiteres bestellt.
An sich wollte ich das Horoskop von Joseph Goebbels – dumm nur, dass dieser zu früh geboren wurde, das würde auffallen. 1897 – mit 111 Jahren weiß man in der Regel, was die Zukunft für einen bereithält.
Was ist neben Goebbels naheliegender als Helmut Schmidt?
Genau! Dacht´ ich mir auch.
Also gab ich seinen Geburtstag, seinen Geburtsort, nicht jedoch den Zeitpunkt seiner Geburt an und wollte schauen, ob er sich denn an sein Horoskop gehalten hat. Überdies stellte sich mir die Frage: wer von uns beiden ist nun der Coolere?

Da die Horoskope jeweils sieben DIN-A4 Seiten umfassen, habe ich davon abgesehen, sie in ihrer Gänze wiederzugeben.

Diese Kombination von Planeten und Haus ist fast einmalig

Hui, das klingt schonmal gut! Schade nur, dass dieser Satz sowohl bei mir als auch Herrn Schmidt steht.
Er ist einfallsreich, gerissen , hat Scharfsinn, er ist schlau und diplomatisch. Ein geschickter und subtiler Redner. Er ist ein Diplomat.

Schwäche: Er ist kleinlich und kritisiert gerne, pedantisch und pingelig.

Klingt schon mal ganz gut, und weiter?

Schwäche: ... ein bitterer, feindlicher, unangenehmer und mißtrauischer Geist...

Tja, die Logik diktiert: die erste Aussage betrifft den Ex-Bundeskanzler und letztere meine Wenigkeit, nur ist es umgekehrt.

Langes wissenschaftliches Studium. Hohe Ideale. Er ist für Sprachen talentiert und profitiert davon, da er im Ausland lebt. ...beruflich erfolgreich im Ausland...

Wie es halt so ist, im eigenen Land gilt der Prophet nichts. Moment mal! Langes Studium? Schmidtchen war doch bei der Marine! Genau, der Text bezieht sich auch auf mich.

„Der Mond stellt Reaktion, unbewuße Vorbestimmung und das Selbstbildnis dar.“
Schwäche: Unterwürfigkeit, häufige Änderungen des Berufs, Reizbarkeit, Ärger, Besorgtheit. Er ist zu schüchtern.
Schwäche: ...Trägheit. Er ist leicht zu beeindrucken...


Yupp, Trägheit, da erkenn ich mich wieder.
Aber ob Helmut Schmidt wirklich zu schüchtern war?
Hat er jemals einen richtigen Beruf gehabt? Hmmm...
Leicht zu beeindrucken, das wäre ich auch gern!

...wird nie ein Führer sein, aber ist erfolgreich als rechte Hand einer wichtigen Person. In den meisten Fällen ist er ein Angestellter, Arbeiter.

Oh wei, Herr Schmidt! Sie haben ihren vorbestimmten Werdegang vollkommen verfehlt!
Nun gut, dies nur um die Schwächen aufzuzeigen. Nachdem die Sachbearbeiterin für Hokuspokus aus ihrem Assam-Tee-Delirium erwacht ist, fingen die Aussagen an, plötzlich Sinn zu ergeben:

Er ist anderen gegenüber und denen, die ihn umgeben, gleichgültig. Er ist nachlässig und unschlüssig. Er mag Extreme, Spiele und seine Ehrlichkeit ist biegsam.

Also mal ehrlich, besser kann auch ich mich nicht in drei Sätzen beschreiben. Für die ehrliche Biegsamkeit gibt es außerdem ´nen Sonderpunkt.

Merkur (Kommunikation): Demokrat, Philosoph, tolerant, Gesetze respektierend . Mag weite Reisen. Glaubt, daß er in allem etwas lernt..

Jawoll, das ist Helmut Schmidt

Er diskutiert, folgert und beurteilt. Dabei sind seine Überlegungen logisch und richtig.
Schwäche: ...er ist leicht reizbar... Er ist hart zu seinem Gegenüber und kritisiert gern. Er ist impulsiv und manisch.

