Einige Tage vor meinem Todestag ging ich durch ein mir wohlbekanntes Viertel in einer mir wohlbekannten Stadt. Ein Quartier, das noch vor zehn Jahren von realitätsfremden Linken bewohnt wurde. Heute wählen ebendiese konservativ und schicken ihre Kinder auf Privatschulen.
Es war für diese Jahreszeit ungewöhnlich schönes Wetter, ich war guter Laune.
Ich trug einen Maßanzug, eine Seidenkrawatte und frisch polierte Schuhe. Schwarz, denn es war bereits abends. Ich kam an einem Fahrradladen vorbei und musste diesen unwillkürlich betreten. Noch in der Tür dachte ich mir, wie bescheuert es sei, in Anzug, Langbinder und smart shoes einen Bikeshop zu betreten. Mir gefiel der Gedanke, dass das wohl eher selten vorkommt.
Vor dem Verkaufstresen - gegenüber dem Verkäufer - stand ein mittvierziger Mann. Er trug einen schwarzen Zweiteiler und polierte Schuhe.
Ich lachte in mich hinein.
Das also ist Gentrifizierung.
Sunday, December 26, 2010
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