Es gibt keine richtigen Entscheidungen. Zehn Jahre Afghanistan-Krieg fuhren den deutschen Außenpolitikern ins Mark. Nur zu gut ist Union und FDP das „Ja“ zum Irak-Krieg und die dadurch verlorene Wahl in Erinnerung geblieben.
Mit Kriegen gewinnt man – in Deutschland – keine Wahlen. Und wenn es 2011 etwas zur Genüge gibt, dann diese.
Unter solchen Vorzeichen hätte ein jeder „Nein“ zur Libyen betreffenden UNO-Resolution gesagt.
Es gibt keine richtigen Entscheidungen... und auf einmal steht die deutsche Diplomatie auf Seiten der Diktatoren und Despoten.
„Deutschland wird sich an einer Intervention in Libyen beteiligen.“ die Meinungsspalten wären voll von Populismus- und Kriegstreibervorwürfen. Nun ist man halt Despotenfreund.
Ich bin mir nicht sicher, ob eine militärische Option in Libyen das richtige Mittel ist. Wir greifen in die Souverenität eines unabhängigen Staates ein. Wenn das Volk nicht in der Lage ist, den Umsturz herbeizuführen, ist die Zeit für eine Revolution noch nicht reif. Paar tote Revoluzer, Libyen leidet ohnehin unter zu hohem Bevölkerungswachstum und massiver Jugendarbeitslosigkeit (In meinen Augen das ausschlaggebende Element der Unruhen im Maghreb und der arabischen Welt: Es geht in erster Linie nicht um Demokratie, das Volk will Brot und Arbeit.)
Bloß weil Gaddafi das libysche Volk unterdrückt, foltert und von gedungenen Sölnern zerhackschnitzeln lässt, heißt es nicht, dass die Staatengemeinschaft den Libyern ihren Willen oktroyieren kann.
Andererseits: Es hat schon mal funktioniert: Das Kosovo haben wir erfolgreich zurück in den Frieden gebombt. Der erste Kampfeinsatz deutscher Truppen seit brauner Vorzeit.
Ohne eine militärische Operation wäre das frühere Jugoslawien heute ein riesiges KZ mit (ethnisch) sauberer Bevölkerung.
Mit einem dogmatisch vetretenen Pazifismus wäre der Balkan heute ein noch größeres Massengrab, könnte Libyen zu einem solchen werden. Mit Abscheu wende ich mit vom selbsgerechten Zynismus, von der Verantwortungslosigkeit der Pazifisten ab.
Es ist Zeit für Kriegsbegeisterung! Wie 1914 brüllen wir im Chor: "Weichnachten sind wir in Tripolis!" Erschreckend, wie kriegsgeil die deutschen Medien reagieren. "Blut!"
Außerdem hat Libyen Öl, das können wir doch keinem weltfremden Diktator überlassen. Und wo sonst soll man die Schwarzen aufhalten, wenn nicht auf dieser Seite des Mittelmeeres?
Monday, March 21, 2011
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2 comments:
in english arse-loch
This comment fits as well as my headline: not at all.
I don´t know what you mean: Am I the fotzie? Or is it this bloke with his all female crew of bodygurads, you know, the big "G"?
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