Jetzt mit Link!!!
Ich glaube, Models müssen die unglücklichsten Menschen der Welt sein.
Klar: sie dürfen nicht essen was sie wollen, sind viel unterwegs, haben nur ein paar Jahre bis sie aus dem Geschäft raus sind und überdies ist man nur an ihrem Körper interessiert (oder hat schon mal jemand Innere Schönheit auf einem Foto erblickt?).
Darauf will ich aber gar nicht hinaus, da reg´ ich mich ohnehin ständig drüber auf.
Vor kurzem musste ich gegenüber jemandem feststellen, dass man auf einem Foto nicht unbedingt so gut rüberkommt wie in Realita. Dann hab´ ich mich noch mit einer anderen in die Haare bekommen, wegen der kommenden „Heidi-Klum-treibt-eine-neue-Sau-durchs-Dorf“-Staffel, noch dazu promotet Kate Winslet einen neuen Film.
Was hat das mit depressiven Models zu tun?
Jackie Chan sagte einst in einem Interview:
„Männer wachen morgens genauso gutaussehend auf, wie sie ins Bett gegangen sind. Frauen zerbröseln irgendwie über Nacht.“Das ist evident.
Die „gewöhnliche“ Frau (...gibt es natürlich nicht, sind ALLE außergewöhnlich) hat also auf jeden Fall ´nen miserablen Morgen.
Nächster Tiefschlag mögen dann die Hochglanzfotos in Vanity Fair und Co. sein. Egal, das lässt frau über sich ergehen, denn sie ist schlau, Mutter oder Schauspielerin (manchmal sogar in Personalunion).
So.
Jetzt zu den Models.
Marguerite Magermodel steht auf, läuft am Spiegel vorbei und denkt sich:
„Foah!“
Sie schlägt das Branchenblatt (Vogue, Cosmo, Anorexia Today) auf, entdeckt vielleicht Fotos von sich und denkt: „Da sah ich noch gut aus. Ich bin so hässlich! Buhuhuhuhuuuu“.
Schöner Mist.
Sie sieht sich im Spiegel – und sieht schlechter aus als auf ihren Fotos.
Sie ist mit anmalen und frisieren fertig - und sieht schlechter aus als auf ihren Fotos.
Stylisten und Coiffeure ließen ihre Kunstfertigkeit an ihr walten. Hochbegabte, homosexuelle (außer Tom Ford) Designer drapierten Stoffe hübsch um ihre Hüften – und sie sieht immer noch beschissener aus als auf ihren Fotos.
Marguerite Magermodel ist perfekt geschminkt, frisiert, angezogen, mittlerweile auch optimal ausgeleuchtet – doch sie kann froh sein, dass kein Spiegel in ihrer Nähe ist.
Denn noch immer wird sie von ihren eigenen Fotos in den Schatten gestellt.
Schöne scheiße!
„Ich bin so hässlich!“Jawoll.
Die Natur (und die Bulemie) haben es gut mit ihr gemeint, sie beherrscht ihren Job, ein ganzer Stab von Profis hebt ihre Qualitäten hervor – und doch sieht sie nicht sooo gut aus wie in der Vogue...
Es muss ein verdammt mieses Gefühl sein, wenn man trotz optimaler Bedingungen schlechter aussieht, als man selbst.
Nur weil...
Ja nur weil...
Weil man die Fotos digital nachbearbeitet hat.
Nicht nur, dass man die fotografischen "Fehler" wie fehlende Tiefe, verfälschte Farben, schlechtes Licht korrigiert, welche dieses Abbild der Wirklichkeit verfremden.
Viel schlimmer. Man überhöht die Realität wie bei einem Barock-Portrait.
Anatomische Auffälligkeiten: weg!
Hautunreinheiten: weg!
Dellen (kein Speck, sondern der letzte Fetzen organischen Gewebes über den Kochen): weg!
Teint bearbeiten...
Photoshop wurde zum Maß aller Dinge.
Die Realität ist ein hässlicher Witz dagegen.
Wenn nun alles was man kann, schafft, leistet nur am Äußeren hängt, und die Realität nie, aber auch wirklich nie dem Bild in den Magazinen gerecht werden kann...
...ist es da ein Wunder, wenn man zutiefst unglücklich ist?
So stell´ ich mir das zumindest vor, ich steck ja nich drin, in so ´nem Model (Man beachte das flache, kalauerhafte Wortspiel).
Die Laune steigt und fällt mit der imaginierten Außenwahrnehmung.
Die Gesamtheit der Topmodels wäre mir bestimmt ungeheuer dankbar, wenn ich sagen würde:
„Hey, auf dem Foto siehst du aber nich´ sooo gut aus wie in Echt.“
Anfragen bitte an nebenstehende Email-Adresse.
No comments:
Post a Comment