Sunday, December 28, 2008

Zaudern, Zögern, Zappenduster

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Das Warten auf den perfekten Moment ist nichts weiter als DIE ideale Ausrede.
Nichts ist schlimmer als das Nicht-Scheitern.
Es verlängert bloß das Warten – man scheitert auf ganzer Linie.
Die nichteingestandene Niederlage gegenüber der eigenen Feigheit.

Und noch eine Chance... Und noch eine Chance...
Und wieder Zögern... Und wieder Zaudern...

Hoffen, bangen, warten: auf den perfekten Moment.

Und wieder ein Jahr vorüber.
Wieder nur Gelegenheiten und Zögern.
Wie Pech dahin tropfende Zaghaftigkeit.

Scheitern: 1/20 Sekunde.
Der Versuch, das Scheitern zu vermeiden: ein Leben.
Nicht gelebt, nur abgewartet.

Alles um einen herum ist im Fluss.

Man kann die Gelegenheit nicht beim Schopfe packen.
Es gibt keine Gelegenheiten.
...Nur verpasste.

Der perfekte Moment ist die große, gemeine Lüge.
Groß, weil sie ein Leben lang anhält.
Gemein, weil man sich selbst betrügt.
Auf der ganzen Linie. 24, 40, 90 Jahre.
Vollkommen gleichgültig. Nichts wert.
Nichts weiter als dumpfer, ewig anhaltender Schmerz.

Die Zukunft nimmt bedrohliche Ausmaße an.
Sie MUSS großartig werden. Sie MUSS einfach!
Wenn der perfekte Moment denn endlich käme.

Steht halt die Frage: tröpfelt dieses dumpfe etwas dahin wie ein Rinnsal, oder füllt es einen See, welcher dereinst über die Ufer treten wird?

Das Rinnsal: die Angst vor dem Scheitern
Der See: die Angst etwas zu verpassen

Ich glaub, ich seh´ das Ufer.
Na, ich wart mal ab – hab Angst vorm verdunsten.

Während man darüber nachdenkt, fluten die Momente an einem vorbei.

„Könnt ich zum Augenblicke sagen: verweile doch du bist so schön...“

Nicht mal der Teufel vermag es, einen perfekten Moment herbeizuzaubern.

Könnt ich doch die Augen schließen, und mich einfach fallen lassen. In den Fluss.
Sich treiben lassen.
Mal ist man der Tropfen, der verdunstet.
Mal der Ozean.
Mal ist man die Welle, die sich bricht.
Doch nie ist man Ufer.

Nichts ist widernatürlicher als Vernunft.
Nichts unmenschlicher als das objektive Abwägen von Chancen.

Zeit für eine Parabel:
Die Amsel, die Angst vorm Fuchs hat verhungert.
Nicht der Fuchs tötet sie. Es war die Angst.

Wie kann man nur am eigenen Leben geizen?!

Ich stell mich jetzt meinen Ängsten.
Jetzt sofort!
Gleich morgen.
Abend.
Nächste Woche.
Aber erst, wenn es passt.

Schwach, ängstlich, feige.

Zu schwach gegen sich selbst anzukommen.
Sieht ganz danach aus.

Never hesitate.

Ich auch, bitte.

Diese Zeilen: nichts weiter als 30 Minuten Angst...
...in der Wartehalle des Lebens

Nur einmal unvernünftig sein.
Nichts reden.
Sagen!

Tausend mal. Millionen mal.
Jeden Moment.

Never hesitate!

Red ich mal.


Kein Hoffen, Bangen, Warten mehr!
Scheitern, fehlschlagen und

ankommen.

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