Das hätte ich nie zu träumen gewagt, dass in meinem Horoskop das Wort „logisch“ auftaucht. Schön. Aber, soll ich das etwa sein?! Da passt:
Er mag Polemik, Kritik und vor allem zu widersprechen. Ihm fehlt Diplomatie und er neigt dazu, seine Energie zu zerstreuen.
...ebensogut wie (Venus: Emotions-Firlefanz):
...er lässt sich gern anbeten, genießt Schmeichelei und die Umgebung seines "Hofs".
...aber das dürfte auf den einzig großen Politiker, den dieses Land hervorgebracht hat, ebenso zutreffen.
Bei folgendem Satz musste ich lachen, er ist aus meinem Horoskop, doch glaube ich, er beschreibt uns beide ziemlich gut:

Schwäche: er handelt bis zum Exzess im Kampf gegen moralische oder andere Prinzipien. Hat einen etwas revolutionären Geist, ist unerschrocken, aber anmaßend.

Yeah! Kampf der Moral, meinem alten Erzfeind! Das waren erst zwei Seiten, oha, machen wir es kurz:

Er ist jovial, mitteilsam, dynamisch, wohlwollend, altruistisch.

Altruistisch...jaja, ganz bestimmt. Du mich auch! Hippie-Hexe!
Unser geschätzter Ex-Kanzler hätte sich bei Sätzen wie:
„Er ist besonders anfällig für Alkohol, Medikamente und Drogen, anfälliger als die meisten. Sie müssen unbedingt vermieden werden!“ ebenfalls empört.
Ihm! Das Rauchen! Zu verbieten?! Niemals!

Er wird einen intellektuellen Beruf haben. Lehrberuf, Forschung, Philosophie, Mathematik. Kinder werden eine Quelle von Glück und Stolz sein.

Er ist ein Optimist und voll Enthusiasmus. Er kann jeder Situation mit einem Lächeln begegnen.

Oh! Das ist ja cool! Ich freu mich schon auf meinen Mathe-Lehrstuhl!

Wie man diesem unleserlichen Zitaten-Wust entnehmen kann, habe ich mein Geld auf den Kopp gehauen für sinnlose Allgemeinplätze, verquere Formulierungen und „Große sexuelle Aktivität“ (Schmidt und ich). Das Gute ist, so austauschbar wir beide sind, werde ich sicher bald Regierungs-Chef in Hamburg (oder Berlin) sein. Gut zu wissen.



Horoskope basieren auf einem einfachen Prinzip: man gibt einer Frau in Sackleinen 20 Euro sowie ein paar Daten, sie wühlt in Tabellen – und am Ende steht der Barnum-Effekt.
Dieser beschreibt ein psychologisches Phänomen, nachdem sich der Mensch allgemein bezogene Aussagen zu eigen macht. Was mich verwunderte, war die geringe Zahl der „sowohl-als-auch“-Formulierungen in beiden Horoskopen, ich hätte mehr erwartet. Dafür gab es unsäglich viel inhaltsleeres Gewäsch. Herrlich, hier sollte ich abkupfern. Mein Komplimente-Reservoir würde exponentiell anwachsen!
Des Weiteren kann man besagten Barnum-Effekt in den wunderbaren Tests der Frauenmagazine beobachten:

„Welches Strickwerk passt zu ihnen?“
„Welcher Sex-Typ sind sie?“
„Welcher Hollywood-Star passt zu ihnen?“


Da ich keine Zeit auf so etwas verwende, lass ich den Test meist weg, und les´ mir gleich die Antworten durch, um zu erfahren: aha, ich bin der Häkeltyp, mit einer gewissen Affinität für Jack Nicholson.
Krass! Ist mir noch gar nicht aufgefallen!
Tja, ohne Frauenmagazine wüsste ich gar nicht, wer ich bin.
Doch soll es durchaus Personen geben, die so etwas ernst nehmen, die Horoskope nicht aus bloßem Spieltrieb anfertigen lassen.
Was soll man von Leuten halten, die der Meinung sind, ihr Schicksal sei vom Tag ihrer Geburt bestimmt? Ist es nicht erschreckend, dass sich Menschen in so etwas ergeben? Was soll den Menschen, dieses höhere Wesen, auszeichnen, wenn jede einzelne seiner "freien" Entscheidungen von der Geburt konterkariert wird?


Er (also ich) liebt endlose Debatten mit Freunden, die seine Ideen nicht teilen. Die Diskussion kann zu Streit und sogar verbaler Gewalt führen.


