Neunzig Stunden hat der Zug nach Gorleben also gebraucht. Ich frage mich zwar, was an dieser Verzögerung so verwunderlich sei, fand der Transport doch im Bereich der Deutschen Bahn statt, aber nun gut.
Nicht unentscheidend für das „Gelingen“ des Protestes war die Polizei, ein Punkt, der im Medienecho fast vollständig unter den Tisch fällt. Eingedenk der Belastung, welcher sich die etwa 17.000 Polizeikräfte ausgesetzt sahen, scheint der Frieden beinahe wie ein Wunder.
Es ist ja nicht so, dass es sich die Beamten aussuchen konnten. Keiner kann mir sagen, ob der Cop in Riot-Montur da drüben seinen Strom bei Lichtblick bezieht. Er muss sich an das Gleis stellen, das ist sein Beruf.
Wenn man sich die Belastung vor Augen führt: 20, in Einzelfällen gar 29 Stunden, ununterbrochen im Einsatz, in der Kälte, ungenügend mit warmem Essen versorgt und schlecht untergebracht - das ist Stress. Weiter glaube ich nicht, dass die Polizisten an diesem Wochenende ihre Uniform wechseln konnten. Jeden Morgen steigt man in die selben klammen Schoner. Ich weiß wie schwitzige Protektoren riechen, es gibt wahrlich Schöneres. Dabei stets eine professionelle Beherrschung an den Tag zu legen, ist ihnen hoch anzurechnen.
Und dann trifft man Tag für Tag auf Demonstranten, für deren Wut man die einzige Projektionsfläche bietet. Protestierer, die schimpfen und fluchen. Menschen, die ebenfalls seit Tagen nicht geduscht haben und überdies vegan verpflegt wurden! Wir wissen alle, zu was vegane Ernährung führt: Blähungen. Eine Wolke der Selbstgerechtigkeit waberte über den Protestierenden.
Unter diesen Umständen, abgesehen von einigen menschlichen Ausnahmeschwächen, anständig geblieben zu sein, (na, wer hats gesagt?) ist den Polizisten hoch anzurechnen.
Tuesday, November 9, 2010
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