Heerscharen heilsuchender Gutmenschen sind dieser Tage nach København gepilgert um vor den Mauern des COP Weltklimagipfels rein gar nichts zu bewirken. Sie verpesten die Luft mit altersschwachen Bussen, klapprigen Kombis und ihrer zum Himmel stinkenden Selbstgerechtigkeit. Wenn man København mit einem Nuklearschlag dem Erdboden gleichmacht, überflutet man Sylt statt Bangladesh. Die Erde wäre befreit von den Geißeln der Menschheit – den Mächtigen wie den Naiven.
Warnung: Dieser Teaser ist nur ein lauer Versuch dem ganzen einen Anschein von Aktualität und Realitätsbezug zu geben.
København mag ein lohnendes Ziel sein, doch ganzheitlich betrachtet sollte man die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien bombardieren. Mit etwas Glück reißt die Erde auf, und die Welt geht unter.
Milliarden von Menschen würden in Panik vor der kilometerhohen Flammenwand und dem Riss der sich auftut, flüchten. Kreischend und mit den Armen fuchtelnd werden sie letztlich doch von siedender Lava fritiert.
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich mir noch heute das Hirn wegpusten.
Wenn die Welt untergeht sitze ich in Radeberg auf einem Hügel - dem höchsten Punkt. Keine 100 Meter vom Haus meiner Eltern entfernt. Ich sitze da mit meinen Freunden, in bequemen Sesseln neben einem Grill auf dem Entenbrust unser Finale vorwegnimmt. Die kleinen Beistelltischchen unseres Menüs sind mit bunten Blumen geschmückt. Selbst Hummelfiguren wären uns jetzt egal: Scheiß auf die Außenwirkung! Wir halten ein schönes Glas Wein (Riesling Haidthal) in der Hand. Unsere linken Arme haben einen Venenzugang. Eine gute Stunde bevor wir zu Staub zerfallen, klinken wir uns Pilze. LSD wäre zu heftig, wir haben ja noch einiges vor. Jeder von uns hat ein Teil gefressen – das gute holländische XTC. Nichts lässt einen besser in Harmonie mit seinen Mitmenschen sein und die Schwingungen des Planeten aufsaugen. Einfach, weil wir es von früher gewohnt sind, und weil es so gut schmeckt, rauchen wir Strawberry Cough durch eine 18.8er Glasbong mit Diffusor-Chillum. Nach der Entenbrust vom Grill gibt es Buttercreme-Torte.
Wir sehen am Horizont eine riesige, dunkle Wolke mit einem feurigen Rand. Die Alpen waren einmal und Bayern ist ein Flammenmeer. Im Hintergrund laufen Giana-Brotherz, Panacea und Cativo oder das Santorin Mission Tape. Wir sind gut drauf. Scheiße, es geht eh zu Ende, warum das ganze nicht einfach genießen? Wir wechseln von Wein zu Cocktails (Pimm´s No. 1 Cup). Wir rotzen etwas Koka, um auf die bunte Mischung von Downern klar zu kommen.
Langsam wird es Zeit, den Venenzugang zu nutzen. Den brauchen wir, weil wir in unserem Zustand unmöglich eines der Blutgefäße treffen würden! Und niemand jagt sich eine Kanüle gern in den Muskel. Nur noch ein Viertelstündchen: wir sind beim Heroin angelangt. Wir ruppen noch etwas Koka. Gleich wird es spannend. Als Dresden in einem Ascheregen und einem Meer aus kochender Lava versinkt, greifen wir nach den Crackpfeifen. Das ist das einzige wovor ich Angst habe. Wir müssen die Musik – das einzige, was diesem Augenblick angemessen ist – lauter stellen, um nicht zu hören, wie die Welt untergeht. Uns bietet sich ein gewaltiger Anblick. Der ganze Himmel ist von Flammen erfüllt. Radeberg hat aufgehört zu existieren. Das Crack katapultiert uns (hoffentlich) in ungeahnte Höhen. Als Die Flammenwand - den Berg hinauf - auf uns zu rast, lachen wir.
Saturday, December 12, 2009
Subscribe to:
Post Comments (Atom)
No comments:
Post a Comment