Seh ich auch so...







Patch 1.1 (5. Janufembruar):

Da: die Schweine! Klauen meine Frauenzeitungsfragen!
Absatz 4, Zeile 6. Oh man! Auf nach Hamburg!

t

Monday, December 1, 2008

Da macht man was durch:

t
Lieber Ingvar Feodor Kamprad,


Dass Du im Aufsichtsrat der Stichting INGKA Foundation sitzt, vermittels derer Dein Unternehmen kaum Steuern zahlt, dass sich jeder Haushalt mit Deinen uniformen Bastelsätzen bestückt, auch dass tausende Frauen beim Zusammenbau von einem Deiner kollabierenden Billy-Regale erschlagen wurden, kann ich Dir nachsehen.
Aber bei diesem praktischen und ich mag es kaum glauben: durchsichtigen Badaccesoir kann es sich doch nur um einen Tippfehler handeln!





















Darauf einen Absolut: Skål

Rotes Geschenkband

t

So, jetzt stecken wir uns alle dieses adrette, rote Schleifchen ans Revers, ziehen eine betroffene Miene und hören uns das inhaltsschwache Geschwafel von Gert Scobel an. Vielleicht finden wir auch an irgendeiner Ecke eine desinteressierte studentische Hilfskraft, welche uns apathisch um Geld für irgendein unnützes Hilfsprojekt anwinselt.
Wir geben es ihr. Wir dürfen uns gut fühlen, denn es ist erster Dezember und obendrein Welt-Aids-Tag.

Jeden den ich mit einer solch roten Schleife erwische, möchte ich am liebsten ein Loch ins Kondom stanzen.

Heuchler – allesamt.
Miese, dreckige Heuchler.

Aids ist keine verheerende Seuche, kein schwarzer Tod, keine neue Pest.

Aids ist eine zugegeben tödlich verlaufende Krankheit, momentan ohne Heilungschancen.
Wer an Aids erkrankt ist, verdient unsere Hilfe und unser Mitgefühl. Aber all das Bohei um besagte Krankheit ist übertrieben.
Wer sich mit HI-Viren infiziert, stirbt nicht von jetzt auf gleich. In unserer Gesellschaft kann er ein fast normales Leben führen, vielleicht sogar ohne, dass Aids jemals bei ihm ausbricht. (Laut Robert Koch Institut hat der durchschnittliche HIV-Infizierte eine Lebenserwartung von 48,7 Jahren. Eine antiretrovirale Therapie kostet jährlich zwischen 10´000$ und 15´000$, gedankt sei es den „forschenden Pharmaunternehmen“ und ihren Patentanwälten.)

Zugegeben, außerhalb dieser Oasen des Wohlstands sieht es weniger gut aus, und in „Staaten“ wie Swasiland oder Haiti ist Aids ein wirkliches Problem. Ohne Weiteres könnte man dieses in den Griff bekommen, würden unsere hoch geachteten/subventionierten Pharmaunternehmen nicht auf ihren, den Ureinwohnern abgeluchsten Patenten hocken. Mittels Generika kann man einem an Aids Erkrankten schon für 140$ im Jahr helfen.

Noch viel billiger und effektiver wäre eine gute Aids-Prävention.
Aufklärung, Kondome und Kaiserschnitte kosten nichts verglichen mit den Folgen einer ausufernden Aidspandemie. Würden die Katholen statt Jugendtage zu feiern Kondome erlauben, könnten wir uns den wichtigen Themen zuwenden.

Der WHO nach starben 2006 geschätzte 2,9 Mio Menschen an Aids (in Folge der Imunschwäche, ob es nun eine tödlich verlaufende Lungenentzündung, TBC oder Grippe war, geht aus den Zahlen nicht hervor). 4,3 Mio infizierten sich neu.
39,5 Mio Menschen sind HIV-positiv. Das sind gerade mal 0,6% der Weltbevölkerung. Denen helfen wir heut, indem wir rote Schleifen made in China (ein Land mit einem großen, ignorierten HIV-Problem) tragen.

Toll! Großartig!

Und? Fühlt ihr euch jetzt besser?
Dann ist ja gut!


500´000´000

Das ist die vom Robert-Koch-Institut geschätzte Zahl der jährlichen Malaria-Neuinfektionen.
Einer von 13 Menschen erkrankt demnach jedes Jahr an Malaria. Geschätzte 2,7 Mio Menschen sterben daran (wobei die Dunkelziffer aufgrund der unsicheren Datenbasis der betroffenen Länder höher sein dürfte).
So.
Welche Farbe hat die Schleife für den Welt-Malaria-Tag? Wann war der doch gleich?

Kleiner Einschub:

Malaria ist eine alte Krankheit, die vor allem den afrikanischen Kontinent schon seit langem heimsucht. Die Völker Afrikas verstanden es, sich damit zu arrangieren. Sie lebten verstreut in höheren Lagen, weitab von den Brutstätten der Mücken.
Erst die Europäer zwangen die Menschen in die Nähe der Flüsse,
zwangen sie, sich in großen Siedlungen und Städten niederzulassen, wo die Prävalenz ganz automatisch steigt.
Das trug letztlich zur massiven Ausbreitung dieser und anderer Krankheiten bei.


Noch eine Zahl:
30´000´000.
Das ist die von der WHO prognostizierte Zahl der Tuberkulosetoten in den kommenden 10 Jahren. Immerhin, die Tuberkulose hat ihren eigenen Feiertag: den 24. März. Dann trägt man wahrscheinlich auswurf-braune Taschentücher.

Oder wie wäre es mit Denguefieber?
Diese Krankheit ist so uncool, dass es nicht einmal verlässliche Zahlen gibt. Laut WHO sollen daran jährlich 10´000´000 bis 100´000´000 (!) Menschen erkranken, wobei 2-5% sterben. Für diese Krankheit gibt es weder eine Behandlung, noch einen Impfstoff – gut geforscht Pharma-Löwe.

Ach. Denguefieber, Ebola und Malaria, das interessiert mich alles nicht, das gibts ja bloß in Afrika, vielleicht noch in Asien, sollen die doch damit klar kommen. Und Tuberkulose, püh, da gibts ´ne Behandlung für, und die antibiotika-resistenten Stämme finden sich ohnehin nur in russischen Strafanstalten.

Fast schon lächerlich, was für ein Aufhebens am heutigen Tag um Aids gemacht wird, während allein heute fast 1,5 Mio (!) Menschen an Malaria erkranken.


Aber

Ich will mal nicht so sein. Ich versteh das ja.
Zum einen kann so ein Afrikaner ja gar nicht die tollen Medikamente bezahlen, die wir ohnehin nicht „erforschen“. Der Wirtschaftswissenschaftler drückt es folgendermaßen aus: "In Afrika besteht keine Nachfrage nach Malaria- oder Aidsmedikamenten". Von seinem Standpunkt aus soll er recht behalten: Nachfrage herrscht nur da, wo man sich das Angebot auch leisten kann.

Ich versteh auch den Scobel, jenes blassierte 3Sat-Arschloch und all die anderen Kasper.
Ist klar, Freddy Mercury macht sich besser auf ´ner Titelseite. „Schwulenkrebs“ (BILD) klingt cooler als Denguefieber. Dass Aids nach wie vor mit der Halbwelt aus Drogen und Prostitution in Verbindung gebracht wird, dass man Aids in allen Broschüren zu Geschlechtskrankheiten findet, trägt maßgeblich zu seiner medialen Verwertbarkeit bei. Eine „Lustseuche“ (ebenda) macht sich halt besser, als ein oller Mückenstich.


Mir reichts.

Ich stanz jetzt Löcher in Kondome, dann verschaff ich mir ne Sichelzellenanämie und fahr nach Afrika um den Leuten die Milz zu entfernen. Zum Schluß gibts nen Gin-Tonic (Chinin!) und dann können mich alle mal...


Vorsicht:
Statistisch betrachtet hat einer von 5 Malariakranken eine Kalschnikow zur Hand, hoffen wir, dass er lang krank bleibt und nicht wütend wird.


So, was mir eben noch aufgefallen ist:
Die UNO hat für jedes Problem, dass den Fortbestand der Menschheit bedroht einen eigenen Tag: Welt-Aids-Tag, Welt-Tuberkulose-Tag...
Was soll ich da jetzt vom Weltfrauentag halten? Gibts da auch was von Ratiopharm?